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| 16:59 Uhr

Grenzkriminalität
Stadt, Landkreis und Polizei wollen Prävention verstärken

Spree-Neiße. Beratung zur Sicherheit fand aufgrund des offenen Briefs zweier Forster zum Thema Kriminalität statt.

Da nach ihrem ersten offenen Brief vom 24. Mai zum Thema Grenzkriminalität keine Reaktion der Politik gekommen war, hatten Jeff Staudacher (FDP) und Gerald Kulke am Mittwoch mit einem zweiten Brief nachgelegt. Zwei Tage später fand die nach dem ersten Brief initiierte Beratung von Landrat Harald Altekrüger (CDU), der Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos), der Leiterin der Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße Bettina Groß sowie weiteren Mitarbeitern der Kreisverwaltung zum Thema Kriminalität statt. Eher sei ein gemeinsamer Termin leider nicht möglich gewesen, erklärte Simone Taubenek.

Die Beteiligten hätten sich intensiv zu den aufgeworfenen Problemlagen und im Brief unterbreiteten Vorschlägen ausgetauscht, heißt es in einer jeweils von Stadt und Landkreis verfassten Pressemitteilung. Eine Kameraüberwachung an den Grenzübergängen, wie von Staudacher und Kulke gefordert, sei jedoch nicht möglich, da dies kein gefährlicher Ort sei, sagte Simone Taubenek auf Nachfrage. Über eine Kontrolle des Grenzverkehrs habe man in der Beratung nicht sprechen können, da die Bundespolizei nicht anwesend war. Die Nennung der Schäden – die Verfasser schreiben über einen wöchentlichen fünf- bis sechsstelligen Eurobereich durch Einbrüche und Autodiebstähle – sei problematisch und unterliege Schätzungen, die man nicht nachrecherchieren könne, so Somine  Taubenek, die bis zu ihrer Wahl selbst in leitender Funktion bei der Polizei war.

Auch Petra Rademacher, Büroleiterin von Landrat Altekrüger, der sich im Urlaub befindet, teilte mit, dass der Landkreis Kontrollen des Grenzverkehrs nicht leisten könne. Aber man könne diese und weitere Fragen sicher im wieder aktivierten Präventionsrat der Stadt Forst besprechen und klären, so Rademacher. Dieser Präventionsrat werde laut Simone Taubenek am 25. September das erste Mal tagen. Die Bürgermeisterin selbst werde den Vorsitz übernehmen. Eingeladen würden neben den beiden Unterzeichnern der offenen Briefe, Jeff Staudacher und Gerald Kulke, auch alle Mitglieder des bisherigen Präventionsrates. Mitglieder des Seniorenbeirates, der Bundespolizei, der Landespolizei, des Präventionsrates des Landes Brandenburg sowie des Gewerbevereins und des Bezirksverbandes der Gartenfreunde Forst und Umgebung gehörten dazu. „Ziel ist es, dass wir uns die Problemlagen ansehen und dann schauen, was die Stadt oder der Landkreis unternehmen können“, so Simone Taubenek.

Weiterhin habe Landrat Altekrüger entschieden, dass das Thema Prävention in der nächsten Beratung mit den Bürgermeistern und Amtsdirektoren aus Spree-Neiße Mitte September angesprochen werde, so Petra Rademacher. Es solle über weitere Veranstaltungen für die Bürger nachgedacht werden, ähnlich dem Tag des Einbruchschutzes oder dem Präventionskonzert für Senioren im vergangenen Jahr in Forst. Auch die Kreisvolkshochschule habe bereits Präventionsangebote, die eventuell erweitert werden könnten.

Zum Netzwerk „Zu Hause sicher“ solle es Veranstaltungen in Forst, Guben und Spremberg geben. Über das Netzwerk, das auch in Cottbus laufe, können von der Polizei Wohnungen und Geschäftsräume nach einbruchsicheren Kriterien begutachtet werden. Auch über das Programm „Sicherheitspartner der Polizei“ soll nachgedacht werden. Laut Simone Taubenek gibt es im Landkreis Spree-Neiße momentan keine aktiven Sicherheitspartner. Dies seien sozial engagierte Einwohner, die die Behörden über Vorfälle oder Gefahren informieren und unbewaffnet sind. Eine Konferenz zur grenzüberschreitenden Suchthilfe und Prävention hat vor drei Monaten im Kreishaus stattgefunden, auch hier könne über weitere Aktionen nachgedacht werden, so Rademacher.

Auch die Stadt Forst arbeite mit ihrer im vorigen Jahr neu eingestellten Sachbearbeiterin Sucht- und Drogenprävention/Gesundheitsförderung Fanny Blatt bereits aktiv an diesem Thema, fügt Simone Taubenek an. Sie habe Jeff Staudacher bereits mitgeteilt, dass es nicht so ist, dass nichts getan werde.