| 16:42 Uhr

Lebendiges Brauchtum
Das Osterwasser friert nicht ein

Beim Quellenputz: Eddy Mathäus, Conny Mathäus, Lucy Mathäus und Tom Tauche.
Beim Quellenputz: Eddy Mathäus, Conny Mathäus, Lucy Mathäus und Tom Tauche. FOTO: Angela Hanschke
Trebendorf. Die Familie von Klaus Schwekutsch hütet weiter die Quelle in Trebendorf.

Ob zum Osterfest wirklich alle Bäche „vom Eise befreit“ sein werden, bleibt ungewiss, da die Wetterdienste von einem erneuten Kälteeinbruch ausgehen. Fest steht jedoch: der alte Brauch des Osterwasserholens ist nicht gefährdet. Das Wasser der Trebendorfer Osterquelle hat eine konstante Temperatur von vier Grad Celsius und friert auch in härtesten Wintern nicht zu. Der kürzlich verstorbene, aus Pommern stammende Klaus Schwekutsch galt seit langem als „Hüter der Osterquelle“. Vor sieben Jahrzehnten hatte er in Trebendorf  den Brauch kennengelernt. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Steinsetzer Herbert Riffer aus Keune, legte er vor elf Jahren die verschüttete Osterquelle frei, grub dem Wasserlauf in der Trebendorfer Parkwiese ein neues Bett und kleidete es kunstvoll mit zusammengetragenen Feldsteinen aus. Seine Witwe Elvira Schwekutsch, seine Töchter Sylvia Tauche und Conny Mathäus und deren Familien sind sich einig: „Wir werden diese Arbeit in seinem Sinne fortsetzen. Das war ihm sehr wichtig“, sagten sie am Wochenende. Am Samstagmorgen wurde begonnen, den Windbruch, den die Stürme der vergangenen Monate hinterlassen hatten, zu beräumen. Heiko Tauche und Wolfgang Lück legten auch den erneut etwas „gewanderten“ Quelllauf frei, säuberten ihn und befestigten Bänke und Tische wieder im Erdreich. Den letzten Schliff übernahmen Lucy Mathäus (18) und Tom Tauche (17), während der sechsjährige Eddy Mathäus bunte Plastikeier aufhängte. Nun ist alles bereit für die Osternacht. Dann erfolgt der Gang in das feuchte Gelände. In aller Stille, sonst wird aus dem Schönheit und Gesundheit versprechenden Wundermittel „Plapperwasser“. Dabei die nächtliche Natur zu erleben, ist für alle Beteiligten stets ein ganz besonderes, feierliches Erlebnis.

Wer sich beim Osterwasserschöpfen den Mädchen und Frauen aus Trebendorf anschließen möchte, sollte sich vor Mitternacht am Osterfeuer am Sportplatz einfinden und einen Tonkrug mitbringen. Der sollte möglichst neu und schön verziert sein.

(aha)