Hier befand sich bis 1945 das bekannte Möbelhaus von Otto Franke, Leipziger Straße 27-33, Raumgestalter und ständige Möbelausstellung. Angegliedert an das Fachgeschäft war der ebenfalls Otto Franke gehörende Tischlereibetrieb in der Leipziger Straße 27. Dieses Möbelhaus wurde bereits 1883 gegründet und zählte damit vor Kriegsende zu den ältesten Einrichtungen dieser Art in der Stadt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam der Besitzer des Möbelhauses nicht mehr zurück und eine andere Forster Möbelhandlung nutzte dann bis in die 50er-Jahre die Ladenräume für Möbelausstellungen und als Lagerräume. Später zog die GST (Gesellschaft für Sport und Technik) ein und unterhielt hier eine Zeit lang einen Schießstand, denn auch von der Bahnhofstraßenseite war eine Eingangstür vorhanden. Danach standen bis zum Gebäudeabriss diese Räume leer. Auf dem Foto sichtbar das in sechs Teilen gestückelte ehemalige große Schaufenster und auch das kleine nebenan, da noch viele Jahre nach Kriegsende keine derartigen großen Schaufensterscheiben wieder produziert wurden.
Gut sichtbar das Werbewandbild an der Hausfassade zwischen dem ersten und dem zweiten Stockwerk, darstellend einen arbeitenden Tischler an der Hobelbank.
Zum Geschäft gehörten nicht nur die auf dem Foto zu sehenden Schaufenster, man konnte an der Hausseite in der Bahnhofstraße durch etwas größere Fenster einen Blick auf die ausgestellten Möbel in den etwas tiefer gelegenen Räumen werfen. In den mehrstöckigen Gebäuden im linken Bildrand befand sich zu DDR-Zeiten eine Konsum- Lebensmittelverkaufsstelle. Auf dem Foto ist auch auf der linken Seite vor der Litfaßsäule noch eine damals übliche, aus der Vorkriegszeit stammende Feuermeldesäule zu sehen, die aber alle später im Stadtgebiet modernen Anlagen weichen mussten. Diese Gebäudeansicht auf der Spitze Bahnhofstraße / Leipziger Straße bestand fast bis zum Ende der DDR. In der zweiten Hälfte der 80er-Jahre wurde das Möbelhaus abgerissen, und anschließend folgte Anfang der 90er-Jahre der Abriss der fünf anschließenden Wohnhäuser in der Bahnhofstraße. Heute stehen dort die beiden neuen mehr-stöckigen Wohngebäude Bahnhofstraße 37 und 39, und gleichzeitig erfolgte der Abriss der angrenzenden Wohnhäuser, die zum Teil ausgebrannnt waren, in der Leipziger Straße (nicht mehr im Foto sichtbar). Auf der nun freien Fläche auf der Spitze wurde ein provisorischer, mit Kleinsplitt befestigter kleiner Parkplatz eingerichtet. In der zweiten Hälfte der 90er-Jahre begann der Investor und heutige Besitzer, die Unternehmensgruppe Padovicz vom Kurfürstendamm in Berlin, mit der Errichtung eines Gebäudekomplexes mit Geschäfts- und Wohnhäusern auf der Freifläche an der Bahnhof- / Leipziger Straße. Jedoch kam es zu längeren Verzögerungen bei der Fertigstellung der Bauten.
Zuerst fertig wurden die beiden neuen Wohnhäuser in der Bahnhofstraße 37 und 39, die bereits im Januar 1999 fertig gestellt waren. Im Dezember 2002 zogen in das Eckgebäude auf der Spitze mit mehreren Schaufenstern, heute zur Bahnhofstraße 35 gehörend, links die Firma SER für Steuerungsbau, Solartechnik, Elektrotechnik und Regeltechnik und auf der rechten Seite zugehörig zur Leipziger Straße 31 das Büro der Stadtsanierung-Baugrund sowie in die Ladenräume mit drei Schaufenstern auf der Seite der Bahnhofstraße eine neue Fachhandelseinrichtung für Heimtierbedarf „Alles fürs Tier“ ein. Im Frühjahr 2003 erfolgte die Bezugsfertigstellung der letzten Wohneinheiten, die auch gleich bezogen wurden.