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Basteln mit Krempel im Grünen

Zum ersten Mal gab es eine Krempelwerkstatt: Die Kinder bastelten aus Chipsrollen Autos oder aus Plasteflaschen Fangbecher in Hai-Form.
Zum ersten Mal gab es eine Krempelwerkstatt: Die Kinder bastelten aus Chipsrollen Autos oder aus Plasteflaschen Fangbecher in Hai-Form. FOTO: Steffi Ludwig
Forst. Jedes Jahr in den Sommerferien ziehen die Forster Kinder aus den städtischen Horten in das Kinder- und Jugenddorf – eine idyllische Anlage mit Finnhütten, vielerlei Spielgeräten, Kletterfelsen und jeder Menge Platz am Mühlgraben. Hier, direkt neben dem Freibad, erleben sie ein buntes Ferienangebot, organisiert jeweils von den Horten selbst. Steffi Ludwig

Damit suche Forst im Land Brandenburg seinesgleichen, sagt Andreas Kaiser, Fachbereichsleiter Bildung und Soziales von Forst. "Es ist sozusagen unser ‚Hort am anderen Ort'", so Kaiser.

Erstmals in diesem Jahr angeboten wurde eine Krempelwerkstatt. "Wir haben die Eltern gebeten, Müll mitzubringen wie leere Chipsrollen, Plasteflaschen oder Deckel", berichtet Dana Henschel, Erzieherin im Hort "Pfiffikus" in Keune. Bei einer Weiterbildung hatte sie gemeinsam mit Jeannette Schwarz vom Hort "Sonnenstadt" vom Basteln mit Müll gehört - und es als gute Ergänzung zu ihrer Holzwerkstatt im Kinder- und Jugenddorf auserkoren. Und so bastelten die Kinder beispielsweise Autos aus Chipsrollen oder Waschmittelflaschen - mit Rädern aus CDs.

Der zehnjährige Fynn war so begeistert, dass er gleich zwei Autos baute und zu Hause ein weiteres. Nun schneiden die Kinder um Julius (8), Tabea (7) und Sydney (8) Zacken in Buttermilchflaschen, die sie vorher blau bemalt haben - Haifischmäuler entstehen, die später einen kleinen Fisch, gebastelt aus einem Überraschungsei, fangen sollen.

Im Zelt nebenan zeigt Petra Tschitschke vom Hort "Sonnenstadt" Grundlagen im Nähen. "Sogar Jungen interessieren sich für die Nähmaschine", freut sie sich und weist auf Fabian (9), der bereits mit dem Gerät umgehen kann. Seine Mutter habe sich ein Duftsäckchen gewünscht, berichtet er. Die Mädchen haben schon andere schöne Dinge wie Stabpuppen oder Eulenkissen genäht.

Die Kinder können aussuchen, welche Angebote sie vormittags wählen, sagt Silke Hagen, Leiterin des Hortes "Sonnenstadt" und in den letzten drei Ferienwochen auch Verantwortliche im Kinder- und Jugenddorf. In den ersten drei Wochen sei der Hort der Grundschule Mitte verantwortlich gewesen. Besonders groß sei der Andrang derzeit bei der kleinen Angelschule, die Hartmut Sterz, Vorsitzender des Kreisanglerverbandes Forst, in Groß Jamno anbiete. Sehr gut komme auch immer die Fahrt zur Kulturinsel Einsiedel an. Nachmittags gehe es oft ins Freibad.

Rund 100 Plätze bietet das Kinder- und Jugenddorf für die Hortkinder, aber auch einige Gastkinder von weggezogenen Familien, die bei den Großeltern in Forst Urlaub machen. Spielgeräte wie ein Trampolin bringen die Horterzieher mit. Derzeit sei auch das deutsch-polnische Schwimmlager mit Kindern aus den Partnerstädten Lubsko und Brody für zwei Wochen auf dem Gelände, so Kaiser. In Polen sei die Nachfrage groß, da es dort keinen verpflichtenden Schwimmunterricht in der Schule gebe.