Krzysztof Mostowski findet deutliche Worte: „Es ist eine Katastrophe“, erklärt der Betreiber der Aral-Tankstelle an der polnisch-deutschen Grenze in Zasieki am Telefon. „Wir haben keine Kunden mehr.“

99 Prozent seiner Kunden kämen aus Deutschland, verrät Mostowski. Nur einige wenige polnische Bürger hätten bei ihm Halt gemacht. Auf ihrem Weg nach Deutschland nutzten sie die Chance, bei ihm noch mal aufzutanken. Doch auch sie bleiben nun nach der Schließung der Grenze aus. „Hier ist niemand mehr, das betrifft nicht nur uns, sondern auch die Verkaufseinrichtungen, die Apotheke, den Frisör“, so der Tankstellen-Chef.

Schließung der Grenze hat Polen kalt erwischt

Die Grenzschließung habe alle kalt erwischt. Sein Lieferant, so erzählt Mostowski, zeige Verständnis für die Situation. Eine Prognose, wie lange es die Geschäfte durchhalten, kann Mostowski nicht geben. „Wir hoffen sehr darauf, dass die Grenzschließung nach zehn Tagen wieder aufgehoben wird.“

Wie überbrücken seine Mitarbeiter diese Zeit? Schickt er sie nach Hause und schließt die Tankstelle? „Nein, wir haben weiter geöffnet, machen jetzt Inventur, kümmern uns um ein paar Reparaturen, alles Dinge, die man sonst auch machen müsste, für die wir jetzt aber mehr Zeit haben“, erklärt er.

Vor der Grenzschließung noch mal Riesenandrang

Noch vor wenigen Tagen hatten sich an den Tankstellen und Zigaretten-Verkaufsständen lange Schlangen gebildet. Mit Bekanntwerden der Schließungspläne hatten sich viele Deutsche noch einmal eingedeckt.

Krzysztof Mostowski hat einen Wunsch: Er hoffe, dass die Grenzen sehr schnell wieder geöffnet werden. Von polnischer und von deutscher Seite.