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| 02:34 Uhr

Cottbuser Idee soll Bauern helfen

Senftenberg. Wissenschaftler aus Cottbus machen Freitag im Bundeslandwirtschaftsministerium einen Vorschlag, wie Agroforstsysteme bei der Flächenprämie berücksichtigt werden können. Das könnte die Landschaft grundlegend verändern und viele Vorteile bieten. Jürgen Scholz

Auf einer Fachtagung in Brieske hat der BTU-Wissenschaftler Christian Böhm aufgezeigt, wie Gehölze künftig vor allem bei der Berechnung der Flächenprämie berücksichtigt werden können. Diese erste Säule ist die einzige fest kalkulierbare Einnahme für Landwirtschaftsbetriebe. Zurzeit ist in Deutschland nicht vorgesehen, dass Bäume auf Agrarflächen gepflanzt werden - mit Ausnahme der Kurzumtriebsplantagen (KUP), auf denen schnell wachsendes Energieholz angepflanzt wird. Landwirte, die langsam wachsende Bäume auf Ackerflächen pflanzen, riskieren Einnahmeverluste. So bleiben riesige Ackerflächen oft dem Wind schutzlos ausgeliefert, wertvoller Boden wird weggeweht.

Die Innovationsgruppe "Aufwerten", die von der BTU Cottbus-Senftenberg betreut wird, hat deshalb einen Vorschlag vorgelegt, wie solche Flächen definiert werden können, damit sie auch für die Landwirtschaftsbehörden überprüfbar sind. Von einer solchen Kombination aus Land- und Forstwirtschaft erhoffen sich die Wissenschaftler positive Effekte beim Erosionsschutz vor allem für leichte Böden, wie in der Lausitz. Ein weiterer Vorteil wird für Gewässer und Grundwasser erwartet: Gehölzstreifen können helfen, Nitrat- und Phosphateinträge zu reduzieren.

Südbrandenburg gilt als ein Kern für die deutsche Forschung an Agroforstsystemen, die unter anderem bei Forst und Senftenberg sowie im Amt Kleine Elster erprobt werden.

Thema des Tages Seite 3