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| 15:54 Uhr

Ankündigung
Gefällte Linden als Kunstwerke

Sabine Lindner, Angelika Geisler und Kathleen Hubrich (v.l.) vor den Lindenstämmen mit dem Banner des 1. Kunstsymposiums.
Sabine Lindner, Angelika Geisler und Kathleen Hubrich (v.l.) vor den Lindenstämmen mit dem Banner des 1. Kunstsymposiums. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. Das 2. Internationale Kunstsymposium ist im September an der Forster Stadtkirche geplant. Von Steffi Ludwig

Es war vor genau fünf Jahren, als 16 deutsche und internationale Künstler die gefällten Kastanien des Forster Kegeldamms in Kunstwerke verwandelt hatten. Die Ergebnisse dieses 1. Internationalen Kunstsymposiums – Skulpturen der unterschiedlichsten Ausprägung – können bis heute auf der Reisigwehrinsel im Rosengarten und an verschiedenen Stellen in der Stadt bewundert werden.

Nun soll im September das 2. Internationale Kunstsymposium folgen, unter dem gleichen Motto: „In jedem Abschied steckt ein Anfang.“ Die Idee habe es schon lange gegeben, aber den Anreiz, es in diesem Jahr stattfinden zu lassen, hätten die gefällten Linden auf dem Forster Lindenplatz geliefert, sagte Initiatorin Sabine Lindner vom Verein Kompetenzzentrum Forst bei der Vorstellung des Projektes am Donnerstagvormittag.

Denn bei den Diskussionen um die Fällung im März hätten Bürger und Stadtverordnete angeregt, die Bäume nicht einfach zu zerschreddern, sondern sie irgendwie zu nutzen, berichtet Angelika Geisler vom Fachbereich Stadtentwicklung. So sei das Kunstsymposium ins Gespräch gekommen und die Lindenstämme auf dem Gelände des Transportbetonwerkes gelagert worden.

Das bewährte Vorbereitungsteam um Sabine Lindner, Angelika Geisler und Stadtteilmanagerin Kathleen Hubrich kam wieder in Aktion, und nun sind bereits die wichtigsten Parameter abgesteckt. Das Kunstsymposium wird vom 12. bis 20. September stattfinden. Am 13. September um 10 Uhr ist die offizielle Eröffnung mit dem Beginn der Arbeiten auf der Veranstaltungsfläche an der Stadtkirche St. Nikolai geplant. Denn neu ist diesmal, dass das Symposium nicht im Ostdeutschen Rosengarten, sondern mitten in der Stadt stattfinden soll. „Einmal deshalb, weil die Linden am Lindenplatz gestanden haben, und weil wir Kunst zum Anfassen für Jedermann bieten wollen“, begründet Angelika Geisler. Den Künstlern könne somit von mehr Bürgern über die Schulter geschaut werden, als dies im Rosengarten möglich war, erhoffen sich die Organisatoren.

Fördermittel seien zum Großteil über die Euroregion Spree-Neiße-Bober akquiriert, weshalb im Mittelpunkt auch ein grenzüberschreitendes, deutsch-polnisches Symposium stehe. Hier werde auch mit dem Verband der polnischen Bildhauer und Künstler Bezirk Zielona Gora kooperiert. Aber auch über das Programm Aktive Stadtzentren könnten Mittel für die Stipendien der Künstler abgerufen werden, so Angelika Geisler. Einige Firmen und Privatpersonen hätten bereits Spenden in den lokalen Verfügungsfond der Stadt eingezahlt – jeder Euro werde über Städtebaufördermittel verdoppelt. „Wir freuen uns, dass das Thema offenbar noch in den Köpfen der Bürger drin ist“, so Kathleen Hubrich.

Und auch in denen der Künstler: Denn einige, die vor fünf Jahren dabei waren, hätten bereits ihr Kommen zugesagt oder Interesse bekundet, so Sabine Lindner. Darunter sind Franziska Uhl aus Frankfurt/Slubice, die die künstlerische Leitung übernehmen werde, sowie Steffen Mertens aus Cottbus und Maria Moroz aus Krakow. Bis zum 14. April können sich Künstler noch beim Kompetenzzentrum Forst bewerben. „Wir wählen dann aus“, so Sabine Lindner. Die Anzahl der Künstler richte sich auch nach der Höhe der eingeworbenen Gelder, mindestens zehn sollten es  sein. „Die Künstler haben Forst und die Region bekannter gemacht.“

Das Holz der Linden sei allerdings nur für Kunstwerke in Innenräumen wie Kirchen geeignet. Deshalb habe das Betriebsamt  Stämme aus Sturmschäden zur Verfügung gestellt – wie Eiche, Robinie oder Kastanie, also Holz, das witterungsbeständig ist. Aber auch weitere Stämme seien willkommen.