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| 18:46 Uhr

Drei Tage Mittelalter in Forst
Das Mittelalter lebt wieder in Forst

Gemeinsam bauen die ersten Mittelalterfans schon am Donnerstag ihr Lager auf. Am Wochenende verwandeln sie sich in Fauna-Fatua, Jorun Svea Karlsdóttir und Hraban (v.l.n.r.).
Gemeinsam bauen die ersten Mittelalterfans schon am Donnerstag ihr Lager auf. Am Wochenende verwandeln sie sich in Fauna-Fatua, Jorun Svea Karlsdóttir und Hraban (v.l.n.r.). FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Am Wochenende steigt das 5. Johannes Gaudium. Erstmals sind Darsteller aus Polen dabei. Von Katrin Kunipatz

Beim 5. Johannes Gaudium treffen sich in diesem Jahr die Mitglieder der Runstensippe. Sie kommen aus Chemnitz, Hannover und Tübingen nach Forst. Fauna-Fatua und Hraban sind aus dem Schwarzwald angereist, Jorun Svea Karlsdóttir aus Bremerhaven. Ihre Namen klingen ungewöhnlich. Fauna-Fatua erklärt: „Es sind unsere selbst gewählten Namen und Rollen.“ Genau wie andere Mitglieder der Gruppe versucht sie, Werte und Götterglaube der alten Germanen ins heutige Alltagsleben zu integrieren. Bei Mittelaltermärkten gehören die Männer, Frauen und Kinder zu den Darstellern. „Wir zeigen germanische Traditionen aus der Zeit um 900“, so Hraban. Hinzu kommen Treffen an historischen Plätzen wie den Externsteinen im Teutoburger Wald.

Die rund 40 Personen der Runstensippe gehören zu den insgesamt 400 Darstellern, die Organisator Aimo Bartel in diesem Jahr erwartet. Unter ihnen sind der Thüringer Ritterorden, die Berliner Rittergilde, die Pferdetruppe „Apolinaris“ sowie die Bands „Vogelfrey“, „Rabenzauber“ und „Tagasuna“. Alle schlagen ihre Zelte auf dem Platz neben dem Manitu auf und wollen für drei Tage so authentisch wie möglich in der Zeit zurückreisen. So schlafen die beiden Schwarzwälder in einem sogenannten Sachsenzelt und werden passend gewandet am Wochenende ihre Waren anbieten.

Vor fünf Jahren hat Aimo Bartel gemeinsam mit dem Kulturverein Manitu das Johannes Gaudium aus der Taufe gehoben. Seit Monaten bereitet er sich auf das Jubiläum vor. Die Hälfte der Händler, Gastronomen, Bands und Rittersleute sind Stammgäste. Andere haben sich beworben oder wurden auf Empfehlung ausgewählt. Vor Wochen wurde das Programm zusammengestellt. Und am Samstag vor einer Woche trafen sich Vereinsmitglieder und Freunde zum ersten Mal auf dem künftigen Festplatz.

Rasenmähen, Platz und Turnierbahn abstecken und erste Hütten aufstellen stand auf dem Programm. Am Montag wurde das große Eingangstor der alten Feste aufgestellt. Dank eines Sponsors entsteht es in diesem Jahr erstmals als Holzfachwerk. Es folgten Strom, Wasser und Toiletten. Trotz mittelalterlichem Lebensgefühl will und darf niemand auf diese Annehmlichkeiten der Zivilisation verzichten. Schweiß und Anstrengung treten in den Hintergrund, wenn am sich am Sonnabend das Tor zur Alten Feste öffnet. Dann verwandelt sich Aimo Bartel in Johann von Bieberstein und heißt auf Althochdeutsch die Gäste willkommen.

Erstmals werden auch polnische Teilnehmer dabei sein. Grund ist die in diesem Jahr gestartete Kooperation zwischen dem Forster Projekt „Monumentum Historica“ und dem polnischen Kulturzentrum Kozuchow. Vor zwei Wochen waren das Biebersteiner Lager, begleitet vom Thüringer Ritterorden und der Berliner Rittergilde, bei den Ritterspielen in Kozuchow. Nun folgt der Gegenbesuch. Die polnischen Partner steuern unter anderem eine Feuershow, einen Mittelalterzirkus und zwei Reitergruppen bei.