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| 02:35 Uhr

"Aus der Traumwelt angekommen"

Forst. Genau eine Woche ist die 20-jährige Jessica Schmidt nun die 27. Forster Rosenkönigin Jessica I. Bei den Rosengartenfesttagen am Freitagabend vergangener Woche wurde sie gekrönt und erbte das Amt von Vorgängerin Elisabeth I. alias Elisabeth Brusendorff. Die RUNDSCHAU sprach mit der neuen Forster Majestät.

Jessica, wie geht's Ihnen so kurz nach Ihrer Krönung - haben Sie schon richtig realisiert, dass Sie jetzt die neue Rosenkönigin sind?Jessica Schmidt So langsam, jetzt Ende der Woche, ist es angekommen. Am Wochenende war es noch wie eine Traumwelt, weil auch so viele Menschen auf mich zukamen und Fotos machen wollten - das war alles so unwirklich und neu.

Haben Sie jemals so viel in Kameras gelächelt wie am vergangenen Wochenende?
Schmidt Nein, selbst zum Abiball war es weniger (lacht). Es war ein ganz schöner "Lächelmarathon".

Wer war am meisten überrascht, dass Sie die neue Hoheit sind? Denn Sie durften es ja nur ganz wenigen sagen und mussten die anderen mit Notlügen abspeisen . . .
Schmidt Ja, es wusste nur mein Freund - und meine Tante, weil die am Samstag in den Urlaub fuhr und ich sie nur mit der Wahrheit in den Rosengarten locken konnte. Am meisten überrascht war wohl meine beste Freundin, die sich auch nicht überreden ließ, am Freitag in den Rosengarten zu kommen - und mir dann eine Nachricht schickte mit dem Inhalt: Mensch, warum hast Du denn nichts gesagt? (lacht)

Haben es auch Ihre Mit-Studenten an der BTU Cottbus erfahren?
Schmidt Ja, die Studenten aus unserer Region hatten es schon mitbekommen und es gab auch herzliche Glückwünsche für mich.

Hatten Sie sich selbst entschieden, sich als Rosenkönigin zu bewerben oder hat es Ihnen jemand empfohlen?
Schmidt Die Idee hatte ich selbst bereits im vorigen Jahr, hatte mich da aber gegen eine Bewerbung entschieden. Dieses Jahr habe ich dann wieder den Zeitungsartikel mit dem Aufruf gesehen, und meine Tante hat mir dann die letzte Entscheidungshilfe gegeben.

Auch Sie haben wieder ein maßgeschneidertes Kleid - wussten Sie von vornherein, wie es aussehen soll?
Schmidt Ich hatte eine Skizze gemacht, wie es aussehen könnte. Gemeinsam mit Angelika Grätz von "Stoff-Art" haben wir überlegt, was realisierbar ist. Den Stoff für das Oberteil haben wir erst ganz zuletzt entdeckt. Die Schneiderin Angelika Biebrach aus Branitz hat dann meine Vorstellungen super umgesetzt.

Sie studieren den für Frauen doch recht ungewöhnlichen Studiengang Elektrotechnik - wie kam es dazu?
Schmidt Ich bin bei zwei Technikern groß geworden, habe schon als Kind geholfen, Vogelkästen zu basteln oder hier und da zu schrauben. Deshalb sollte es etwas Technisches sein, und ich habe mich für Elektrotechnik entschieden. Dieses Fachgebiet ist auch aufgrund des Energiewandels zukunftsträchtig. Aber es stimmt: In unserem Jahrgang - ich habe allerdings nur noch drei Kommilitonen, die anderen haben aufgehört oder sind gewechselt - bin ich die einzige Frau.

Sie wohnen aber weiter in Forst?
Schmidt Genau, ich lebe in einer Wohnung zusammen mit meinem Freund. Und ich möchte auch gerne in der Region bleiben.

Wie lange tanzen Sie schon beim Sacroer Karnevalsverein in der Funkengarde?
Schmidt Seit zwei Jahren, seit der 750-Jahr-Feier von Forst - da hatte mich eine Freundin angesprochen, ob ich nicht Kostüme mit vorführen könnte. Vorher habe ich Turniertanz beim TSC Rose Forst gemacht, doch dann hatte leider mein Tanzpartner aufgehört. Danach habe ich mich im Hip-Hop ausprobiert.

Sie spielen auch Volleyball und sind bei den Volleympics dabei?
Schmidt Genau. Ich spiele da schon viele Jahre im Team mit den Mädels, mit denen ich früher beim SV Malxe '83 Noßdorf gespielt habe. Aktiv spiele ich Volleyball derzeit in Spremberg.

Was werden Ihre ersten öffentlichen Auftritte als Rosenkönigin sein?
Schmidt Der erste war gestern beim Rosen-Pokal-Lauf. Nächste Woche werde ich beim Sommerkonzert am Forster Gymnasium dabei sein und Mitte Juli beim Europa-Kriterium der Steher im Forster Rad- und Reitstadion. Und die nächsten Anfragen und Einladungen gibt es bereits. . .

Mit Jessica Schmidt

sprach Steffi Ludwig.