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| 18:42 Uhr

Forst
Von null auf Bürgermeisterin

Brodys Bürgermeister Ryszard Kowalczuk (r.) gratuliert der neuen Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek an ihrem ersten Arbeitstag.
Brodys Bürgermeister Ryszard Kowalczuk (r.) gratuliert der neuen Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek an ihrem ersten Arbeitstag. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Simone Taubenek tritt ihr Amt an. Den ersten öffentlichen Auftritt hat sie am Pfingstsonntag. Von Katrin Kunipatz

Um 8 Uhr begann für Simone Taubenek ihr erster Arbeitstag als Bürgermeisterin. Der Technikverantwortliche habe sie am Computer unter anderem in das E-Mail- und Kalenderprogramm eingewiesen. Bei der Polizei habe sie zuvor mit einer anderer Software gearbeitet, so Taubenek. Außerdem erhielt die Bürgermeisterin ihren persönlichen Transponder. Dieser elektronische Schlüssel öffnet Türen im Rathaus und schaltet beispielsweise Drucker frei. Außerdem lagen bereits die ersten Urkunden, Glückwunschkarten und Einladungen zum Unterschreiben auf ihrem Schreibtisch.

Die formelle Amtseinführung übernahm am Nachmittag der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung (SVV) Dietmar Tischer. Simone Taubenek nahm die Urkunde entgegen und sagte: „Ich hoffe, dass wir gemeinsam bis zur Kommunalwahl noch einiges auf die Beine stellen können.“ Konkrete Termine für ein erstes Zusammentreffen der Fraktionen oder des SVV-Vorsitzenden gebe es noch nicht, so Tischer. Vermutlich Anfang Juni werde es die ersten Gespräche geben, wenn die Tagesordnung für die nächste SVV vorbereitet wird. „Ich wünsche mir, dass sich die Bürgermeisterin schnell in ihr neues Amt einfindet“, sagte der SVV-Vorsitzende. Vor allem müsse sie einen guten Draht zu den Mitarbeitern der Verwaltung finden, denn der Hauptteil ihrer Arbeit werde es sein, die Verwaltung zu führen.

Dessen ist sich auch Bürgermeisterin Simone Taubenek bewusst. Sie wolle in den nächsten Tagen die Leute in der Verwaltung einzeln begrüßen. Eine Prioritätenliste soll in Zusammenarbeit mit den Verwaltungsvorständen und den Fraktionsvorsitzenden entstehen, schließlich müssten viele Dinge in der SVV entschieden werden. Ebenfalls wolle Taubenek Kontakt zu Landtags- und Bundestagsabgeordneten aufnehmen, die ihr zur Wahl gratuliert haben. „Ich möchte alle Möglichkeiten und Programme ausloten, durch die Forst Geld bekommen kann“, so die Bürgermeisterin.

In gewisser Weise erleichtert zeigte sich Verwaltungsvorstand Jens Handreck am Donnerstag. Er hatte – zum Teil vertreten von Heike Korittke und Sven Zuber – in den zurückliegenden Monaten die Aufgaben des Bürgermeisters stellvertretend übernommen. Gemeinsam begrüßten die Verwaltungsvorstände ihre neue Chefin mit einer Rosenpflanze. Ebenfalls mit Blumen und einer kleinen Aufmerksamkeit war Ryszard Kowalczuk erschienen. Der Bürgermeister der Forster Partnerstadt Brody wechselte schon vor dem offiziellen Teil einige Worte mit Simone Taubenek. „Er kann sehr gut Deutsch“, so die Bürgermeisterin. Sie selbst spreche außer „dzien dobry“ kein Wort Polnisch, gab sie zu.

Daran dürfte sich in der nächsten Zeit kaum etwas ändern. „Ich starte als Bürgermeisterin von Null auf Hundert“, sagte Simone Taubenek. Nur einen freien Tag hat sie am Mittwoch eingeschoben. Dies sei ihr wichtig gewesen. „Nach 23 Jahre bei der Polizei endet ein sehr langer Abschnitt“, erklärte sie. Im Rathaus werde sie keine Einarbeitung erhalten können, weil es keinen Amtsvorgänger im eigentlichen Sinn gibt. Stattdessen hoffe sie auf Unterstützung durch ihre Sekretärin und die Verwaltungsvorstände, um die Strukturen schnell kennenzulernen.

Gut gefüllt ist bereits der Terminkalender. 78 offizielle Termine seien es bis zum Jahresende. Und ihren ersten öffentlichen Auftritt als Bürgermeisterin hat Simone Taubenek am Pfingstsonntag beim Steherrennen im Radstadion.