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| 16:49 Uhr

Neueröffnung
Neues Angebot aus Bundesmitteln

Anett Müller von der BQS Döbern mit dem Antrag der Bundesmittel vor der künftigen Beratungsstelle in der Metzer Straße in Forst.
Anett Müller von der BQS Döbern mit dem Antrag der Bundesmittel vor der künftigen Beratungsstelle in der Metzer Straße in Forst. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. BQS Döbern richtet ab Januar in Forst eine Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung ein. Von Steffi Ludwig

Es muss derzeit alles etwas holterdipolter gehen: Denn dass die Beschäftigungs-, Qualifizierungs- und Strukturfördergesellschaft Döbern (BQS) rund 225 000 Euro an Bundesfördermitteln bekommt, hatte Geschäftsführerin Anett Müller Ende November aus der Zeitung erfahren. Nach dem Antrag im August hatte sie nichts mehr davon gehört. Und die schriftliche Bestätigung – der Zuwendungsbescheid vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales – flatterte erst am Donnerstag vergangener Woche bei der BQS ein.

Losgehen soll es aber schon am 1. Januar 2018, also in knapp zwei Wochen. Geplant ist eine Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung, die in der Metzer Straße 3 in Forst angesiedelt sein wird, berichtet Anett Müller. Es wird die einzige Beratungsstelle dieser Art im Landkreis Spree-Neiße sein.

„Es geht einfach gesagt darum, Menschen mit Beeinträchtigungen jeglicher Art besser am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen“, sagt die BQS-Chefin. Bisher habe es bestimmte Ämter gegeben, die die Menschen mit Behinderungen zu bestimmten Dingen beraten haben. „Die neue Beratungsstelle soll jegliche Art der Beratungshilfe bieten und den betroffenen Menschen beispielsweise mitteilen, welche Gelder sie wo beantragen können oder welche Stelle ihnen bei den verschiedenen Problemen weiterhelfen kann“, erklärt Anett Müller.

Es werde also mehr Augenmerk auf die einzelne Person und ihre Bedürfnisse gelegt. Und die Menschen mit Behinderung sollen vor allem bereits bei Entscheidungen im Vorfeld der Kontaktaufnahme mit Ämtern oder anderen Stellen unterstützt werden. „Grundlage dafür ist die zweite Phase des Bundes- und Teilhabegesetzes“, so Anett Müller.

Mit den Bundesmitteln, die auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegt sind, können eineinhalb Personalstellen geschaffen werden sowie ein kleiner Teil Sachkosten bezahlt werden. Eine kompetente Bewerberin für die Vollzeitstelle ist laut Anett Müller gefunden, in den nächsten Tagen sollen die Verträge unterzeichnet werden. Für die halbe Stelle müsse wahrscheinlich ausgeschrieben werden, so Anett Müller.

Für die Berater werde es eine Koordinierungsstelle beim Bund geben, bei der diese auch regelmäßig geschult werden, um eine einheitliche Qualität anbieten zu können.

Weiterhin vorgesehen ist ein sogenanntes Peer Counseling, also dass Betroffene selbst als ehrenamtliche Berater engagiert werden. „Wir hoffen, bis zu fünf Behinderte oder Eltern von behinderten Kindern zu finden, die als gelegentliche Ansprechpartner zur Verfügung stehen“, sagt Anett Müller. Besonders in die menschliche Komponente dieser Beratungsart werden große Hoffnungen gesetzt.

Zuständig sei die Beratungsstelle für den Landkreis Spree-Neiße und Cottbus. „Wer nicht selber nach Forst kommen kann, zu dem können die Berater auch auf Anfrage hinfahren“, sagt sie. Eine Kontakt-Telefonnummer werde im Januar veröffentlicht.

Die neue Beratungsstelle soll in den bisherigen Räumen des Grundbildungszentrums in der Metzer Straße beheimatet sein, da diese barrierefrei sind. Dafür werde das Grundbildungszentrum in die Charlottenstraße ziehen, ebenso wie Teile der Verwaltung der BQS, kündigt die Geschäftsführerin an. Denn auch die Hauptstelle der BQS in Döbern ziehe gerade von einer alten Villa in ein Ladenlokal um, um präsenter in der Stadt zu sein.

Das neue Beratungsprogramm solle zunächst drei Jahre laufen und werde dann bewertet. „Wenn es gut läuft, soll es verstetigt werden“, berichtet die Geschäftsführerin.