Die Forster August-Bebel-Straße hält zusammen. Das sagt Renata Bartmann, die dort wohnt und vor wenigen Tagen eine rührende Geste der Hilfsbereitschaft erfahren hat.

„Dafür möchte ich mich gern öffentlich bedanken, weil es hilft, durch die jetzige schwere Zeit zu kommen“, schildert sie am Telefon.

Was war passiert? Vor ein paar Tagen entdeckte Renata Bartmann einen kleinen Beutel an der Klinke ihrer Wohnungstür. Der Inhalt: zwei Mund-Nasen-Schutze, die derzeit beim Einkaufen oder bei der Fahrt mit Bus und Bahn getragen werden müssen. Genäht hat diese eine Nachbarin im Haus. Nicht nur für Renata Bartmann, sondern auch für andere Hausbewohner.

Forsterin näht Mund-Nasen-Schutze für Nachbarn und polnische Community

Und es sollte noch besser kommen. Renata Bartmann bekam in den folgenden Tagen noch weitere Masken. Die kann sie nämlich gut gebrauchen. Nicht für sich, sondern für die polnische Community in der Stadt, die von ihr mit betreut wird. Renata Bartmann arbeitet in der Forster Awo-Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer und hält dort den Kontakt zu den Neubürgern aus dem Nachbarland.

„Die Masken habe ich verteilt, denn sie werden derzeit ja gebraucht“, sagt sie. Einige Mitglieder der Community hätten es derzeit nicht leicht. Der Kontakt zu den Familien sei wegen der Grenzschließung und der Quarantäne-Bestimmungen teilweise abgebrochen, weil sich die Frauen und Männer ihren Arbeitgebern in Forst verpflichtet fühlten. Auch deshalb werden derartige Gesten sehr dankbar wahrgenommen.

Die hilfsbereite Forsterin möchte anonym bleiben

Doch wer steckt nun hinter der guten Tat? Renata Bartmann hat mit ihrer Nachbarin, die die Masken genäht hat, gesprochen, diese möchte aber lieber anonym bleiben. Auch andere Mitbewohner würden sich engagieren, indem sie zum Beispiel den Stoff für die Masken zur Verfügung stellen.

„Die polnische Community ist in unserer Stadt sehr gut integriert“, freut sich Stadtteilmangerin Kathleen Hubrich. Die Mitglieder würden sich an regelmäßigen Aktionen beteiligen und zu eigenen Veranstaltungen wie der polnischen Andreasnacht auch die Forster Bewohner einladen. Kontakte zwischen deutschen und polnischen Senioren gibt es bereits seit Jahren, auch hier unterstützt die Community den Forster Seniorenbeirat. Nach Auskunft der Stadtverwaltung leben in Forst derzeit rund 300 Polen.