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| 14:05 Uhr

Forst
Nadelöhr soll 2026 verschwinden

Die Durchfahrtshöhe unter der Eisenbahnstrecke an der Euloer Straße soll höher werden, damit Lkw ungehindert passieren können. Erst Donnerstag musste die Bahnstrecke für einige Stunden gesperrt werden, weil ein Lastwagen die Brücke gerammt hatte.
Die Durchfahrtshöhe unter der Eisenbahnstrecke an der Euloer Straße soll höher werden, damit Lkw ungehindert passieren können. Erst Donnerstag musste die Bahnstrecke für einige Stunden gesperrt werden, weil ein Lastwagen die Brücke gerammt hatte. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Deutsche Bahn plant Umbau – der die Stadt vier Millionen Euro kosten könnte.  Von Katrin Kunipatz

Die Eisenbahnbrücke in der Euloer Straße in Forst ist zu niedrig. Mehrmals im Jahr unterschätzen oder ignorieren Lkw-Fahrer den Hinweis auf die Durchfahrtshöhe von 3,50 Meter und krachen gegen das Bauwerk. In der Nacht zum Donnerstag erwischte es einen Lkw mit Kastenauflieger aus einem amerikanischen Militärkonvoi. Während der defekte Anhänger neben der Straße abgestellt wurde und der Konvoi seine Fahrt fortsetzte, blieb die Brücke für den Zugverkehr gesperrt. Erst nach einer Prüfung der Statik durften wieder Züge über die Brücke rollen.

Die Deutsche Bahn will die Durchfahrtshöhe der Eisenbahnbrücke vergrößern und dafür die Stadt mit einer Kreuzungsvereinbarung ins Boot holen. Diese regelt im Detail, was wie gebaut wird und wer welche Kosten trägt. Bevor die Bürgermeisterin in die Verhandlungen mit der Bahn eintreten kann, müssen die Stadtverordneten einen Grundsatzbeschluss verabschieden. Dieser wurde im Bauausschuss vorberaten und wird Ende Juni in der Stadtverordnetenversammlung abgestimmt.

Erste Eckdaten des Vorhabens stellte Torsten Knothe von der DB Netz AG am Donnerstag vor. Die Brücke ist über 100 Jahre alt. Mit einer Höhe von 3,83 Meter und einer Gesamtbreite von 6,54 Meter entspricht sich nicht den heute gültigen Straßenbaurichtlinien. Aufgrund der Gleisbauweise dürfen Züge im Moment die Brücke nur mit 80 km/h passieren. „Wir wollen ein durchgehendes Schotterbett für alle drei Gleise errichten, damit die Züge 120 km/h fahren können“, so Knothe. Die Brücke muss deshalb massiver ausgeführt werden. Da die Gleise in der bisherigen Lage bleiben, müsse die Straße unterhalb der Brücke voraussichtlich um 1,70 Meter abgesenkt werden, um Bauhöhe und Durchfahrtshöhe zu erreichen, erläutert der Planer der DB Netz.

Neben der Höhe soll auch die Durchfahrtsbreite des geplanten Neubaus verändert werden. Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke sieht dank der Aktivitäten der Deutschen Bahn die Chance „das Nadelöhr“ und damit eine Unfallquelle zu beseitigten. Erste Überlegungen sehen eine Fahrbahnbreite von 6,50 Meter vor. Dazu kommen ein 2,75 Meter breiter Geh- und Radweg und ein 1,75 Meter breiter Radweg. Macht zusammen eine Breite von elf Meter. Korittke betonte, dass man bei diesem Vorhaben noch ganz am Anfang stehe. „Jetzt müssen wir darüber reden und Ideen sammeln“, sagte sie.

Günter Herzberg (CDU) und Hans-Jörg Auerswald (SPD) regten an, bei den Planungen unbedingt die übrige Euloer Straße einzubeziehen, da diese in einigen Abschnitten nur 5,50 Meter breit sei. Ullrich Dunkel erkundigte sich, ob man mit Blick auf den zweigleisigen Ausbau der Strecke Forst-Cottbus statt drei vier Gleise über die Brücke führen könnte. Dem erteilte Torsten Knothe eine Absage: Der Bundesverkehrswegeplan sehe dazu nichts vor.

Schließlich kam die Sprache auf die Kosten. Rund 9,8 Millionen Euro würden Brücke und Planung kosten, so Knothe. Die Stadt Forst müsste davon 4,4 Millionen übernehmen, für die sie laut Knothe Fördermittel erhalten könne. Endgültig sei diese Summe aber erst, wenn der Bau geplant und die Vereinbarung unterzeichnet sei. Voraussichtlich in drei Jahren soll es soweit sein.