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| 18:59 Uhr

Kundenrückgang durch Arbeiten im Stadtzentrum
Baustelle bereitet Forster Händlern Kopfweh

Tief graben sich die Bagger in die Cottbuser Straße, eine der Hauptverkehrsadern von Forst und Adresse vieler Einzelhändler.
Tief graben sich die Bagger in die Cottbuser Straße, eine der Hauptverkehrsadern von Forst und Adresse vieler Einzelhändler. FOTO: LR / Daniel Schauff
Forst. Die Geschäfte an der Cottbuser Straße spüren einen Kundenrückgang, seit die Parkplätze fehlen. Von Daniel Schauff

Es ist eng rechts und links der Baustelle auf der Cottbuser Straße. Radfahrer kämpfen sich gemeinsam mit Fußgängern durch die Enge, die vom Bordstein noch geblieben ist, seit die Straße von Bauzäunen gesäumt ist. Wo einst Asphalt und Dutzende Autos das Bild der Cottbuser Straße prägten, gleicht die Landschaft nun einer Wüste – einer Wüste mit Baggern, die naturgemäß das tun, wofür sie konstruiert wurden – und das, ebenso naturgemäß, nicht ohne akustische Begleitung.

Bauzäune säumen den Fußweg entlang der Geschäfte zwischen Frankfurter und Bahnhofstraße.
Bauzäune säumen den Fußweg entlang der Geschäfte zwischen Frankfurter und Bahnhofstraße. FOTO: LR / Daniel Schauff

Von der einst geschäftigen Einkaufs- und Flanierstraße mit ausreichend Parkraum und vielen kleinen Läden ist derzeit nicht viel übrig. Einige Kinder bleiben gespannt am Baustellenrand stehen, beobachten die großen Maschinen, die sich an dem sandigen Boden zu schaffen machen. Sonst scheint die Devise: Schnell weg hier. Die Händler am Straßenrand merken das – deutlich.

Als einen „krassen“ Rückgang bei den Zahlen der Kunden im Laden würde sie es nicht bezeichnen, sagt Katrin Berger, Inhaberin der Buchhandlung Berger. Wohl aber merke sie, dass deutlich weniger Kunden den Weg entlang der Bauzäune in ihren Laden fänden. Am Eingang der Baustelle an der Kreuzung zur Frankfurter Straße hängen große Banner, auf ihnen steht in fetten Lettern „Die Geschäfte sind geöffnet“. „Darum mussten wir lange kämpfen“, sagt Katrin Berger. Den Kampf um eine temporäre Beschilderung, die den Weg zu Parkplätzen weist, haben die Geschäftstreibenden an der Cottbuser Straße verloren. Dabei gibt es Ersatzparkraum wenige Meter hinter ihrem und den übrigen Läden entlang der Straße – in der Blumenstraße weisen kleine Schilder den Weg zur Schleiferei, zum Reisebüro. Vollgeparkt ist die Straße jedoch nicht.

Für Katrin Berger ist es das zweite Mal, das sie eine Baustelle gleich vor der Eingangstür ihres Ladens hat. Früher, als sie noch in einem anderen Teil der Cottbuser Straße ihren Laden betrieben hat, war der Kundenrückgang allerdings noch nicht so deutlich zu spüren, sagt sie. „Heute gibt es mehr Alternativen“, erklärt sie. Stichwort: Internet.

Donnerstags geht sie zur Baustellenberatung. Dort könne sie ihre Fragen zum Fortschritt der Arbeiten loswerden, bekomme eine ausführliche Antwort. Nun hofft sie, dass die Cottbuser Straße zumindest für den Anliegerverkehr bis Dezember wieder befahrbar ist. Immerhin steht das Weihnachtsgeschäft dann ganz oben auf der Prioritätenliste der Forster Einzelhändler.

Das weiß auch Andreas Wolff, Vorsitzender des Forster Gewerbevereins. Es sei sehr viel Eigeninitiative der betroffenen Händler nötig, um weiterhin Kunden in die Läden zu locken, sagt Wolff. Eine im Raum stehende spätere Fertigstellung der Bauarbeiten werde von vielen Betroffenen sehr kritisch gesehen. Auch Wolff weiß, dass die fehlenden Parkplätze viele Kunden abschrecken würden. Erst in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung hatte Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos) berichtet, dass viele querende Kabel und der durch die Trockenheit stark verfestigte Boden den Fortschritt der Arbeiten einschränken würden. Taubenek rief aber auch dazu auf, die Angebote der Händler entlang der Cottbuser Straße rege zu nutzen und zur Not die Ausweichparkplätze in der Blumenstraße und an der Karlstraße zu nutzen.