ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:01 Uhr

Bauern AG investiert in Neu Sacro

Gut Neu Sacro zieht mit seiner idyllischen Lage und Erlebnisangeboten immer mehr Besucher an aus nah und fern.
Gut Neu Sacro zieht mit seiner idyllischen Lage und Erlebnisangeboten immer mehr Besucher an aus nah und fern. FOTO: Angela Hanschke
Forst. Beim 3. Schlachtefest auf dem Erlebnishof Gut Neu Sacro kommen Wissbegierige und Genießer wieder auf ihre Kosten. Die Bauern AG Neißetal und Kooperationspartner tischen auf. Im Hintergrund setzt das Team bereits handfeste Pläne zur Weiterentwicklung des Gutes Neu Sacro um. Beate Möschl

Noch in diesem Monat wird auf dem Gut Neu Sacro der erste Spatenstich für einen neuen Rinderstall gesetzt. Rund neun Millionen Euro investiert die Bauern AG Neißetal, flankiert durch Fördermittel vom Land. Zwei Ausbaustufen sind geplant. 2018 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen und rund 850 Milchkühe umgezogen sein.

"Wir geben unseren Altstandort in Albertinenaue auf. Den Stall haben wir schon zwei Mal um- und ausgebaut, jetzt stoßen wir dort logistisch an Grenzen", schildert Bernd Starick, neben Helmut Baum Vorstand der Bauern AG Neißetal. Starick verweist auf die niedrigen Milchpreise: "Wenn man da noch mitspielen will, muss man effektiver werden." Auf Gut Neu Sacro soll das gelingen. Auf Absprache und zu festen Veranstaltungsterminen werden die Landwirte dann auch Besuchern Einblick in die moderne Rinderhaltung gewähren - ganz im Sinne des Konzeptes für den im Oktober 2013 eröffneten Erlebnishof mit Schweinezuchtanlage, kleinem Streichelzoo, Damwildgehege, einer landwirtschaftlichen Brennerei, Hofgastronomie, touristischen Angeboten und einem gut bestückten Hofladen mit Produkten von etwa 30 regionalen Erzeugern.

Der Hofladen führt unter anderem Butter, Milchprodukte und Käse aus der gläsernen Molkerei "Krabat Milchwelt" Wittichenau. So schließt sich der Kreis zur Milchviehhaltung in der Region, die hier noch viele Arbeitsplätze sichert neben Schweinezucht und Pflanzenproduktion. "Die Agrarbetriebe sind auf ihren Dörfern oft der wichtigste und größte Arbeitgeber", sagt Frank Schneider, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Spree-Neiße. Der Verband zählt 80 Mitgliedsbetriebe im Haupt- und Nebenerwerb. Schneider ist auch Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Heinersbrück. Die bildet gemeinsam mit der Agrargenossenschaft Forst und der Bauern AG Neißetal die Arbeitsgemeinschaft Rekultivierung - eine Dienstleistungsgemeinschaft, die im Auftrag des Energiekonzerns Vattenfall seit 14 Jahren Kippenböden aus dem Braunkohletagebau wieder urbar macht.

"Der Charme liegt darin, dass wir als Landwirte unsere eigenen Flächen selber wiederherstellen", sagt Starick, der erst in diesem Jahr wieder auf einer geführten Erlebnis-Tour des Gutes Neu Sacro zur Aussaat des Ur-Roggens auf rekultivierter Kippenfläche für Aha-Effekte unter Besuchern sorgte.

Das ist gewollt und kommt an: Werden Kraft und Wert des Bodens, Arbeit, Wissen und Geschick des Landwirtes und der Weiterverarbeiter erlebbar, können die Landwirtschaft und ihre Produkte ganz anders wertgeschätzt werden. Das Interesse ist groß. "Die Zahl der Besucher steigt. Das zeigt uns, dass wir mit dem Erlebnishof auf dem richtigen Weg sind. Der Umsatz ist um 30 Prozent gestiegen gegenüber dem Vorjahr", berichtet Bernd Starick erfreut. Heute, gut zwei Jahre nach Eröffnung des Erlebnishofes im Forster Ortsteil Neu Sacro, kann Bernd Starick einschätzen, dass die Investition eine gute Entscheidung war. "Unsere Hauptarbeit findet freilich im Stall und auf den Feldern statt. Wir spielen nicht Bauernhof, wir leben von und mit der Landwirtschaft. Aber wir bekommen viel zurück durch den Erlebnishof und die Vermarktungskooperation Gut Neu Sacro."

Die Bauern AG Neißetal wurde 1991 gegründet. Sie ist Rechtsnachfolgerin der LPG "Friedensgrenze" Groß Gastrose und war damals die erste Aktiengesellschaft in der Landwirtschaft Deutschlands. Mit 105 Beschäftigten und sechs Azubis ist sie derzeit der größte Agrarbetrieb des Landkreises Spree-Neiße. Pflanzen-, Schweine- und Rinderproduktion und Rekultivierung sind die Standbeine der Bauern AG mit Standorten in Bärenklau, Groß Gastrose, Grießen und Neu Sacro. Die Produktion ist auf eine komplette Kreislaufwirtschaft ausgerichtet. Das Gut Neu Sacro wurde im Jahr 2000 erworben, um das Flächendefizit auszugleichen, das durch das Fortschreiten des Tagebaus Jänschwalde entstanden war.