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| 19:06 Uhr

Bürgermeisterwahl Forst
Ab sofort sind Bewerber Bürgermeisterkandidaten

Forst. Es gibt kaum etwas Drögeres als einen Wahlausschuss. Und trotzdem ist er so etwas wie die Eintrittskarte zum Wahlkampf. Von Jürgen Scholz

Die Spannung eines Wahlausschusses vor der Wahl hat etwas von dem Verlesen der Pegelstände bei Normalwasser. Eine Stunde lang redet nur eine Person (in diesem Fall Wahlleiterin Angelika Hoffmann), und sechs Ausschussmitglieder sowie rund zwei Dutzend Gäste hören zu. Es werden Unterlagen gesichtet, es wird zu Protokoll gegeben. Diese eine Stunde ist die Eintrittskarte zur Demokratie. Hier werden aus Bewerbern Kandidaten. Und danach ist klar, zwischen wem die Forster am 22. April tatsächlich die Wahl haben. Ab jetzt müssen die  fünf Kandidaten um jede Stimme kämpfen. Denn keiner kann sicher sein, in die Stichwahl zu kommen.

Dass es  eine Stichwahl geben wird, daran scheint kaum jemand zu zweifeln. Denn den einen, den alle anderen ausstechenden Kandidaten, den gibt es in dieser Wahl nicht. Auch nicht die zwei, wie es noch vielleicht noch vor zwei Jahrzehnten der Fall war, als zwei große Parteien zwei Kandidaten ins Rennen schickten, die fast schon automatisch den Weg in die Stichwahl fanden. Diese Wahl ist anders. Kommunalpolitik ist keine Sache des Parteibuches mehr. Nur zwei Kandidaten treten mit einer Partei im Rücken an: Helge Beyer als Kandidat der CDU und Ingo Paeschke als der der Linken. Drei weitere ohne Partei im Rücken haben es immerhin geschafft, 56 oder mehr Wahlberechtigte aus Forst dazu zu bewegen, ins Rathaus zu gehen und dort eine Unterschrift für ihre Kandidatur abzugeben: Thomas Engwicht, Aimo Bartel und Simone Taubenek.

Als Favorit dürfen sich wahrscheinlich erst die zwei fühlen, die nach dem 22. April als Kandidaten für die Stichwahl feststehen. Ein Gewinner mit  50 Prozent plus einer Stimme Mehrheit schon an diesem Tag, das wäre wohl mehr als eine Überraschung. Anders als in Sachsen, wo es einen zweiten Wahlgang gibt, der für alle offen ist, kommen in Brandenburg nur die zwei Kandidaten mit den besten Ergebnissen weiter. Alle anderen waren Mitspieler – aber das im besten Sinne des Wortes.

Das nächste Mal, wenn sich die Mitglieder des Wahlausschusses treffen, wird das klar sein – am 24. April um 10 Uhr. Ausnahmsweise vormittags. Das aber ganz bewusst, wie Wahlleiterin Angela Hoffmann am Dienstagabend hervorhob. Da der Landkreis die Stichwahl für die Bürgermeisterwahl in Forst schon zwei Wochen später angesetzt hat (mit der Landratswahl), müsse man früh tagen, um möglichst noch am selben Tag den Druck der Wahlzettel für die Stichwahl in Auftrag geben zu können.

Bis zum 16. März wird das Wählerverzeichnis geschlossen, bis Ende März werden die Wahlbenachrichtigungen verschickt. Voraussichtlich ab 3. April besteht die Möglichkeit der Briefwahl im Bürgeramt. Und am 22. April wird die große Masse der Forster wohl den Weg zum Wahllokal einschlagen.