Von Sven Hering

Eine weiße 22 auf rotem Untergrund – es fällt auf, das neue Schild, das am Montagvormittag in Döbern offiziell eingeweiht wurde. Mitarbeiter der Kreisverwaltung, Planer und Bauleute hatten sich an der Spremberger Straße in Höhe Feldstraße an einem recht unscheinbaren Ort getroffen. Vor allem, um noch letzte Absprachen zu treffen. Aber natürlich auch, um die Premiere ein wenig zu zelebrieren.

Künftig sollen dann Radfahrer an den Knotenpunktwegweisern – so der etwas sperrige offizielle Begriff – Halt machen und sich daran orientieren. Rund 350 dieser Schilder will der Landkreis Spree-Neiße aufstellen, verrät Frank Kuckert, Sachgebietsleiter der Unteren Straßenbaubehörde. Radtouristen solle damit die Orientierung vereinfacht werden. Mit den Knotenpunktwegweisern ist es möglich, anhand von Zahlen, die an den Wegweisern angebracht sind, zu fahren, sich also von Knoten zu Knoten zu bewegen.

Bei Ortskundigen könnten die Schilder hingegen auch für Irritationen sorgen. Denn bei den angegebenen Richtungs- und Kilometerhinweisen wird immer von Radwegen ausgegangen. Gut möglich also, dass eine Straße den auf den Schildern angegebenen Ort auf kürzerem und auch anderem Weg erreicht.

Der Landkreis Spree-Neiße zieht mit den neuen Wegweisern nur nach. Andere Regionen, vor allem im Norden des Landes Brandenburg, sind da schon wesentlich weiter. Doch auch in der Forster Kreisverwaltung hat man – nach anfänglichen Verzögerungen im Antragsverfahren  – in den vergangenen Wochen ordentlich in die Pedale getreten. Erst Mitte Februar hatte der Kreistag seine Zustimmung erteilt. Jetzt werden überall im Kreis die Schilder aufgestellt.

Rund 425 000 Euro wurden an Fördermitteln bewilligt. Der Landkreis fungiert als Projektsteuerer. Zwei Firmen wurden mit der Umsetzung beauftragt. Ein Unternehmen aus Wiedemar bei Leipzig kümmert sich um die Knotenpunktwegweisungen im Amt Döbern-Land, in Forst, Spremberg, Welzow, Drebkau und Neuhausen. Eine Firma aus Müllrose wird die Arbeiten im Amt Peitz, der Gemeinde Schenkendöbern, in Guben, im Amt Burg und der Gemeinde Kolkwitz ausführen.

Von den Touristikern gibt es Lob für die neuen Schilder. „In anderen Regionen ist das schon gang und gäbe. Deshalb ist das eine plausible und sinnvolle Ergänzung“, sagte Nancy Sauer, Leiterin der Geschäftsstelle des Geoparks Muskauer Faltenbogen.

Der Landkreis Spree-Neiße wird sich – in Absprache mit den jeweiligen Kommunen – um die Wartung der Schilder kümmern, kündigt Frank Kuckert an. Wegweiser dieser Art üben nicht selten eine magische Anziehungskraft auf vermeintliche Scherzbolde aus, die die Schilder gern mal verdrehen – und damit die Radfahrer in die Irre führen.

Parallel zu den Hinweistafeln sollen die Fernradwege in Spree-Neiße in Schuss gebracht werden. Mitte des Jahres, so heißt es aus dem Kreishaus, sollen die ersten Sanierungsarbeiten beginnen.