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Bürgermeister-Abwahl ist teuer

Hat Forst als östlichste der Kreisstadt-Kandidaten eine Chance? Bürgermeister Wesemann will es versuchen.
Hat Forst als östlichste der Kreisstadt-Kandidaten eine Chance? Bürgermeister Wesemann will es versuchen. FOTO: Steffi Ludwig
Forst/Cottbus. Die Abwahl ihres seit Moanten krankten Bürgermeisters Philipp Wesemann (SPD) kann der Kreisstadt Forst teuer zu stehen kommen. Immerhin stünde dem abgewählten Amtsinhaber ein Übergangsgeld von 75 Prozent seiner derzeitigen Bezüge zu, bestätigt der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, Karl-Ludwig Böttcher, der RUNDSCHAU. Christian Taubert und Katrin Kunipatz

"Eine Abwahl ist immer die kostspieligste Variante für eine Kommune", betont Böttcher.

Im Falle des seit vergangenem November erkrankten Wesemann dürften das gut 60 000 Euro im Jahr und 300 000 bis zum Ablauf seiner Amtszeit im März 2022 sein. Böttcher fügt hinzu, dass eine Abwahl - ohne Schuld auf sich geladen zu haben - "für die Reputation der Stadt, der Person und auch der Vertretungskörperschaft kein günstiges Zeichen darstellt".

Die Forster Bürger sollen nach dem Willen der Linksfraktion der Stadtverordnetenversammlung ihren Bürgermeister abwählen, "weil die Interessen der Stadt gegenüber dem Land und dem Kreis nur mangelhaft wahrgenommen werden". Stellvertreter Jens Handreck (CDU) sei nicht dauerhaft in der Lage, die Aufgaben des Bürgermeisters vollständig zu erfüllen.

"Das ist ein unanständiger Antrag der Linksfraktion, deren Partei sich auf die Fahnen geschrieben hat, sozial und gerecht zu sein", reagiert SPD-Kreischef Ulrich Freese erschrocken und verärgert. "Dabei läuft der Genesungsprozess."

Philipp Wesemann war im März 2015 als 25-Jähriger von den Forstern mit 60,6 Prozent der Stimmen klar und zum jüngsten Bürgermeister einer Kreisstadt in Deutschland gewählt worden.