ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 11:26 Uhr

Bürgermeisterwahl
Bürgermeisterkandidaten zum Rosengarten, Sparen in der Stadt, Sicherheit und Stadtbrücke

Forst. Eine neue Stadtbrücke für Forst wollen nicht alle Bürgermeisterkandidaten. Auch bei den Themen Sicherheit, Wirtschaftsbelebung und Einsparmöglichkeiten gehen die Ideen auseinander. Von Katrin Kunipatz

Einbrüche und Diebstähle haben das Sicherheitsgefühl stark beeinflusst. Welche Handlungsmöglichkeiten sehen Sie für die Stadtverwaltung? Für was plädieren Sie?

Thomas Engwicht, parteiloser Bürgermeisterkandidat
Thomas Engwicht, parteiloser Bürgermeisterkandidat FOTO: Steffi Ludwig / LR

Thomas Engwicht: Die Sicherheit ist nicht nur für Forster Bürger ein Grundbedürfnis! Eine Stadt, in der sich Menschen unsicher sind, abends auf die Straßen zu gehen oder ständig Angst um ihr Hab und Gut haben müssen, wird keine gute Entwicklung nehmen können. Ich habe auf meiner Homepage einige Ideen für mehr Sicherheit vorgestellt. Teilweise arbeite ich schon jetzt an der Umsetzung. Als Bürgermeister werde ich mich in der Pflicht sehen, Forst in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen sicherer zu machen.

Wirtschaft & Tourismus

Wie sollte die Wirtschaftspolitik der Stadt ausgerichtet sein?

Thomas Engwicht: Die Wirtschaftspolitik muss ganzheitlich ausgerichtet sein. Mit unseren bestehenden Unternehmen werde ich weiter in engem Kontakt bleiben. Wir benötigen aber endlich auch Neuansiedlungen von Unternehmen in Forst. Mir schwebt ein aktiver Außendienst für die Wirtschaftsförderung vor, um die Vorteile unseres Standortes aktiv zu bewerben. Den großen Strukturwandel in der Lausitz werde ich mit den überregionalen Partnern und konkreten Taten angehen. Dieses wichtige Projekt kann nur gemeinsam zum Erfolg geführt werden.

Braucht Forst eine „Stadtbrücke“?

Thomas Engwicht: Diese Frage möchte ich gern durch eine Bürgerbefragung beantwortet haben. Ich sehe sehr positive Impulse einer Stadtbrücke, eventuell in Verlängerung der Straße Am Haag. Auch wenn diese momentan in ein unbebautes Gebiet führt, würde sich in kürzester Zeit eine Entwicklung ergeben, die wir mit unseren Freunden auf der polnischen Seite zum gemeinsamen Vorteil beeinflussen können. Die Sicherheitsbedenken möchte ich nicht von der Hand weisen. Wir sollten uns aber nicht von der Angst den Blick in die Zukunft verbauen lassen.

Wie kann Forst den Rosengarten touristisch besser vermarkten?

Thomas Engwicht: Unser einmaliger Rosengarten benötigt weitere kulturelle Höhepunkte. Die Rosengartensonntage sind ein guter Anfang. Mir schweben aber auch Veranstaltungen mit größerer Ausstrahlung wie Konzerte oder besondere Märkte vor. Außerdem wäre es an der Zeit, die Deutsche Rosenschau 2023 in Forst vorzubereiten. Eine ganz neue Idee von mir ist die Vision einer gemeinsamen Landesgartenschaubewerbung mit Spremberg unter dem Motto „Die Rosen und die Perle der Lausitz“. Dadurch könnten hohe Besucherzahlen erzielt und konstant gehalten werden.

Geld & Finanzen

Forst muss seit Jahrzehnten einen Sparkurs fahren. Wo sehen Sie Handlungsspielräume?

Thomas Engwicht: Der Kämmerer unserer Stadt hat in den langen Jahren seiner Verantwortung eine sehr gute Arbeit geleistet. Die Haushaltslage wurde immerhin so weit verbessert, dass eine kurzfristige Zusage zusätzlicher Mittel für die Investitionen in den Grundschulen getroffen werden konnte. Diese gute Entscheidung sehe ich als richtige Ausnahme an und werde auch weiterhin auf eine strenge Ausgabenkontrolle achten. Ich möchte den großen Forster Schuldenberg verkleinern ohne weitere Erhöhungen von Steuern und Gebühren.

Wo müssten Schwerpunkte gesetzt werden?

Thomas Engwicht: Schwerpunkte werden die bereits vorbereiteten Investitionen der nächsten Jahre sein. Ein großes Thema mit relativ hohem Risiko ist die Sanierung der Schwimmhalle. Weiterhin stehen unter anderem die Grundschule Keune, das neue Schülerfreizeitzentrum aber auch das Textilmuseum und die laufenden Sanierungen der schlechten Forster Straßen auf dem Programm. Einsparpotenzial sehe ich bei vereinfachten Arbeitsabläufen und bei der weiteren Einführung moderner Technik in verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung.

Einbrüche und Diebstähle haben das Sicherheitsgefühl stark beeinflusst. Welche Handlungsmöglichkeiten sehen Sie für die Stadtverwaltung? Für was plädieren Sie?

Ingo Paeschke, Bürgermeisterkandidat der Linken
Ingo Paeschke, Bürgermeisterkandidat der Linken FOTO: Katrin Kunipatz / LR

Ingo Paeschke: Die Zusammenarbeit mit der Landes- und Bundespolizei muss intensiv fortgesetzt werden. Das Ordnungsamt muss auf der Straße Ansprechpartner für die Bürger sein. Das bedeutet, dort wo die Polizei durch Personalmangel zu Fuß nicht präsent ist, müssen wir unser Ordnungsamt sichtbar machen. Damit kann das Sicherheitsgefühl in der Stadt gestärkt werden. Priorität der Arbeit des Ordnungsamtes ist die öffentliche Ordnung und Sicherheit und nicht die Verteilung von Parkknöllchen.

Wirtschaft & Tourismus

Wie sollte die Wirtschaftspolitik der Stadt ausgerichtet sein?

Ingo Paeschke: Der Bürgermeister ist der erste Wirtschaftsförderer der Stadt. Wir müssen die lokale Wirtschaft unterstützen und auch jungen Unternehmen den Zugang zu öffentlichen Aufträgen ermöglichen. Die geht durch entsprechende Fachinformationen und Weiterbildungsangebote. Im Rahmen einer Kleinstadt sollten wir über die Möglichkeit nachdenken, jungen Talenten Risikokapital zur Verfügung zu stellen. Dabei sind zuvor die rechtlichen Rahmenbedingungen zu klären.

Braucht Forst eine „Stadtbrücke“?

Ingo Paeschke: Eine weitere Brücke macht nur dann Sinn, wenn sie in Forst und auf der polnischen Seite gewünscht wird. Sie muss den Tourismus unterstützen und kann alte Wegebeziehungen wiederherstellen. Die Errichtung einer Brücke für Pkw erfordert jedoch zuerst eine verkehrstechnische Anbindung, die Belastungen für Anwohner gering hält. Dazu ist eine umfangreiche Bürgerbeteiligung erforderlich.

Wie kann Forst den Rosengarten touristisch besser vermarkten?

Ingo Paeschke: Es geht um nachhaltige Kulturangebote, die in den Sommermonaten zu mehr Besuchern auf der Wehrinsel und im Rosengarten führen. Eine Möglichkeit wäre, die Nutzung der historischen Figur des Grafen Brühl als Bindeglied zwischen Sachen, Preußen und Polen im Sinne des früheren DEFA-Film „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“.

Geld & Finanzen

Forst muss seit Jahrzehnten einen Sparkurs fahren. Wo sehen Sie Handlungsspielräume?

Ingo Paeschke: Unser Schuldenberg von rund 40 Millionen Euro kann aus kommunalen Mitteln nicht beseitigt werden, deshalb sind die vorhandenen finanziellen Mittel aus Steuereinnahmen und Landeszuweisungen so einzusetzen, dass sie den größtmöglichen Effekt erreichen. Aus diesem Grund sollen zum Beispiel die Mittel für Sport, Freizeit und Jugend im Stadion und dessen Umfeld eingesetzt werden.

Wo müssten Schwerpunkte gesetzt werden?

Ingo Paeschke: Schwimmhalle, Stadion und Innenstadtentwicklung

Einbrüche und Diebstähle haben das Sicherheitsgefühl stark beeinflusst. Welche Handlungsmöglichkeiten sehen Sie für die Stadtverwaltung? Für was plädieren Sie?

Simone Taubenek, parteilose Bürgermeisterkandidatin
Simone Taubenek, parteilose Bürgermeisterkandidatin FOTO: Katrin Kunipatz / LR

Simone Taubenek: Sicherheit und Ordnung sind Grundbedürfnisse. Daher ist es zwingend geboten, alles zu tun, damit sich das subjektive Sicherheitsgefühl verbessert. Die intensivere Arbeit des Präventionsrates unter Beteiligung der Bürger, der Polizei, der Sucht- und Drogenprävention, u.v.a. hat für mich oberste Priorität. Individuelle technische Prävention vor Ort, kostenlose Fahrradcodierungen sind weitere Möglichkeiten. Ein Hauptaugenmerk würde ich auch auf Sicherheitspartnerschaften mit der Polizei legen.

Wirtschaft & Tourismus

Wie sollte die Wirtschaftspolitik der Stadt ausgerichtet sein?

Simone Taubenek: Die Wirtschaftspolitik muss mehrgleisig ausgerichtet sein. Zum einen geht es um die Bestandspflege der vor Ort tätigen Unternehmen und um das Setzen von Rahmenbedingungen zur Fortsetzung der Wirtschaftsbetriebe. Der „Tag des offenen Unternehmens“ ist ein Weg, um junge Menschen oder Rückkehrer für das Tätigwerden vor Ort zu interessieren. Zum anderen muss versucht werden, Neuansiedlungen von Wirtschaft zu akquirieren. Zudem muss sich die Stadt in den Prozess des Strukturwandels aktiv einbringen.

Braucht Forst eine „Stadtbrücke“?

Simone Taubenek: Eine „Stadtbrücke“ steht derzeit nicht auf meiner Agenda. Da sind zu viele Fragen offen: Will die Mehrheit der Forster diese Brücke? Was kostet das? Wie denken die Polen darüber? Würden die Landes- und die Bundesregierung ein solches Vorhaben unterstützen? Für mich bedeutet eine Stadtbrücke immer die Verbindung von etwas. Das Verbindende auf der polnischen Seite ist nicht da, vielleicht noch nicht. Ungeachtet einer „Stadtbrücke“ sollten gute Beziehungen zum Nachbarland selbstverständlich sein.

Wie kann Forst den Rosengarten touristisch besser vermarkten?

Simone Taubenek: Der Ostdeutsche Rosengarten ist im Vergleich zu anderen etwas Besonderes. Trotzdem kann der Rosengarten überregional besser „verkauft“ werden. Vorstellbar sind größere Veranstaltungen (Theater, Konzerte) im Rosengarten, unabhängig von den Festtagen. Umfangreicher kann ich mir auch das Angebot an „Mitbringsel“ aus dem Rosengarten vorstellen, die die Gäste nicht nur im Rosengarten selbst, sondern auch an anderen Stellen in der Stadt erwerben können. Eine CD mit Liedern über Rosen wäre toll.

Geld & Finanzen

Forst muss seit Jahrzehnten einen Sparkurs fahren. Wo sehen Sie Handlungsspielräume?

Simone Taubenek: Einer nackten Frau kann man nicht in die Taschen fassen. Der Sparkurs muss auch im Interesse der nachfolgenden Generationen fortgesetzt werden. Hier kann nur ein Maßnahmenpaket Besserung bringen, dessen Inhalt unter anderem folgende Punkte sein müssen: Projekte des Strukturwandels, Steigerung der Marke „Forst (Lausitz)“ in Bezug auf Tourismus und Attraktivität des Lebens, Stärkung der Wirtschaft vor Ort und Neuansiedlung, damit einhergehend Zuzug, schnelle Verbindung von und nach Berlin und so weiter.

Wo müssten Schwerpunkte gesetzt werden?

Simone Taubenek: Schwerpunkte müssten auf die Veränderung der demografischen Entwicklung und die Steigerung des Wirtschaftsstandortes gelegt werden. Erhöht sich die Bevölkerungsanzahl, gibt es mehr Geld über die Schlüsselzuweisungen. Siedeln sich neue Unternehmen an, steigt das Steuereinkommen. Eine dauerhafte Reduzierung der Kreisumlage kann dem Haushalt auch helfen. Ansonsten müssen alle Möglichkeiten ergriffen werden, zum Beispiel über Fördermittel, Projekte durchzuführen und den Haushalt zu entlasten.

Einbrüche und Diebstähle haben das Sicherheitsgefühl stark beeinflusst.Welche Handlungsmöglichkeiten sehen Sie für die Stadtverwaltung? Für was plädieren Sie?

Aimo Bartel, parteiloser Bürgermeisterkandidat
Aimo Bartel, parteiloser Bürgermeisterkandidat FOTO: Katrin Kunipatz / LR

Aimo Bartel: Weisungen der Landesregierung, Personalabbau, Strukturänderungen und Perspektivlosigkeit und die gesellschaftliche Entwicklung sind das Problem. Das hochgespielte Sicherheit- und Unsicherheitsgefühl trügt mitunter. Schnellschüsse und Panikmache helfen nicht, denn die Probleme sind Betroffenen und Verantwortlichen bekannt und kommuniziert. Ein Bürgermeister und die städtischen Mitstreiter haben kaum Spielraum. Hier muss massiver Druck für schnelle und stabile Lösungen auf zuständige Institutionen gemacht werden.

Wirtschaft & Tourismus

Wie sollte die Wirtschaftspolitik der Stadt ausgerichtet sein?

Aimo Bartel: Die bisherige Wirtschaftsförderung ist für mich momentan nicht klar erkennbar. Äußerungen der „Wirtschaftsförderer“ in der Stadtverordnetenversammlung waren bisher nicht hilfreich beim Erkennen von klaren Konzepten und belastbaren Zielvorstellungen. Zur Beantwortung der Frage müsste ich tiefer in die Materie Einblicken. Für mich gehört auch das länderübergreifende Denken mit Weitsicht dazu. Der Blick länderübergreifender Kooperationen mit Polen muss hier geschärft werden.

Braucht Forst eine „Stadtbrücke“?

Aimo Bartel: Aus meiner Sicht wünschenswert und europäisch gedacht ja. Die Lange Brücke als Mahnmal der Geschichte, beim Seufzer Steg eine Wiederbelebung als Fußgängerbrücke. Hier ist aber die polnische Kooperativität und Unterstützung unverzichtbar. Der Steg zur Geschichte und zum Bild von Forst bietet eine weitere touristische Erschließung. Mit einer mittelfristigen Planung sollte eine entsprechende Sicherung und Pflege beidseitig in Angriff genommen werden.

Wie kann Forst den Rosengarten touristisch besser vermarkten?

Aimo Bartel: Vor einigen Jahren wurde im Rahmen einer Stadtverordnetenversammlung eine Studie vorgestellt, aus der hervorging, dass die touristische Attraktivität der Stadt Forst (trotz Rosengarten und Rennbahn) sehr überschaubar und nur bedingt ausbaufähig ist. Diesen Fakten darf man sich nicht verschließen. Forst muss versuchen, als kostengünstiger Ausgangspunkt und Standort für Radtouristen und Ausflüge in die nähere Umgebung (bis hin zum Spreewald) zu punkten und wesentlich mehr von sich einbeziehen.

Geld & Finanzen

Forst muss seit Jahrzehnten einen Sparkurs fahren. Wo sehen Sie Handlungsspielräume?

Aimo Bartel: Hier fehlt mir das notwendige Hintergrundwissen, um verlässliche Aussagen zu machen. Aber wenn es nicht Schnellsten gelingt, Zuzug für Forst – möglichst gewerblich in Kombination mit Bevölkerung – sehe ich recht wenige Spielräume. Es muss alles auf den Prüfstand, um zu sehen, wo es sinnvolle Potenziale der Einsparung gibt, die nicht zulasten der Bürgerschaft gehen. Nutzung aller möglichen Fördertöpfe und Netzwerke, auch ist für manches Projekt ein Crowdfunding denkbar.

Wo müssten Schwerpunkte gesetzt werden?

Aimo Bartel: Öffentlichkeitsarbeit, Glaubwürdigkeit, wirtschaftlicher Aufschwung, Tourismus und Geschichte, Konzept Zentrumsentwicklung, Senioren und Altenpolitik hinsichtlich des demografischen Wandels, Sicherheit, beim Begriff Gemeinschaft

Einbrüche und Diebstähle haben das Sicherheitsgefühl stark beeinflusst. Welche Handlungsmöglichkeiten sehen Sie für die Stadtverwaltung? Für was plädieren Sie?

Helge Bayer, Bürgermeisterkandidat der CDU
Helge Bayer, Bürgermeisterkandidat der CDU FOTO: Katrin Kunipatz / LR

Helge Bayer: Ich wünsche mir einen Bürgermeister, der in die Cottbuser Polizeidirektion fährt und auf den Tisch haut und keinen der sagt: „Na, was gibt es Neues Kollegen?“! Verwaltungsintern, so die Frage, sollte geschaut werden, ob wir mehr Ordnungspersonal aktivieren können. Da dies aber auch eine Haushaltsfrage ist, muss man hier sehr genau rechnen. Es sollte schnell sichergestellt werden, dass auch die Bundespolizei an unserem Standort festhält. Stadtattraktivität ist auch hier wichtig.

Wirtschaft & Tourismus

Wie sollte die Wirtschaftspolitik der Stadt ausgerichtet sein?

Helge Bayer: Wir haben sehr gute und innovative Unternehmen in Forst. Damit sie ihre Ziele so unkompliziert wie möglich erreichen können, sollte sich die Verwaltung immer als Dienstleister und nicht als Hemmschuh erweisen. Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Vernetzung der Unternehmen, Unternehmensansiedlungen und Angebote wie CIT sind hier extrem wichtig. Durch eine Grundausrichtung der Stadt, etwa „Tor zum Osten“, kann die Attraktivität erweitert werden. Schließungen wegen Alter müssen vermieden werden.

Braucht Forst eine „Stadtbrücke“?

Helge Bayer: Keine neue Frage. Sie ist als Option im Stadtentwicklungskonzept 2017 fest verankert. Mir ist eine gemeinsame Antwort aller wichtig, da erst dann eine nachhaltige Innenstadtplanung möglich ist. Persönlich sehe ich erhebliches Potenzial, da ich glaube, dass die polnische Seite auf unsere Entscheidung schon längst wartet. Förderprogramme wie Interreg, die auf eine Stärkung des Grenzbereichs abzielen, wären nutzbar. Sie strahlen auch auf den Rosengarten aus. Ich sehe aber auch viele Ängste.

Wie kann Forst den Rosengarten touristisch besser vermarkten?

Helge Bayer: Der Europäische Parkverbund Lausitz ist der richtige Ansatz. Gemeinsam mit dem Brühlschen Schloss in Brody, der Brühl-Gruft aber auch unserem schönen Tuchmachermuseum kann sich unsere Stadt mehr hervorheben. Für Fahrradtouristen sowieso. Sommerkulturszene etwa mit dem Kindertheater Piccolo aus Cottbus, Festivals, Theater, Freilichtkino viele Ideen sind interessant. Ich denke da stark an Spremberg, in der mit geringen Mitteln eine gute Kulturszene entstanden ist. Die Internetseite der Stadt!

Geld & Finanzen

Forst muss seit Jahrzehnten einen Sparkurs fahren. Wo sehen Sie Handlungsspielräume?

Helge Bayer: Hauptsächlich im Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen. Die Bereitschaft von Bund und Land Fördermittel auszuschütten, sinkt in Kürze dramatisch. Ich werde sicherstellen, dass wir förderfähige Projekte daher noch rechtzeitig angehen, zum Beispiel Kita-Ausbaue, Schul- und Sportstättenmodernisierungen auf den Weg bringen. Mittel freisetzen, etwas durch Verschlankung der Verwaltung. Die Kreisumlage, die unsere Stadt jährlich abführt, muss einer inhaltlichen Prüfung unterzogen werden. Ziel: wohnwertere Stadt.

Wo müssten Schwerpunkte gesetzt werden?

Helge Bayer: Definitiv bei der Ausschöpfung möglicher Förderkulissen und beim Schuldenabbau. Die Zinslast muss sinken, das sind wir unseren Kindern schuldig! Einsparpotenziale in der Verwaltung müssen aufgedeckt und genutzt werden, Verwaltungsabläufe modernisiert und vereinfacht werden. Durch Stärkung unseres Arbeits- und Wirtschaftsstandortes werden sich die Einnahmenseite sowie die Attraktivität und der Wohnwert steigern. Ich sehe auch Kooperationen und Arbeitsteilungen mit anderen Städten, neue Wege also.

Die ausführlichen Antworten auf weitere Fragen zu den Themen Stadtentwicklung, Bürgerbeteiligung sowie ihre persönliche Motivation lesen Sie in weiteren Beiträgen ebenfalls unter www.lr-online.de.