"Es ist wenig geblieben, wie es war", bringt Kulturdezernent Carsten Saß (CDU) die neunte Aquamediale auf den Punkt. Eröffnung ist in gut einem Monat, am 8. Juni, in Goyatz am Schwielochsee – und nicht, wie gewohnt, in Lübben. Die Spreewaldstadt ist diesmal nur einer von mehreren Veranstaltungsorten. Thematisch lehnt sich die Open-Air-Kunstschau mit Installationen von mehr als 20 Künstlern an das Leichhardt-Jahr an, in dem der 200. Geburtstag des großen Erforschers der australischen Natur gefeiert wird, der aus dem Oberspreewald stammt. Daher auch die Kängurus, erschaffen in liebevoller Handarbeit von dem kroatischen Künstler Nikola Faller in Pretschen. Das Märkische-Heide-Dorf ist ein weiterer Veranstaltungsort neben Schlepzig, Goyatz und Trebatsch.

Nicht nur was die Region betrifft, auch bei den Finanzen geht die Aquamediale in diesem Jahr deutlich über die Grenzen des Gewohnten hinaus. 275 000 Euro sind, vor allem über Förder-, Sponsoren- und Sachmittel, für die neunte Auflage eingeworben worden. Der Landkreis gibt nach wie vor 30 000 Euro hinzu.

Auch in einem dritten Punkt will die Aquamediale Grenzen überschreiten. Das "etablierte und vernetzte Kunst- und Sozialprojekt", so Landrat Stephan Loge, soll noch internationaler werden. Eine ganze Reihe der mehr als 20 Künstlern unter Vertrag hat internationales Renommee, zählt Kurator Christian Gracza James Whiting (Groß Britannien, Leipzig), Tamás Komoróczky (Ungarn) oder Allan Siegel (USA) auf. "Ziel der Aquamediale ist es, mittel- und langfristig Kulturtouristen in die Region zu locken und zu binden", sagt er. Die 121 Kängurus, die nun kurz vor beziehungsweise nach dem Bahnhof Schönwalde Reisende ihre Nasen an die Scheiben drücken und Kameras zücken lassen, sind nur ein erstes Achtungszeichen. Das "Weite Land", so der Titel der diesjährigen Aquamediale, wird Filómena Thorday bei Trebatsch mit einem überdimensionalen Laybrinth kommentieren. Und Fußball hoch Drei – oder auch in 3D – gibt es zur Finnissage des Kunstfestes am 7. und 8. September. Dann wird die Trikick-Meisterschaft auf drei Feldern mit drei Mannschaften, drei Toren und einem Ball ausgespielt – schnell und gnadenlos. Der Zwitter aus Fußball und multimedialer Kunst stammt vom italienischen Künstler Sandro Porcu und ist Gracza zufolge eine Herausforderung an Kondition und Taktik – von gestandenen Fußballern zuerst belächelt, dann gefürchtet.

Zum Thema:
Eröffnet wird die Aquamediale am 8. Juni um 19 Uhr in Goyatz am Leichhardt-Ufer. Ab 20 Uhr spielen Kat Frankie und Band. Zur Midisage wird für den 13. Juli eingeladen. Geplant ist ein Konzert mit der Band LAN und der französischen Performerin Cigúri. Einen Tag später gibt Dan Freeman in Schlepzig ein Konzert.Am Schwielochsee und in Lübben sind Führungen beziehungsweise Kunstkahnfahrten geplant.