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| 18:56 Uhr

Die Narren sind los im Brandenburgischen Textilmuseum
Karnevalstimmung mitten im Sommer

 „Karneval im Malxetal“ heißt die  mit einem donnernden „Forschte Helau“ eröffnete neue Ausstellung im Textilmuseumt. 
„Karneval im Malxetal“ heißt die  mit einem donnernden „Forschte Helau“ eröffnete neue Ausstellung im Textilmuseumt.  FOTO: Margit Jahn
Forst. „Karneval im Malxetal“ heißt die mit einem „Forschte Helau“ eröffnete Ausstellung im Textilmuseum.

Museumsleiterin Michaela Zuber entschuldigte sich lächelnd für den Fauxpas, das 40. Jubiläum des Karnevalsvereins Forst-Sacro  mit einer Ausstellung zu würdigen. Narren feiern nur Schnapszahlen – das 11., 22., 33. oder das 44. Jubiläum. Das tat der Sache aber keinen Abbruch. Michaela Zuber würdigte das Engagement und die Brauchtumspflege der vielen Ehrenämtler: „Es hat Spaß gemacht, diese Ausstellung vorzubereiten.“

Durch das Programm führten Martina Schulze und der junge Büttenredner der „Klug-Schnacker“, Paul-Peter-Vater,  die kleine Anekdoten, Zahlen und Fakten rund um den Verein zum Besten gaben. Seit 1954 gibt es das narrenfreudige Volk in Forst, 1959 ertönte „Karneval im Malxetal“ das erste Mal in Sacro. Die Sänger des Männerchores Sacro um Konrad Fechner huben damals in einer „legendären Küchenaktion“ den Karneval aus der Taufe. Mittelpunkt des Vereinslebens war die Gaststätte „Turnhalle“. Man mogelte sich wortgewitzt durch die Zensur, schließlich mussten die Büttenreden dem Rat des Kreises vorgelegt werden. Wie gut, dass mit Harald Schneider dort ein ehemaliger Klassenkamerad des damaligen Karnevalspräsidenten Klaus-Dieter Seidel saß. Sybille Seidel ist noch heute im Vorstand und für die Finanzen zuständig. „Früher sind viele Passagen der Büttenrede, weil sie zu aufmüpfig waren, gestrichen worden, so das Wort und die Bedeutung der ,Ilsenburg’. Bei der letzten Veranstaltung damals wurde die komplette Bütt gebracht“, erinnert sie sich.

„Wir haben noch lange nicht genug“ und später „Annemariechen“ – die drei Hofsänger Peggy, Liane und Wolfgang animierten die Museumsgäste zum Mitsingen und Schunkeln. „Es ist das Zusammengehörigkeitsgefühl“, erklärt „Billy“ Seidel, was für sie den Karnevalverein ausmacht. „Karnevalisten wollen das Publikum begeistern.“

Andreas Wolff, Moderator und auch Karneval-Urgestein, freut mich sich riesig, das es zu dieser Ausstellung gekommen ist“. Es sei eine Wertschätzung der Mitglieder und zeige, wie viel Herzblut in den karneval geflossen ist. „Vielleicht können wir auch neue Mitglieder gewinnen oder neue Gäste begeistern.“

Begeistert werden sie von Aktiven wie Thomas Pohl. Er  ist Tänzer im  Männerballett, das am vergangenen Wochenende bei den deutschen Meisterschaften in der Ü35 den fünften Platz belegte – auch dank der Choreografin Karina Brand von der Tanzschule Fritsche. „Es war Neuland für uns. So was Großes haben wir noch nie angenommen.“

In Erinnerung konnten die Gäste schwelgen angesichts zahlreicher Bilder, schillernder Kostüme sowie kuriosen Requisiten. Vereinsvorsitzende Kerstin Anton freut sich über die gelungene Darstellung der Geschichte mit Blick in die Gegenwart. „Das Herzstück ist unsere Vereinsfahne“, sagt sie. „Sie wird behütet wie der Augapfel.“

Auch Manu Puder, Tänzerin der Funkengarde, war völlig überrascht und begeistert von dieser umfassenden Ausstellung. „Karneval musst du leben“, ist ihre Überzeugung.