Für die Kinder ist es geistige Schwerstarbeit und Spiel zugleich: Eine Stunde haben sie Zeit, um die Aufgaben zu lösen, die stufenweise schwieriger werden. Für die Dritt- und Viertklässler ist das beispielsweise die Gestaltung eines Hefter-Deckblatts für ein Unterrichtsfach - mit Kopieren und Variieren des Schriftzuges sowie dem Einsatz von Bildern oder Clip-Arts, wie die Symbole auch genannt werden. Das Heraussuchen und Kennzeichnen von Wörtern in einem scheinbaren Buchstabensalat gehört zu weiteren Aufgaben, die zu lösen sind. Konzentration ist gefragt - auch nach einem normalen Schultag.
Die Olympiade ist die Fortsetzung eines Projektes, das vor fünf Jahren begann. Bereits im Vorschulalter sollten Kinder mit dem Computer vertraut gemacht werden. Mittlerweile sind auch alle Grundschulen mit Rechnern ausgestattet - und einige der Olympioniken waren schon in der Kindergartengruppe in dem Projekt. Vor zwei Jahren fand die erste Olympiade statt, gestern die zweite. Das Ziel: Das Spannungsfeld zwischen Kann und Können herauszufiltern. „Wir wollen sehen, wo Nachholbedarf ist“ , erklärt Bernd Höer, Jugendkoordinator der Stadt Forst und einer der Väter des Projekts, den Hintergrund. Nachholbedarf vor allem aus pädagogischer Sicht: Spielen Kinder mit dem Computer oder beherrschen sie ihn auch? Medienkompetenz ist das Schlüsselwort, und bedeutet nicht anders als die Fähigkeit des Menschen, die quantitativ und qualitativ immer stärker auf ihn einströmenden Informationen zu lenken, zu sortieren und zu gewichten. Das Lesen und Verstehen der Aufgaben, die Konzentration aufs Wesentliche werden bei der Olympiade zur Voraussetzung von Erfolg.
Die Generation der Computer-Kinder wird älter. Irgendwann sollte es in Zukunft auch eine Olympiade zwischen den weiterführenden Schulen geben, meint Höer. Aber schneller dürfte die Idee wohl in die Breite gehen. Mit Grundschulen aus Spremberg, Guben und Peitz könne in den kommenden ein bis zwei Jahren auch eine Computer-Olympiade auf Kreis-Ebene etabliert werden, hofft Höer.
Wichtig sei aber auch, dass Kinder lernen, ihren Medienumgang zu steuern. Beispielsweise, dass den Kindern eine bestimmte Wochenzeit am Computer zugestanden wird, die sie selbst über die Tage verteilen können - und am Ende einhalten müssen. Wie viel, das sei der Vertrag zwischen Eltern und Kindern: „Das muss man den Kindern natürlich begründen und sich dabei mit ihnen ernsthaft beschäftigen“ , erklärt Höer. Eltern, die nicht einfach nur Spiele im Haus haben wollen, können sich beraten lassen. Ein spezielles Programm hat die Stadt selbst gepresst, es werden aber auch Empfehlungen zu professioneller Software gegeben, die Bildung und Spiel verbinden. Fast wie bei der Computer-Olympiade.

Hintergrund Infos und Sieger
Informationen zu Lernsoftware und Ansprechpartner für weitergehende Fragen sind im Jugendklubhaus East-Side an der Gubener Straße zu finden (03562) 7621 oder 2356.
Die Sieger der Computer-Olympiade sind:
Klassen 1/2: Sebastian Pirsch, Lauren Antelmann, Cara Schaarschmidt.
Klassen 3/4: Martin Werchan, Sophie Weber, Julia Noack.
Klassen 5/6: Jil Gärtner, Anne Krause, Alexandra Pamin.