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Beschwerde über braunes Wasser

So braun wie in diesem Glas lief das Wasser bei Detlef Szonn in Groß Schacksdorf Freitagmittag aus dem Hahn.
So braun wie in diesem Glas lief das Wasser bei Detlef Szonn in Groß Schacksdorf Freitagmittag aus dem Hahn. FOTO: kkz
Groß Schacksdorf. Seit vier Tagen läuft bei Detlef Szonn lehmfarbenes Wasser aus dem Hahn. Im Bad, in der Küche nirgendwo hat er klares Wasser. Katrin Kunipatz

Die Kaffeemaschine befüllt der Senior mit Mineralwasser, denn trinken will er das dreckige Wasser nicht. Selbst duschen sei schwierig. Besorgt ist er auch, dass Kaffee- und Waschmaschine Schaden davon tragen. Detlef Szonn ist nicht allein betroffen. Seinen Nachbarn in den Straßen Am Mühlberg und An der Aue in Groß Schacksdorf geht es genauso.

Am Freitag beschwert er sich beim Spremberger Wasser- und Abwasserzweckverband (SWAZ) und erhält die Auskunft: Das Wasser kommt von Forst. Thomas Winkler, technischer Betriebsführer der Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg, die in Forst für die Stadtwerke unter anderem das Trinkwassernetzes betreiben, erklärt: "Bis zum Übergabeschacht an der Gemarkungsgrenze zwischen Forst und Groß Schacksdorf ist das Wasser sauber und keimfrei." Das Trinkwasser fließt erst seit Dienstag durch eine wieder in Betrieb genommene Leitung von Forst nach Groß Schacksdorf. Die stillgelegte Leitung konnte Dank eines neuen Verfahrens unkompliziert saniert werden. Ein Schlauch wurde ins vorhandene Rohr eingezogen und mit heißem Wasserdampf aufgeblasen. So kann Groß Schacksdorf aus zwei Richtungen mit Wasser versorgt werden. Im Fall einer Havarie ist damit vorgesorgt.

"Jedoch hat der SWAZ - der für Groß Schacksdorf verantwortliche Trinkwasserversorger - bei der Umschieberung verschiedene Fehler gemacht", gibt SWAZ-Sprecher Peter Drobig offen zu. Grund für das schmutzige Wasser ist die geänderte Fließrichtung in der Hauptleitung in Groß Schacksdorf. Die Mangan- und Rostablagerungen an der Wand der Rohrleitung lösten sich, wurden mitgetragen und färben das Wasser braun. "Es sieht ekelhaft aus und ist zum Kochen nicht geeignet", sagt Peter Drobig. Deshalb werden Trinkwasserleitungen regelmäßig gespült. Üblicherweise passiert es nachts.

Im aktuellen Fall in Groß Schacksdorf habe es verschiedene Abstimmungsprobleme gegeben, so Peter Drobig. Es wurde versäumt, die Anwohner zu informieren. Unterschätzt habe man auch die Auswirkung der veränderten Fließrichtung. Auch hätte die Hauptleitung vor der Umschieberung gespült werden müssen. Am Freitag bemühten sich die Mitarbeiter des SWAZ, die Situation in den Griff zu bekommen. Wie Peter Drobig erklärt, wurde an drei Stellen gespült. "Unser Ziel ist es, bis Samstagmorgen eine vertretbare Wasserqualität zu erreichen", sagt der SWAZ-Sprecher. Außerdem kündigt er an, sich bei den Betroffenen zu entschuldigen und eine Entschädigung anzubieten.

Der Einsatz des SWAZ zeigte am Freitagnachmittag schon erste Wirkung. Das Wasser bei Detlef Szonn wurde zunehmend klarer. Nur ab und zu floss es noch ockerfarben wie am Morgen aus der Leitung. Er hofft, dass am Pfingstwochenende alles in Ordnung ist, denn die Enkel kommen ihn besuchen und die Camper auf seinem Stellplatz wollen auch wieder frisches Wasser.