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"Das Jahr war unvergesslich”

Rosenkönigin Elisabeth I. im Forster Rosengarten.
Rosenkönigin Elisabeth I. im Forster Rosengarten. FOTO: Angelika Wuntke
In sechs Tagen ist es soweit: Forst bekommt eine neue Rosenkönigin, die von einer Jury geheim gewählt wurde und zu den Rosengartenfesttagen am 23. Juni ab 20.30 Uhr gekrönt wird. Die einjährige Amtszeit der 26. Rosenkönigin Elisabeth I. alias Elisabeth Brusendorff (vor ihrer Hochzeit: Fischer) geht damit zu Ende. Wir sprachen darüber mit ihr.

Frau Brusendorff, sind Sie schon etwas traurig, bald Ihr Rosenkönigin-Kleid abzugeben?
Brusendorff Ja, es ist schon etwas schade, ich durfte das Kleid ja nun ein Jahr tragen und die Stadt damit repräsentieren. Es war schon etwas Besonderes. Und ich habe damit viele schöne Auftritte erlebt.

Haben Sie sie gezählt?
Brusendorff Es wird sich so zwischen 50 und 60 bewegen. Gerade zu Pfingsten hatte ich viele schöne Auftritte: beim Park- und Blütenfest in Kromlau, beim Pfingstpreis der Steher und beim Kreisjugendlager der Feuerwehren in Forst.

Welche Termine sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Brusendorff Ein Ranking kann ich schlecht aufstellen, da die Termine völlig unterschiedlich waren: Es gab Parkfeste wie jetzt in Kromlau, ich habe in der Bibliothek Kindern vorgelesen, war auf Festen der Region und auch auf Messen, was wieder etwas ganz anderes war. Aber besonders die Veranstaltungen mit den Kindern haben mir viel Spaß gemacht, und auch die Treffen mit den anderen Königinnen der Region waren sehr schön.

Ist Ihnen in Ihrem Amt auch mal ein Missgeschick oder eine lustige Begebenheit widerfahren?
Brusendorff Einmal hat sich beim Aussteigen aus dem Auto mein Unterrock gelöst - da war ich froh, dass ich noch auf dem Parkplatz stand (lacht). Und einmal hat jemand auf einer Messe zu mir gesagt, ich könne gar nicht die Rosenkönigin sein, sondern nur eine Rosenprinzessin, denn die richtige Rosenkönigin gebe es in Sangerhausen. Ich habe ihn dann gefragt, ob er den Ostdeutschen Rosengarten in Forst überhaupt kennt.

Und?
Brusendorff Nein, er kannte ihn noch nicht - und fährt jetzt hoffentlich mal hin. Und in Sangerhausen gibt es tatsächlich beides: eine Rosenkönigin und eine Rosenprinzessin. Die Rosenkönigin habe ich dann bei einer Messe getroffen.

Sie haben in Ihrer Amtszeit auch geheiratet, und das im Rosengarten - wie haben Sie das erlebt?
Brusendorff Das war eine sehr spannende, aber auch anstrengende Zeit, beides zu vereinbaren - die Hochzeitsvorbereitungen und die Auftritte als Rosenkönigin. Es war etwas Besonderes, auch noch im Rosengarten zu heiraten. Für mich war 2016 deshalb unvergesslich.

Sie arbeiten bei der Cottbuser Stadtverwaltung - konnten Sie Ihr Amt gut mit der Arbeit verbinden?
Brusendorff Bei Terminen in der Woche war es nicht immer leicht, beispielsweise wenn ich eine Dienstreise hatte. Aber ich musste selten absagen, habe versucht, Überstunden oder Urlaub zu nehmen, und mein Arbeitgeber hat mich auch unterstützt. Und der Großteil der Termine war ja sowieso am Wochenende. Ich musste auch mal aus privaten Gründen absagen, zum Beispiel wegen meiner Hochzeit und dem Junggesellinnenabschied (lacht). Gerade das war jedoch schade, weil ich da die Krönung der Gubener Apfelkönigin und das Reit- und Springturnier in Forst verpasst habe.

Sie haben als kleine Forsterin schon einige Rosenköniginnen gesehen - war das Amt für Sie wie erwartet?
Brusendorff In Ansätzen ja, aber vieles kann man sich vorher einfach nicht vorstellen. Es war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung, zum Beispiel dass auch das Sprechen vor großem Publikum nicht so schwer war wie erwartet und dass viele Leute einfach positiv der Rosenkönigin gegenüber eingestellt sind. Ich bin sehr dankbar für die große Unterstützung der Rosenkönigin durch Sponsoren, was in der Region nicht selbstverständlich ist.

Haben Sie Ihre Nachfolgerin bereits kennengelernt?
Brusendorff Ja, ich saß ja auch in der Jury, darf aber natürlich nichts verraten (lacht). Ich denke, sie wird eine würdige Nachfolgerin sein.

Konnten Sie ihr bereits einige königliche Tipps geben?
Brusendorff Ja, na klar. Ich habe ja einige Erfahrungen in dem Jahr gesammelt, die ich gerne weitergebe.

Worauf freuen Sie sich nach Ihrer Amtszeit am meisten?
Brusendorff Ich freue mich darauf, wieder etwas mehr Zeit zu haben, gerade für die Familie und für meinen Mann, der ja berufsbedingt nur am Wochenende da ist. Freunde und Familie mussten in dem Jahr ganz besonders zurückstecken. Ich habe mir vorgenommen, die Internationale Gartenausstellung in Berlin und das Europa-Rosarium Sangerhausen zu besuchen.

Mit Elisabeth Brusendorff sprach Steffi Ludwig