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Stadtpolitik
Bebauungsplan für Schulzentrum kommt

Döbern. Döberner Stadtverordnete entscheiden sich nach kontroverser Diskussion mehrheitlich dafür.

Die Döberner Stadtverordneten haben am Donnerstagabend nach kontroverser Diskussion mehrheitlich dafür gestimmt, den Bebauungsplan für das neue Schulzentrum Döbern aufstellen zu lassen. Es soll die „Mosaik“-Grundschule und die Oberschule „Germanus Theiss“ an einem Standort zusammenführen. Kritik kam vor allem von FDP und CDU, aus deren Reihen auch die drei Gegenstimmen stammen. Acht Stadtverordnete stimmten dafür.

Die CDU bekräftigte noch einmal ihre Kritik an dem anvisierten Grundstück zwischen Ringstraße und dem Oberschulgebäude, auf dem die neue Grundschule gebaut werden soll – der Amtsausschuss hatte sich dafür einstimmig entschieden. Der Standort befinde sich auf einem nassen Grundstück und zudem in einer für Döbern wichtigen „Kaltluftabströmzone“, so CDU-Stadtverordnete Yvonne Fischer. „Wir befürchten dadurch Kosten, die nicht abzuschätzen sind“, sagte sie, betonte jedoch, dass die CDU auf jeden Fall möchte, dass das Schulzentrum für Döbern komme – allerdings als Lückenbebauung auf dem Schulhof der Oberschule, sodass beide Schulen in einem Gebäude untergebracht sind.

Das Amt habe jedoch ganz bewusst auf zwei Häuser für Ober- und Grundschule gesetzt, sagte der amtierende Amtsdirektor Mike Lenke. Dieses Konzept sei auch bei Lehrern und Eltern vorgestellt worden und auf positive Resonanz gestoßen. Eine Lückenbebauung sei nicht ohne Weiteres umzusetzen.

Uwe Eppinger, Fachbereichsleiter Bauen, bestätigte, dass die Bodenuntersuchungen schwierig gewesen seien und hier durchaus viel Geld im Boden versenkt werden würde. Doch jetzt gehe es ja erstmal um die Planungen. Den Fördermittelantrag für den Neubau habe er im Oktober fertiggestellt, so Eppinger.

Mike Lenke betonte angesichts der Kritik von Eberhard Koch (FDP), dass der Neubau fast doppelt so teuer würde wie eine Sanierung der Grundschule: „Letztendlich zählt, dass der Eigenanteil, den das Amt zahlen muss, in beiden Varianten mit rund 1,88 Millionen Euro gleich ist.“ Denn bei einer Sanierung käme während der Bauphase eine Unterbringung der Schüler in Containern hinzu, die gemietet werden müssten. Und für beide Varianten stehen Fördermittel in Höhe von 75 Prozent in Aussicht. „Wir haben erstmalig die Chance, Fördermittel in dieser Größenordnung zu bekommen – und das für die Zukunft, für unsere Kinder“, so Mike Lenke .

Auch Bürgermeister Jörg Rakete (SPD) warb um Zustimmung zum Konzept und zum Planungsauftrag. „Aus meiner Sicht ist es wichtig, einen gesicherten Schulstandort in Döbern zu schaffen, auch über die Grundschule hinaus“, sagte er. Die Bedenken nehme er aber ernst.

Nun kann der Bebauungsplan aufgestellt werden. Die Kosten für die Bauleitplanung betragen 25 000 Euro, die das Amt trägt.

(slu)