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Auge in Auge mit den Rittersleut'

Zwei mittelalterliche Ritter erklärten den kleinen Besuchern im vergangenen Jahr alles über ihre Rüstungen, die bis 40 Kilogramm wiegen.
Zwei mittelalterliche Ritter erklärten den kleinen Besuchern im vergangenen Jahr alles über ihre Rüstungen, die bis 40 Kilogramm wiegen. FOTO: A. Guhlan/ang1
Forst. Am Samstag Schlag zehn werden sie sich bereits zum vierten Mal öffnen, die Tore zur alten Feste Forst, wie sich das rund 20 000 Quadratmeter große Gelände an der Erlebnisgaststätte "Manitu" nennt. Hier kann man eintauchen in die Zeit des Mittelalters, kann die historischen Wurzeln des Lebens rund um Forst heben – und diesmal wird es erstmals tatsächlich eine zwölf Meter breite und vier Meter hohe Burg am Eingang geben. Steffi Ludwig

Denn es hat sich weiterentwickelt, das östlichste Historienspektakel Deutschlands, das ein Familienwochenende zum Mitmachen sein will, wie Aimo Bartel betont. Er war vor vier Jahren Vater des Gedankens und organisiert gemeinsam mit "den letzten Vasallen derer von Bieberstein", einer Interessengemeinschaft, die zum Kulturverein Manitu gehört, das Spektakel.

Mit insgesamt rund 500 Mitwirkenden wurden noch einiges mehr als voriges Jahr organisiert - dazu zählen Handwerker, Gaukler, Musiker, Ritter oder Lagermitglieder. Grundprinzip: 50 Prozent Bekanntes, 50 Prozent Neues. Das Gelände wurde diesmal in die vier Flächen - Plan, Turnierplatz, Ziegenwirt und Kinderritterland - unterteilt.

Das ganze Wochenende steht in diesem Jahr unter dem Thema "Orient trifft Okzident". "Denn Reisen der Karawanen aus dem Orient sind hier nachgewiesen", so Aimo Bartel. "Wir werden ein richtiges Karawanenlager da haben, Kamele, Bauchtanz, Henna-Malerei und vieles mehr." Insgesamt sei das Programm orientalisch geprägt.

Wie im vergangenen Jahr werde ein Pferdeturnier veranstaltet. Zwei Ritterorden seien in Forst vor Ort. Auch eine Schlacht werde nachgestellt. Auch wieder dabei: das Kinderritterland mit vielen Angeboten für die Kleinen wie Karussell, Armbrustschießen oder einem Knappenturnier. Das Kinderritterland sei im vergangenen Jahr anfangs etwas schleppend, dann aber gut angenommen worden, so die Veranstalter.

Neben Ständen mit mittelalterlichem Handwerk, kulinarischen Spezialitäten und Händlern sollen vor allem auch die musikalischen Angebote begeistern: So haben die Forster unter anderem die Mittelalterband Draco Faucium engagiert, ebenso die Bänkelsänger Rabenzauber. Am Samstagabend sind dann die Celtic-Folk-Metal-Band Minotaurus und die Folk-Rock-Band Harpyie angekündigt.

Neu in diesem Jahr: Erstmals wird es eine Biebersteiner Rose geben, hergestellt aus Ton von Christina Anderßon, Mitglied der Biebersteiner Vasallen. Sie solle einmal Forst als Rosenstadt symbolisieren, zudem habe es aber auch wilde Rosen zu Vasallenzeiten gegeben. Die Rose - hergestellt wurden 100 Stück - soll als Geschenk für die Ehrenvasallen dienen, kann aber auch gekauft werden.

Zudem werde auf dem Gaudium-Gelände das erste deutschlandweite Runen-Treffen stattfinden, in dem Experten der altgermanischen Schriftzeichen nach Forst kommen, so Aimo Bartel. Auch ein Runenweg soll eingerichtet werden.

Die Veranstalter sprechen nicht gern über Zuschauerzahlen, die sich in den vergangenen Jahren um die 3000 bewegten - würden sich in diesem Jahr aber mehr auch aus dem weiteren Umkreis wünschen. Seit April ist das Gaudium auch ein Kulturprojekt der Euroregion "Spree-Neiße-Bober" - durch die gute Zusammenarbeit mit dem polnischen Kozuchow, wo es auch ein Ritterspektakel gibt, wird dies nun auch finanziell unterstützt. Die Biebersteiner Vasallen veranstalten neben dem Johannes Gaudium seit Januar auch gut angenommene Gewandungstreffen sowie Biebersteiner Lager.

Zum Thema:
Samstag 10. Juni: 10 Uhr Beginn, 11 Uhr offizielle Eröffnung mit Ehrengästen, ab 12 Uhr stündlich verschiedenste Aktionen, ab 18 Uhr Rockkonzert Draco Faucium, 19 Uhr Geschichten aus 1001 Nacht, 21 Uhr Minotaurus, 22.30 Uhr Feuerspektakel, 23 Uhr HarpyieSonntag 11. Juni: 10 Uhr Beginn, 11 Uhr Einzug der Teilnehmer und Morgenandacht, Tänze, ab 12 Uhr stündlich Aktionen, 15 Uhr hat Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) einen Besuch angekündigt, 19 Uhr Ende.Infos: www.johannesgaudium.de