"Der Döberner Mosaik-Grundschule sieht man ihre Jahre schon wirklich an", sagt Günter Baaske bei seiner Stippvisite. Nach einem Rundgang durch das im Jahr 1974 gebaute Schulgebäude ging es in den Speiseraum, wo sich der Bildungsminister mit Amtsdirektor Günter Quander, Döberns Bürgermeister Jörg Rakete, Landrat Harald Altekrüger sowie der stellvertretenden Schulleiterin der Grundschule, Ines Kammel-Liersch, an einen Tisch setzte, um mögliche Wege zur Erneuerung der Schule zu diskutieren.

Bisher wurde im Amtsausschuss die Erneuerung der Grundschule befürwortet, jedoch offengelassen, ob es ein Neubau oder eine Sanierung werden soll. Baaske machte klar, dass ein Schulneubau vom Land nicht gefördert wird, Sanierungen an Schulgebäuden aber meist zu 60 Prozent vom Land übernommen werden. Das Amt müsste einen Eigenanteil von 40 Prozent bewerkstelligen.

Gerade die Mosaik-Grundschule, die den Schwerpunkt Inklusion mit umsetzt, könnte aus dem Fördertopf der Landesregierung profitieren, der mit 56 Millionen Euro für den behindertengerechten Umbau von Schulgebäuden angedacht ist.

Günter Baaske brachte aber noch einen weiteren Gedanken in die Diskussion ein: Warum nicht aus der Mosaik-Grundschule und der Oberschule in Döbern ein Schulzentrum bilden? Für die Gründung von Schulzentren stellt die Landesregierung zusätzlich 24 Millionen Euro bereit. "Gerade in ländlichen Regionen ist das vorstellbar - Stichwort: Demografie", bemerkte Baaske. Die beiden Schulen könnten in einem Verbund den Unterricht gemeinsam gestalten, Fachkabinette gemeinsam nutzen und die Essensversorgung gemeinsam organisieren. Deshalb wollte sich der Minister auch die Oberschule in Döbern ansehen.

Dann kam die Ernüchterung. Nach einem rund 300 Meter langen Fußmarsch von der Mosaik-Grundschule zu der Oberschule stellte der Minister fest, dass der Schulweg für Grundschüler schwierig zu bewältigen sei. Außerdem müsste dann auch die Oberschule komplett barrierefrei eingerichtet werden. Dennoch regte Baaske das Amt als Schulträger an, sich langfristig darüber Gedanken zu machen. Als Allererstes empfiehlt er, jedoch die Sanierung der Grundschule so schnell wie möglich anzugehen.

Bürgermeister Rakete hofft nun, dass in der kommenden Woche im Amtsausschuss beschlussfähige Varianten für eine Sanierung auf dem Tisch liegen und es eine rasche Abstimmung gibt. Zuletzt war eine mehrstündige Diskussion ergebnislos ausgegangen.