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Chorwürmer erwecken Luther

Stilecht: Fabian Böttcher als Martin Luther mit Jaeda Heinritze (l.) und Josefine Bierholdt im Forster Musical.
Stilecht: Fabian Böttcher als Martin Luther mit Jaeda Heinritze (l.) und Josefine Bierholdt im Forster Musical. FOTO: ZVG
Forst. Wenn einer die richtigen Fragen zur richtigen Zeit stellt, kann er etwas bewegen. Das ist wohl die Quintessenz aus der Zeit der Reformation um Martin Luther, die gerade auch heute aktuell ist, dachte sich Elisabeth Engwicht (38), als sie im Internet auf das Singspiel "Wenn einer fragt – Martin Luther" von Uli Führe/Hellmuth Wolff stieß. Steffi Ludwig

Seit zehn Jahren leitet sie den Kinderchor "Chorwürmer" der evangelischen Kirchgemeinde, und in regelmäßigen Abständen studiert sie mit den Kindern Musicals ein. Zum 500. Jahrestag der Reformation passte natürlich etwas zu Luther.

Bei den 33 Kindern der ersten bis sechsten Klassen, die bei den "Chorwürmern" dabei sind, fand sie schnell Begeisterung. "So ein Musical motiviert ungemein. Die meisten Kinder, auch die schüchternen, mögen das", hat Elisabeth Engwicht erfahren. "Mein Beweggrund war natürlich auch, die Kinder an Martin Luther heranzuführen, denn er war ja nicht nur für uns Christen ein wichtiger Mensch." Einige der Chorkinder kannten ihn bereits, andere lernten ihn erst durch die Proben kennen, die seit Januar laufen.

Ein Martin Luther war mit dem Viertklässler Fabian Böttcher, der an der Grundschule Nordstadt lernt, schnell gefunden. Er hatte schon im Spatzenchor, den Elisabeth Engwicht ebenso leitet wie den Kirchenchor der Erwachsenen, gesungen und lernte bereitwillig seine Solo-Parts auswendig.

Jaeda Heinritze und Josefine Bierholdt spielen ein katholisches und ein evangelisches Mädchen, deren Gespräch über Luther sich wie ein roter Faden durch das Stück zieht - es geht unter anderem um den Anschlag seiner Thesen oder um sein Wirken auf der Wartburg.

Einmal pro Woche wurde seitdem an der evangelischen Grundschule geprobt, zudem gab es zwei ganze Probentage im April und Mai. Am Sonntag zum Kirchenfest soll das etwa eine dreiviertel Stunde lange Stück nun um 14 Uhr Premiere haben auf der Bühne am Marktplatz. Elisabeth Engwicht wird ihre Schützlinge am Klavier begleiten, ihre eigenen Kinder Emilia (14) und Jonas (12) spielen Cello und Cajon.

Es ist damit einer der Höhepunkte des 2. Forster Kirchenfestes - das erste hatte 2014 stattgefunden. Wieder ist ein buntes Treiben von 10 bis 17.30 Uhr rund um die Stadtkirche St. Nikolai angekündigt: mit Bühnenprogramm, Straßentheater und vielem mehr. Die evangelische Integrationskita "Talitha Kumi" werde eine mongolische Jurte als Erzähljurte auf der Wiese bauen, auch die evangelische Grundschule Eulo und weitere Partner seien dabei, so Pfarrer Christoph Lange.

Das diesjährige Forster Motto "Augen auf!" lehnt sich laut Lange an das Motto des gerade beendeten Kirchentages "Du siehst mich" an. "Auch Luther hat vor 500 Jahren die Augen aufgemacht und gesehen, dass einiges schief läuft - und auch wir sollten nicht wegschauen, sollten die schönen Dinge erkennen, aber auch, was im Argen liegt, wie die vielen Kriege derzeit", so Christoph Lange.

Das Musical "Wenn einer fragt - Martin Luther" ist ein weiteres Mal am Samstag, 1. Juli, um 15 Uhr in der Kulturkirche Sacro zu sehen.

Zum Thema:
Beginn am Sonntag, 11. Juni, um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst mit einem Projektchor (Noßdorfer Kirchenchor, Gospelchor, Mulknitz-Euloer Kirchenchor und Kirchenchor der Stadtgemeinde), 14 Uhr Musical "Wenn einer fragt - Martin Luther" der "Chorwürmer", 16 Uhr Luther- Programm mit Liedern und Texten "Frauen soll man loben…" - es singen und spielen Anne Schierack und Frank Fröhlich an der Konzertgitarre.In der Kirche ist die Ausstellung zum Verhältnis Luthers zum Judentum zu sehen.