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| 14:39 Uhr

Botanische Überraschung
Betonpflaster dient Tomatenpflanze als Beet

Im Garten von Wolfgang Schirpig wächst aus dem Beton eine Tomatenpflanze.
Im Garten von Wolfgang Schirpig wächst aus dem Beton eine Tomatenpflanze. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Unbemerkt war ein Samen liegen geblieben und verschaffte sich Platz. Dank guter Pflege reifen nun die ersten Früchte. Von Katrin Kunipatz

Hobbygärtner Wolfgang Schirpig zieht seit Jahren Gurken und Tomaten in seinem Garten. Vom Geschmack her seien sie besser als die im Laden gekauften, begründet er. Im Hochbeet und unter dem Überstand des Garagendachs stehen die Nachtschattengewächse trotz der kühlen Nächte sind immer noch gut im Saft. Nur an wenigen Blättern zeigt sich die gefürchtete Braunfäule.

Für Überraschung sorgte in diesem Jahr eine hartnäckige Tomatenpflanze neben dem Hochbeet. Der Weg dort ist mit großen Felssteinen gepflastert, die breiten Fugen hat Wolfgang Schirpig mit Beton verfüllt. Aber einen Spalt muss es gegeben haben und diesen hat sich die Tomatenpflanze als Beet ausgesucht. „Im April war ich überrascht, was dort neben dem Beet wächst“, berichtet der Forster. Vermutlich fiel der Samen aus der Komposterde, mit der jedes Jahr das Hochbeet aufgefüllt wird.

Natürlich hat Schirpig die Tomatenpflanze an ihren charakteristischen Blättern sofort erkannt. Sie blieb stehen, denn beim Umsetzen wären die Wurzel vermutlich abgerissen. Und weil die kleine Pflanze zwischen Beton und Steinen wahrscheinlich kaum Nährstoffe finden dürfte, bekam sie mit dem Gießwasser ab und zu etwas Flüssigdünger, der eigentlich für Blumen gedacht sei. Das in diesem heißen Sommer wahrscheinlich noch wichtigere Wasser gab es reichlich. Es tropfte nach unten, wenn das Hochbeet mit über den fest installierten Sprühschlauch bewässert wurde.

Die Pflanze wuchs, brachte Blüten und nun auch Früchte. Nur einige Triebe kürzte der Hobbygärtner. Sie hätten sonst den Weg rund um das Hochbeet versperrt. Aber dieser Tomate fehlten gegenüber den im Haus vorgezogenen Pflanzen etwa zwei Monate. „Erst jetzt im Oktober sind einige Tomaten sogar rot und reif geworden“, freut sich Wolfgang Schirpig. Leider sind die Nächte nun so kühl, dass wohl nicht mehr alle Tomaten reifen werden. Dies sei aber nicht so schlimm, denn in diesem Jahr habe es unheimlich viele Tomaten und auch Gurken gegeben, ergänzt seine Ehefrau. Alles habe man gar nicht essen können und vieles an Freunde verschenkt.