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| 18:48 Uhr

Döbern-Land
Belehrung der Busfahrer wirkt

Die Sicherheit der Schüler auf dem Weg in die Döberner Schulen war Thema im Amtsausschuss.
Die Sicherheit der Schüler auf dem Weg in die Döberner Schulen war Thema im Amtsausschuss. FOTO: Steffen Krumpa / zvg / LR
Döbern-Land. Spree-Neiße Bus hat auf Beschwerden der Eltern reagiert. Infos zu Busausfällen vereinbart. Von Katrin Kunipatz

Verspätete Busse, verpasste Anschlüsse und Kinder, die deshalb früh zu spät in der Schule sind oder am Nachmittag lange Fußmärsche absolvieren, um nach Hause zu kommen. Im Amtsausschuss umreißt Eberhard Müller, Bürgermeister von Neiße-Malxetal ein Problem der Schülerbeförderung im Amt Döbern-Land. Gefährlich werde es, wenn in überfüllten Linienbussen Kinder stehen müssen und Busfahrer trotzdem schneller als 60 km/h fahren, um den Fahrplan einzuhalten, so Müller. Steffen Krumpa, Vertreter der Schulkonferenz der Mosaikgrundschule in Döbern, ergänzt: Oft habe er beobachtet und sogar auf einem Handyvideo festgehalten, wie Linienbusse mit 50 km/h statt den erlaubten 30 Stundenkilometern auf der Ringstraße unterwegs sind.

Auch wenn es sich bei der Schülerbeförderung um kein neues Thema handelt, seien diesmal alle Beteiligten zusammengekommen, bemerkt Steffen Krumpa anerkennend. Im Podium des Amtsausschusses sitzen am Montagabend Eva Szramek und Grit-Pfitzmann, die beim Landkreis für den Schülerverkehr und den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verantwortlich sind, Reiner Ohm von der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises sowie Wolfram Heym, Niederlassungsleiter von Spree-Neiße Bus.

Anerkennung gib es für Eva Szramek. Sie habe sich vor den Sommerferien mit der Leiterin der Grundschule zusammengesetzt. Festgelegt wurde ein Wochentag, an dem ein zusätzliche Schülerverkehr nötig ist, damit Grundschüler nach der fünften oder siebenten Stunde nach Hause fahren können. Ausschussmitglied René Prüfer regt an, solche Gespräche auch mit dem Schulleiter des Gymnasiums zu führen, damit der Schülerverkehr vom Gymnasium nach Döbern ähnlich reibungslos funktionieren könne.

Wolfram Heym, Niederlassungsleiter von Spree-Neiße Bus, erläutert den zehn anwesenden Eltern und dem Amtsausschuss, warum es so schwierig ist, Veränderungen im Fahrplan vorzunehmen. „Döbern ist ein Knotenpunkt im Kernnetz. Stündlich bestehen hier Anschlussmöglichkeiten. Der Takt ergibt sich aus der Anknüpfung zum Schienenverkehr“, so Heym.

Aufgrund der Elternbeschwerden habe man in den Bussen Kontrollen durchgeführt und das Platzangebot als angemessen eingestuft. Heym weist darauf hin, dass Stehplätze üblich sind. Kinder müssten stehen, weil Größere ihre Ranzen auf den Sitzen deponieren, wirft Elternvertreter Krumpa ein. „Leider ermahnen nur wenige Busfahrer die Schüler“, ergänzt er. „Es ist nicht Aufgabe der Busfahrer, das richtige Verhalten der Schüler im Bus durchzusetzen“, stellt Heym klar. Die Busfahrer sind für die Fahrt verantwortlich und in diesem Zusammenhang verpflichtet, maximal 60 km/h zu fahren, wenn Menschen im Bus stehen. „Das Fahrpersonal wurde dazu aktenkundig belehrt“, sagt Heym. Weiterhin haben die Busfahrer die Anweisung bei Problemen mit Schülern, deren Namen zu notieren, damit Spree-Neiße Bus das Gespräch mit der Schule oder den Eltern suchen kann.

Weiterhin betont Wolfram Heym, dass die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit kaum Einfluss auf die Fahrdauer habe. „Jedoch sind Verspätungen nicht auszuschließen, weil wir uns mit den Bussen im normalen Verkehrsraum bewegen“, so Heym. Informationen dazu würde er gern vom Dispatcher an einen Ansprechpartner in Döbern weitergeben. Es wird vereinbart, eine Telefonnummer der Busaufsicht an das Verkehrsunternehmen weiterzugeben, damit in Zukunft Busausfälle oder größere Verspätungen mitgeteilt werden können.

Am Ende der Gesprächsrunde ist Elternvertreter Steffen Krumpa teilweise zufrieden. Ihm kam nur das Thema Schulwegsicherheit etwas zu kurz. Auf Nachfrage von Yvonne Fischer und Jörg Rakete hatte Reiner Ohm erläutert, dass keine Möglichkeit besteht, entlang der Ringstraße bis zur Oberschule Tempo 30 anzuordnen oder eine Tempo-30-Zone einzurichten.

Ines Lutzens vom Döberner Ordnungsamt berichtet von Eltern, die uneinsichtig reagieren, wenn sie aufgefordert werden, nicht auf dem Gehweg zu parken. „Wir werben um Verständnis“, so Lutzens. Nur so lasse sich die Gesamtsituation ändern. Gleichfalls prüfe die Verkehrsbehörde des Landkreises unrechtmäßige Absperrungen auf dem Parkplatz an der Schule, welche die Situation am Morgen zusätzlich verschärft.