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Durchwachsenes Jahr
Das Jahr des königlichen Krauts geht zu Ende

Entdeckungen waren in den vergangenen Monaten nicht nur für junge Besucher des Kräuter- und Lehrgartens in Eichwege möglich.
Entdeckungen waren in den vergangenen Monaten nicht nur für junge Besucher des Kräuter- und Lehrgartens in Eichwege möglich. FOTO: aha1
Döbern. Zum vierten Tag der offenen Tür seit Juli haben sich die Mitarbeiter im Umwelt- und Lehrgarten Eichwege der BQS Döbern über die Schulter schauen lassen. Ein Dutzend Gartenfreunde und Hobbygärtner kamen zum Saisonende am Mittwoch. aha1

"Durchwachsen" sei die Saison gewesen, lautete die Bilanz von Projektleiterin Ute Paul angesichts des kühlen Frühjahrs und des zeitigen Herbstbeginns. Der wilde Wein hat schon das prächtige rote Laub abgeworfen, und die meisten Sommerblumen sind verblüht. Mit der Ernte von Zwiebeln, Gurken und Zucchini war das Team sehr zufrieden, weniger jedoch mit dem Ertrag bei Tomaten und Dill. Einen Totalausfall gab es bei den Löwenmäulchen. Die Anzucht von 16 verschiedenen Basilikumsorten erwies sich jedoch als voller Erfolg und sorgte am Mittwoch für begeistertes Lob durch Renate Tasche aus Forst. Erstmals gab es ein Lied aus der Feder des Groß Kölzigers Jochen Zarse zu Ehren des Basilikums.

Seit einigen Wochen schwächeln die wärmeliebenden Kräuter. "Bei drei Sorten des afrikanischen Strauchbasilikums wollen wir jedoch eine Überwinterung im Kübel versuchen", kündigte Günter Konzack an. Er ist technischer und fachlicher Anleiter im Gartenbereich. Informationen gab es auch zum ungewöhnlichen Projekt Aquaponic auf der Berliner ECF-Farm, wo Buntbarsche und Basilikum in enger Gemeinschaft bestens gedeihen sowie über einen Großversuch in Kenia, aus Basilikum ein Mittel gegen Malaria zu gewinnen.

Am Mittwoch wurde zum Ende des Gartenjahres, das ganz im Zeichen des königlichen Krauts Basilikum und seinen Begleitern stand, noch einmal geschnuppert und gekostet. Tomaten-Basilikum-Butter, Quark mit Basilikum, Basilikumbrot und Basilikum als Bestandteil von Salaten ließen sich die Gäste schmecken. Stammbesucherin Maria Kasper nahm einen Stengel Basilikum mit nach Hause. "Damit ich nicht vergesse, Saatgut zu kaufen", meinte schmunzelnd Ehemann Rudi Kasper. Im kommenden Jahr steht wieder eine andere Pflanze im Mittelpunkt.