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| 14:55 Uhr

Online-Hinweisplattform erfolgreich gestartet
Von Dreckecken bis Vandalismus

Im Beschwerdeportal Maerker teilt die Stadtverwaltung mittels einer Ampel  den Stand der Bearbeitung des jeweiligen Problems mit.
Im Beschwerdeportal Maerker teilt die Stadtverwaltung mittels einer Ampel den Stand der Bearbeitung des jeweiligen Problems mit. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Wie das Beschwerdeportal Maerker seit seiner Einführung im Januar in Forst ankommt. Von Steffi Ludwig

Da ist eine vertrocknete Birke am Eingang zum Stadtpark Mitte und ein Problem mit einem Straßenschild Ecke Skurumer Straße – beides wurde von Bürgern am Montagabend in das Beschwerdeportal Maerker eingetragen. Bereits am Dienstag konnte die Stadtverwaltung vermelden, dass das Straßenschild gerichtet wurde. Die Ampel, die den Bearbeitungsstand im Portal signalisiert, wurde auf „Grün“ geschaltet. Das Birken-Problem wurde an die zuständige Stelle der Stadtverwaltung weitergeleitet und hat den Status „Gelb“ erhalten.

Seit Januar beteiligt sich Forst am landesweiten Beschwerdeportal Maerker, fügte es auf die Startseite www.forst-lausitz.de ein. Seitdem wurde es von den Forstern gut genutzt: Bis Montagabend wurden 107 Fälle gemeldet, davon 37 über die Maerker-App per Smartphone, teilt der zuständige Verwaltungsvorstand Sven Zuber mit. Davon fällt der Großteil mit 49 Meldungen in die Kategorien Straßen und Wege. Es folgen die defekten Straßenlaternen (23), Probleme mit Abfall/Müll (20) und Vandalismus (6). Weitere Meldungen gab es in den Bereichen Tiere/Ungeziefer, öffentliches Grün/Spielplätze, Abwasser/Wasser, Geruchsbelästigung und touristische Rad- und Wanderwege.

Von den 107 Fällen sind laut Zuber 74 erledigt und demzufolge „grün“ gekennzeichnet, acht sind noch in Arbeit („gelb“). 25 Fälle sind abschließend bearbeitet („grün/gelb“). Letzteres bedeute, dass die Stadt ihren Anteil geleistet habe und das Problem an eine andere zuständige Behörde oder einen Privateigentümer weitergeleitet hat, erklärt Kerstin Liebig vom Bürgerservice der Stadtverwaltung. Sie ist diejenige, die sich um die Bürgerbeschwerden kümmert und sie an die zuständigen Stellen weiterleitet.

Und das auch parallel in einem anderen System: Denn die Stadt hatte bereits vor 21 Jahren ein Ideen- und Beschwerdemanagement eingerichtet. Von 1997 bis 2006 waren die Meldungen per Gespräch, Telefon oder E-Mail möglich, ab 2006 zusätzlich per Online-Formular auf der Internetseite www.forst-lausitz.de. Mehr als 6700 Fälle wurden in diesen 20 Jahren gemeldet, so Sven Zuber. Und dieses System läuft neben Maerker auch weiter. So wurden seit Januar 255 Fälle, also mehr als doppelt so viele wie mit Maerker, an die Stadt gemeldet. Inklusive Maerker sind es demzufolge bis August 362 Meldungen gewesen. Im  Vergleichszeitraum der beiden vergangenen Jahre waren es jeweils 253.

Dass dies bedeute, dass es in Forst mehr Missstände gibt, glauben Sven Zuber und Kerstin Liebig nicht: „Die Forster wissen einfach, dass sich im Rathaus jemand um ihre Probleme kümmert, und mit Maerker ist es noch einfacher und transparenter geworden.“ Die Beschwerdesysteme stellten zudem einen anderen Anspruch an die Verwaltung, sodass das Personal inzwischen auch intern spontaner umverteilt werde, um die Probleme schnell zu beheben. Vielleicht auch deshalb liegt Forst bei den erledigten Aufgaben bei Maerker 15 Prozentpunkte besser als ganz Brandenburg. Es gibt in Forst zudem wesentlich weniger Probleme mit Grünflächen, was der guten Arbeit des Betriebsamtes zu verdanken sei, so Zuber. Etwas höher ist dafür der Anteil der gemeldeten kaputten Straßenlaternen oder des Vandalismus. „Das kann aber auch daran liegen, dass sich hier die Leute einfach mehr melden, weil sie wissen, dass etwas getan wird.“