In Forst haben inzwischen rund 460 Kinder Anspruch auf eine Notfallbetreuung, rund 300 nehmen das täglich auch wahr. Das entspricht einer Quote von etwa 25 Prozent aller Kinder, die normalerweise in den Horten und Kitas der Stadt betreut werden. Um den 24. April hat diese Quote noch bei knapp 15 Prozent gelegen.

Der Kreis der Anspruchsberechtigten auf Notfallbetreuung ist größer geworden

für die In den vergangenen Tagen wurde der Kreis der Anspruchsberechtigen ausgeweitet – zum Beispiel um Lehrer oder Alleinerziehende. Auch haben nun alle Kinder Anspruch, bei denen nur ein Elternteil in der „kritischen Infrastruktur“ arbeitet.

Doch so klar das in der Theorie ist, in der Praxis gibt es durchaus Probleme – wie im Fall der Familie Nahrendorf aus Forst.

Antrag einer Hochschwangeren aus Forst mit weiteren Kindern abgelehnt

Anne und Frank Nahrendorf haben drei Kinder, die älteste Tochter ist 16, die zweite vier Jahre und der Sohn anderthalb. Ein viertes Kind ist unterwegs.

„Am 20. Mai habe ich Termin“, erklärt Anne Nahrendorf. Sie arbeitet als Altenpflegerin, ihr Mann ist Fahrdienstleiter bei der Bahn. Damit arbeiten beide im Bereich der „kritischen Infrastruktur“, wobei Anne Nahrendorf seit einigen Wochen zu Hause ist.

Ende März haben sie einen ersten Antrag auf Notbetreuung für die beiden Kleinen gestellt. Allerdings folgte auf den Antrag umgehend eine Absage: „Ihre Frau ist nicht arbeitstätig und kann die Kinder im häuslichen Umfeld betreuen“, so die schriftliche Begründung.

Der Forster Familienvater arbeitet bei der Bahn und pendelt

Doch die Arbeitsstelle von Frank Nahrendorf ist in Berlin und er darf jetzt keinen Urlaub mehr nehmen. Seiner Frau fällt mit Fortschreiten der Schwangerschaft die Betreuung der Kinder immer schwerer. Zudem ist ungeklärt, wo die kleinen Kinder bleiben können, wenn sie zur Entbindung ins Krankenhaus muss.

Ende April stellten Nahrendorfs einen zweiten Antrag – weil es ja nun reichen soll, wenn ein Elternteil in der kritischen Infrastruktur arbeitet. Auch der wurde abgelehnt.

Forster Familie kann ihre kleinen Kinder doch in die Notbetreuung geben

Mit Näherrücken des Geburtstermins wurde eine Lösung immer dringlicher. Frank Nahrendorf hat sich deshalb an das Ministerium für Bildung und Jugend in Potsdam gewandt, das ihn wiederum an das Jugendamt des Kreises verwies. Am 6. Mai kam endlich die telefonische Information, dass die beiden Kinder in die Notbetreuung gehen können. „Es ist am Ende zwar gut gegangen, aber wir hatten so viel zusätzlichen Stress“, meint Anne Nahrendorf.