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| 01:29 Uhr

Bestandteil der deutschen Kriegsführung

Trügerische Idylle: Schwesternhelferinnen wurden in Scheuno für den Einsatz während des Zweiten Weltkriegs im Inland sowie in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten ausgebildet. Das DRK wurde in die deutsche Kriegsführung mit einbezogen. Das Bild erschien in einer Illustrierten des DRK mit dem Hinweis „Zwischen grünem Rasen und hellen Birken liegt die Werksiedlung, die die Schule beherbergt“ .
Trügerische Idylle: Schwesternhelferinnen wurden in Scheuno für den Einsatz während des Zweiten Weltkriegs im Inland sowie in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten ausgebildet. Das DRK wurde in die deutsche Kriegsführung mit einbezogen. Das Bild erschien in einer Illustrierten des DRK mit dem Hinweis „Zwischen grünem Rasen und hellen Birken liegt die Werksiedlung, die die Schule beherbergt“ . FOTO: Repro: Hans-Joachim Schulz
Forst.. Das im Jahr 1940 in die Stadt Forst eingemeindete Dorf Scheuno wurde östlich der Neiße durch die Bunkerfabrik der Deutschen Sprengchemie GmbH und durch das am Waldrand errichtete Lager für die Ausbildung von DRK-Helferinnen für die Wehrmachtsbetreuung bekannt. Hans-Joachim Schulz

Eine betonierte Straße führte einige Meter hinter dem „Gasthaus zur Dorfschänke“ zum DRK-Ausbildungslager. Die Straße ist im heutigen Brozek noch gut erhalten. Das DRK-Lager aber ist nicht mehr sichtbar.
Während der Kämpfe im Frühjahr 1945 blieb das Objekt zwar von Zerstörungen verschont, wurde einige Jahre später aber abgerissen. Die Unterkünfte, kleine Siedlungshäuser und Baracken, das Vorratslager, das Schulungsgebäude mit großem Speisesaal, die Großküche, das Heizhaus und die große Waschküche verschwanden. Die Straßen und auch die Betonstraße, die vom Eingangstor in das Objekt führte, sind nicht mehr zu finden. Sie sind inzwischen in den Jahrzehnten mit Gras überwuchert. Nur einige Mauerreste der Gebäude, zum Beispiel vom zentralen Schulungsgebäude und Vorratslager, stehen einsam im Wald.
Das DRK-Ausbildungslager hatte eine Kapazität für etwa 600 DRK-Helferinnen pro sechsmonatigem Durchgang. Die Teilnehmerinnen trugen die grau-weiße Bekleidung des DRK mit weißer Trägerschürze und ein mit einem roten Kreuz versehenen Häubchen. Sie wurden für den Einsatz zur Wehrmachtsbetreuung im Inland und in den besetzten Ländern geschult.
Aus Originalunterlagen für die inhaltliche Gestaltung der DRK-Ausbildungslager ist ersichtlich, dass das DRK ein Bestandteil der Kriegsführung war. Eine illustrierte Monatszeitschrift des DRK-Präsidiums aus dem Jahre 1942 berichtete über das Ausbildungslager in Forst-Scheuno. Es wurde als Schulungslager zum Einsatz der DRK-Frauen im Betreuungsdienst des deutschen Heeres im Hinterland der Front genannt. In dieser Monatszeitschrift wurden unmissverständlich die Aufgaben für die Ausbildung genannt: „Die DRK-Kräfte werden als Einsatzkräfte für ihre vielseitigen Aufgaben in den von der deutschen Wehrmacht besetzten fremden Gebieten fachlich und haltungsmäßig vorbereitet. Hand in Hand mit der Besetzung der Gebiete im Westen, Norden, Süden und Osten durch deutsche Armeen geht der Einsatz der DRK-Helferinnen, denn die Aufgaben der Heeresbetreuung durch DRK-Kräfte im Hinterland, auf Bahnhöfen, in Soldatenheimen, in Verpflegungseinheiten u. a. m. sind ins Riesenhafte gewachsen, und die durch Ausfall immer größer werdenden Lücken in dem hierfür bereitstehenden Personalbestand an gut geschulten DRK-Einsatzkräften müssen schnell durch neue DRK-Helferinnen geschlossen werden.“ Verstärkt wurden Wehrmachtsoffiziere als Referenten eingesetzt (Fortsetzung folgt).