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Currywurst & Co. für Forst

Am Donnerstag öffnete Bianca Erdmann ihren Imbiss an der Berliner Straße in Forst.
Am Donnerstag öffnete Bianca Erdmann ihren Imbiss an der Berliner Straße in Forst. FOTO: Steffi Ludwig
Forst. Döner und Asianudeln sind in Forst an vielen Stellen zu bekommen. Aber eine ordentliche Currywurst oder Bratwurst? "So ein richtiger deutscher Imbiss ist in Forst Mangelware", war Bianca Erdmann zu Ohren gekommen. Steffi Ludwig

Die junge Forsterin, die ihr Alter lieber nicht in der Zeitung lesen will, hatte vor einiger Zeit das Angebot bekommen, die Imbissbude an der Berliner Straße gegenüber dem neuen Rewe-Markt zu mieten, die seit einiger Zeit leer stand.

"Ich habe jahrelang in der Gastronomie gearbeitet, habe vom Service bis zum Catering alles Mögliche gemacht", berichtet Bianca Erdmann, die zunächst in Guben Verkäuferin gelernt, dann aber immer in Forst gearbeitet hatte.

Sie überlegte einige Zeit hin und her und entschied sich dann schließlich, die Sache mit dem Imbiss zu wagen und den Ämtermarathon für die Anmeldung eines Gewerbes zu durchlaufen. Über die Investitionsbank des Landes Brandenburg bekam sie eine Förderung über ein Programm, in dem es um die Belebung der Stadtmitte gehe, berichtet Bianca Erdmann. Auch einen Coach bekam sie vom Land gefördert. "Das alles geht aber nur, weil meine gesamte Familie dahintersteht und mich unterstützt, auch in der Imbissbude und vorher, als wir innen und außen viel erneuert haben", sagt die Forsterin.

Am Donnerstag war es dann soweit, "Fritty Woman" eröffnete. Die ersten Kunden waren begeistert, auch vom "tollen Namen". Den hatte Bianca Erdmann irgendwo gehört, für schön befunden, aber sich offiziell bestätigen lassen, dass sie ihn verwenden darf. Im Angebot hat sie die verlangte Currywurst mit selbstgemachter Soße, Bratwurst und natürlich Pommes, aber auch viele andere Dinge: Da sie bereits ab 7 Uhr öffnet, gibt es Frühstück mit belegten Baguettes oder abends herzhafte Snacks. Bis 19 Uhr will sie an sechs Tagen die Woche da sein.

Mit ihrem Imbiss eröffnet Bianca Erdmann keineswegs ein aussterbendes Gewerbe. Wie Olaf Lücke, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Brandenburgs, auf Nachfrage mitteilt, sei die Zahl der Imbissbuden deutschlandweit sogar leicht gestiegen. Für Brandenburg direkt habe er keine Zahlen, so Lücke. "Den Tod der Imbissbude können wir jedenfalls nicht prophezeien - aber den Tod von schlechten Angeboten. Dafür haben auch die Leute in Forst ein Gespür", sagt der Hauptgeschäftsführer. Es komme vor allem auf guten Service, Qualität und Regionalität an. Punkte, die auch Bianca Erdmann auf dem Schirm hat.

Dass Currywurst & Co. gut angenommen werden, sagt auch der Spremberger Ronny Auris, der am Cottbuser Blechen-Carré das "Fritz Curry" betreibt. "Das ist ein bodenständiges Essen, das immer noch gut ankommt - es kommt nur auch drauf an, wie man es verkauft", sagt Auris, der seine Speisen auch viel mobil anbietet.

Wie viele Imbissbuden es in Forst gibt, ist nicht direkt erfasst - laut Stadtsprecherin Susanne Joel sind in der Stadt 33 Betriebsstätten mit Imbissangebot gemeldet. Darunter fallen aber auch alle Fleischereien, Bäckereien und Vereine, die einen Imbiss anbieten.