In der Corona-Krise sind zahlreiche Senioren- und Pflegeheime zu Orten der Isolation geworden. Das sorgt für Einsamkeit, auch wenn es dem Schutz der Bewohner dient. Dieser Entwicklung möchte der Forster Antonio Eichler etwas entgegensetzen: Über die Internet-Plattform Facebook hat er Kinder dazu aufgerufen, alten und kranken Menschen einen Brief zu schicken.

Senioren freuen sich über gemalte Bilder - Kinder haben Spaß am Malen

Die Idee verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen. „Wenn die Kinder Zeit haben, können sie doch auch etwas machen, was Spaß macht“, sagt Eichler. Die Bilder bringen so doppelte Freude: Den Kinder, wenn sie sie malen und den Bewohnern der Senioren- und Pflegeheime, wenn sie sie bekommen. Natürlich per Post – der persönliche Kontakt ist zu Zeiten der Corona-Krise nur in Ausnahmefällen gestattet.

Und nicht nur seinen Aufruf startete Eichler via Internet, auch seine Inspirationsquelle war digital: Ein Online-Video, das zeigt, wie schwer der Kontakt momentan für ältere Ehepaare ist, wenn einer der Partner im Pflegeheim lebt. Daraufhin wollte Antonio Eichler gegen diese Art der Einsamkeit etwas unternehmen. „Ältere Herren werden sich eher nicht hinstellen und malen, aber Kinder können das doch machen“, sagt der 31-jährige. Auch bei seiner Arbeit beim Katastrophen-Schutz und der Freiwilligen Feuerwehr hat Eichler häufig mit älteren Menschen zu tun. Er weiß wie sie sich fühlen, kennt ihren Redebedarf.

Senioren- und Pflegeheime freuen sich über zugeschickte Bilder

Seine Idee trifft auf Zustimmung. Per Post geschickte Bilder sind in den Heimen willkommen. „Eine Aufmerksamkeit ist immer gut“, sagt Martin Dobianer von der Residenz Rosenstadt, die zum Verband der Volkssolidarität Spree-Neiße gehört. Bisher sei zwar noch nichts angekommen, aber die Briefe wären ihm recht – hier sei zu Ostern auch schon einiges mit den Volkssolidaritäts-Einrichtungen der Jugendhilfe in Planung.

Auch im evangelischen Seniorenzentrum Friedenshaus sind die Briefe gerne gesehen. „Das ist eine gute Aktion“, sagt Michael Holzhauer, der Zuständige für die Öffentlichkeitsarbeit der Lafim-Diakonie. Ohnehin versuche man jeden Kontakt mit Angehörigen per Telefon oder Post aufrechtzuerhalten. Und auch hier halten Digitalisierung und neue Technologien Einzug: „Wo es möglich ist, versuchen wir auch den Kontakt via Tablet zu ermöglichen“, so Holzhauer. Eine Möglichkeit, die auch die Residenz Rosenstadt schaffen möchte.

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