„Mein Ziel ist es, dass ich in genau so viel Länder reise, wie alt ich bin“, sagt ein glücklicher Kevin Kroll. Dieses Vorhaben hat er bisher genau umgesetzt. Er ist jetzt 31 Jahre alt, Hobbyfotograf seit 15 Jahren, war in 31 Ländern zu Gast, aus denen er wunderbare Momentaufnahmen mitgebracht hat, die deutlich sichtbar an einer Tafel aushängen.

„Ich reise sehr gerne an ungewöhnliche Orte“ so der ambitionierte Hobbyfotograf. Zu sehen waren seine Fotos, Portraits und Landschaftsaufnehmen zum Hobby- und Talentetag im Januar im Forster Gemeindehaus der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Fotografien zeigen auch das emotionalstes Erlebnis

Sein emotionalstes Erlebnis sei eine Reise nach Island gewesen, schwärmt er. Dort habe er nachts um zwei Uhr einen gigantischen Sternenhimmel und Nordlichter im Sommer gesehen. Ein weiterer spektakulärer Moment war, als er zufällig eine Sternschnuppe im Zion-Nationalpark in den USA mit einer Langzeitbelichtung auf das Bild bannen konnte. Er freut sich sehr darüber, diese einmaligen Schätze jetzt auch mal der Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen. In der Gemeinde ist er für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Markus Gäbler, der die Besucher begrüßt, erzählt: „So einen Hobby-und Talentetag haben wir in der Gemeinde schon lange nicht mehr gemacht.“ Nach vielen Jahren sei die Idee jetzt wieder aufgelebt und umgesetzt worden.

Viele Menschen zeigen ihr Talent im Gemeindehaus

Beim Betreten des Gemeindehauses wird man von leckerem Duft der köchelnden Suppe empfangen. Hobby-Koch Marco Ortlieb, der seine Liebe zu gutem Essen nicht leugnen kann, schwingt die Kelle und strahlt über das ganze Gesicht. Er ist sichtbar in seinem Element, begrüßt später am Mikro die Gäste und gibt einen kleinen Überblick über die Hobbys seiner Gemeindemitglieder. „Jeder von uns hat einen Spleen oder ein Hobby“, sagt er. Und er ergänzt: „Jeder Mensch hat mindestens ein Talent“. Egal ob als Hobbyfotograf unterwegs, den Handarbeiten zugewandt, musikalischer Natur, am schönsten Platz der Welt – dem Kochtopf, oder als leidenschaftlicher Sammler oder Bastler – jeder der Aussteller zeigt eine persönliche Leidenschaft und lässt die Besucher daran Anteil nehmen.

Cyprian Sitek, als Gast der Gemeinde, eröffnet am Schlagzeug den musikalischen Vormittag. Stolz sitzt er neben seinem Papa und zeigt, was er am Schlagzeug schon alles gelernt hat. Klaviereinlagen kommen von Miriam Gäbler. „Liegen ist Frieden“, so heißt es im vorgetragenen Lied, in dem Lilly Icke als Sängerin begeistert. Passend zum Text liegen drei von vier Gitarristen auf der Erde und spielen so auf den Seiten. Sechs Köpfe groß ist die kleine Band, die gerne in Formation in der Gemeinde zusammen agiert.

Segelflieger sind der Renner bei den kleinen Gästen

Der Renner sind die angebotenen, ultraleichten Segelflieger aus Styropor, die die kleinen Gäste unter der Anleitung von Julius Ortlieb, aufzeichnen, ausschneiden und zusammen bauen können. „Die Kleinen sind begeistert, die Großen haben es dann gemacht“, lacht Ortlieb. 30 Minuten müssen die Gäste zum zusammenbauen einplanen, dürfen die Flieger dann aber in den großen Räumen der Gemeinde ausprobieren. Melina Wagenknecht sitzt ausdauernd mit Papa Dirk am Tisch und lässt sich nicht ablenken.

An der Wand sind wahre Schätze ausgestellt. Wolfgang Gäbler sammelt seit 30 Jahren leidenschaftlich alte Bibeln und hält seinen Schatz von 1684 in den Händen. „Wenn ich das Papier in der Hand habe, spüre ich die Geschichte“, sagt er ehrfürchtig. Seit vielen Jahren, schon von den Vorfahren inspiriert, interessiert er sich für alte Schriften, wollte eigentlich nur Luther-Bibeln sammeln. Nun zählt er ein Johann Dietzenburg-Exponat von 1663 zu seinem Besitz und ist auch darüber sehr stolz.

Geschichte zum Anfassen und zum darin Verlieren – das ist sein Hobby. „Daraus wurde dann eine Leidenschaft“, verrät der jetzige frisch gebackene Pensionär, der viele Jahre lang Chef der Forster Stadtwerke war, und sich nun voll und ganz seinem Hobby widmen kann.

Forster Gemeinde begeht 100-jähriges Jubiläum


In diesem Jahr begeht die Forster Gemeinde, mit 130 Mitgliedern, und einem Altersdurchschnitt von 38 Jahren, ihr 100-jähriges Jubiläum. Dazu gibt es auf das ganze Jahr verteilt viele Aktivitäten. Klavierkonzert, Fußballturnier, Gemeindekonferenz, Kinder-und Familienfest, Puppentheater und vieles mehr stehen für das Jubiläumsjahr bis Dezember verteilt auf dem Programm. Bei der traditionellen Weihnachtsgeschichte, die für alle Kinder im Stadtgebiet angeboten wird, kommen immer 350 bis 450 kleine Gäste. Darauf, so Marco Ortlieb, seien die Gemeindemitglieder sehr stolz.