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| 06:37 Uhr

Spree-Neiße
Beschluss: Standort für neue Schule ist Kolkwitz

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Schulstandorte_160_223,68_4c FOTO: Katrin Janetzko / LR
Spree-Neiße. Spree-Neiße rechnet mit Investitionen von mehr als 20 Millionen Euro. Von Katrin Kunipatz

Eine Entscheidung, die Jahrzehnte in die Zukunft reicht, hatte der Kreistag Spree-Neiße am Mittwoch zu treffen. Es ging um die Frage, wo im südwestlichen Teil des Landkreises soll die neue Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe gebaut werden?

Seit den Sommermonaten war im Bildungsausschuss und einer extra eingerichteten Arbeitsgruppe darüber diskutiert worden. Eltern hatten den Bedarf für eine solche Schule bereits vor vier Jahren angemeldet. Wie Landrat Harald Altekrüger darlegte, kam es jedoch zwischen Burg, Kolkwitz und Drebkau zu keiner Einigung, sodass schließlich der Landkreis das Projekt auf seinen Tisch zog. Der Zeitraum für die Entscheidung ist eng. Schon am 20. Dezember will das Ministerium entscheiden, ob die Gesamtschule für das kommende Schuljahr gegründet werden kann.

Bildungsdezernent Hermann Kostrewa legte die Eckpunkte dar. Geplant ist für die siebente bis zehnte Klasse der Gesamtschule jeweils fünf Klassen je Jahrgang und für den Abiturbereich drei Klassen je Jahrgang einzurichten. „Damit soll vermieden werden, dass Kinder aus Entfernungsgründen abgewiesen werden“, so Kostrewa. Damit werden die neue Schule zwischen 700 bis 800 Schüler besuchen, die von etwa 70 Lehrer unterrichtet werden.

Untersucht hat man insgesamt sechs verschiedenen Standorte, wobei für das Gebiet an der Grundschule Kolkwitz drei verschiedene Varianten untersucht wurden. Beim Planungsbüro kristallisierte sich die Makarenkostraße in Cottbus, der Standort des Oberstufenzentrums II, als beste Möglichkeit heraus. Nach Darstellung von Finanzdezernent Carsten Billing wäre es mit einer Gesamtinvestition von 20,5 Millionen Euro die günstigste, bei der auch die höchsten Fördermittel – rund 12,1 Millionen Euro – zu erwarten wären. Der Standort in Kolkwitz kostet rund 23 Millionen Euro, wobei aktuell nur 6,3 Millionen Euro Fördermittel zu erwarten wären. Der Mehrbedarf müsste möglicherweise über eine höhere Kreisumlage gedeckt werden, so der Finanzdezernent. Weiterhin gute Bewertungen vom Planungsbüro erhielten die Standorte Leuthen an der Grundschule und Kolkwitz Annahof.

Baudezernent Olaf Lalk erläuterte den Kreistagesabgeordneten und den anwesenden Eltern aus Drebkau und Kolkwitz, warum die Verwaltung trotzdem dem Standort in Kolkwitz an der Grundschule den Vorzug gibt. Unberücksichtigt habe das Planungsbüro – aufgrund der zur Verfügung stehenden Zeit – die Betrachtung der Planungszeiträume gelassen. Die Kreisverwaltung sieht für die zentrumsnahe Variante in Kolkwitz die schnellste Möglichkeit das Projekt umzusetzen. Zwei bis drei Jahre veranschlagt Lalk als Planungshorizont. Für alle anderen Standorte seien drei bis vier Jahre Planung nötig, weil Flächennutzungspläne geändert werden müssten. Die Übergangsphase in der die Schüler in Containern unterrichtet werden müssten sei deutlich länger. Die Containermiete schätzt Billing auf 500 000 Euro pro Jahr.

In der Diskussion gab Raik Nowka (CDU) zu bedenken, dass die meisten Kinder aus Kolkwitz kommen und deshalb dort die größten Chancen bestünden, dass auch in den kommenden Jahren die nötigen Schülerzahlen für die Gesamtschule zusammenkommen. Eine Gefährdung anderer Schulstandorte sehe er nicht. Vielmehr sei die in Cottbus-Schmellwitz geplante Oberschule für den Standort Burg ein Problem. „Alle Widersprüche sind aufgelöst“, so Steffen Marquaß. „Wir können der Variante in Kolkwitz zustimmen.“ Der Linkenabgeordnete bemängelte jedoch, dass alle Fakten erst spät auf dem Tisch lagen. Dies kritisierte auch Rüdiger Krause (CDU), für den jedoch die Schlüsse der Kreisverwaltung aus dem Gutachten nicht nachvollziehbar waren. „Man braucht kein Gutachten beauftragen, wenn man sich dann nicht daran hält.“ Jens-Uwe Winkler (Freie Wähler SPN) stört besonders die für den Schulbau nötige höhere Kreisumlage. Die Makarenkostraße sei finanziell die beste Lösung. Deshalb beantragte Klaus Grüneberg für die Fraktion SPD / WG LuU die Makarenkostraße als Standort in die Beschlussvorlage einzuarbeiten. Wirtschaftlich betrachtet und auch im Hinblick auf die Fertigstellung sei dies die günstigste Variante. Der Antrag wurde mit 30 Nein-Stimmen abgelehnt.

Bei der Abstimmung zum Standort der Gesamtschule nahe der Grundschule in Kolkwitz sprachen sich 25 Abgeordnete dafür aus. Gegenstimmen kamen von der SPD, Abgeordneten aus Spremberg, Drebkau und Burg. In der ebenfalls beschlossene Haushaltssatzung sind die Mittel für die Errichtung der Gesamtschule eingestellt.