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| 11:35 Uhr

Aufgeregtes Muhen im neuen Stall

Das hochmoderne Melkkarussell in Neu Sacro bietet Platz für 44 Tiere. 120 Kühe können so in einer Stunde gemolken werden.
Das hochmoderne Melkkarussell in Neu Sacro bietet Platz für 44 Tiere. 120 Kühe können so in einer Stunde gemolken werden. FOTO: Katrin Kunipatz
Forst. Gestern sind die 450 Kühe der Bauern AG Neißetal in den neuen Stall in Neu Sacro eingezogen. Planmäßig wurde auch das neue Melkzentrum in Betrieb genommen. Beendet sind die Bauarbeiten aber noch nicht. Katrin Kunipatz

Abwartend bleiben die Kühe auf dem Weg zum Melkkarussell stehen. Für sie ist hier alles neu. Da bleiben die Schwarzbunten lieber vorsichtig. Erst vor wenigen Stunden wurden sie nach dem Melken im alten Stall mit dem Viehtransporter von Albertinenaue nach Neu Sacro gefahren. Im neuen und modernen Rinderstall der Bauern AG Neißetal haben Herdenmanager Florian Handreck und sein Team in den vergangenen Tagen alles vorbereitet. Die Liegeplätze sind mit einer 25 Zentimeter hohen "Matte" aus verfestigtem Stroh bestückt. Das erste Futter - eine Mischung aus Silage, Kraft- und Mineralfutter - liegt bereit. Die Kotschieber funktionieren, die Tränken sind gefüllt und die Bürsten zur Fellpflege einsatzbereit. Der Stall selbst ist bereits im Dezember fertig geworden. "Nach nur zehn Monaten waren die Bauarbeiten beendet", berichtet Bernd Starick, Zweiter Vorstand der Bauern AG Neißetal. In diesem Jahr werden noch ein Kälberstall und die Futterscheune am Standort Neu Sacro gebaut. Dann hat der Agrarbetrieb rund neun Millionen Euro investiert. Der neue Rinderstall bietet für die Tiere mehr Platz an den Fress- und Liegeplätzen. Er ist hell und luftig. Jetzt im Winter sind die Seitenwände mit einer festen Gewebefolie verhängt. Trotzdem kann die Luft zirkulieren. Geheizt wird nicht. "Kühe haben keine Probleme mit Kälte, eher mit Hitze im Sommer", erklärt Florian Handreck.

Nach dem Umzug sind die 450 Kühe Tiere sichtlich aufgeregt. Ein vielstimmiges Muhen ist zu hören. Die Tiere laufen herum, erkunden die neuen Wege zwischen Futter, Tränke und Liegefläche. Noch fehlt der vertraute Geruch. Doch die größte Herausforderung kommt erst noch: das Melken. Die insgesamt 15 Mitarbeiter im Rinderstall haben ihre Einweisung am hochmodernen Melkkarussell bekommen. "Von der Reinigung des Melkzeugs bis zur Euterpflege nach dem Melken läuft hier viel automatisch", erklärt der Herdenmanager. Die Milch wird analysiert und erlaubt Rückschlüsse auf die Gesundheit der Tiere. Die Melker stehen auf einem Hubboden und arbeiten in der für sie angenehmen Arbeitshöhe.

Aber die Kühe lassen auf sich warten. Schließlich weisen ihnen die Landwirte mit Klatschern auf den Rücken den Weg. Andere müssen gar geschoben werden. Florian Handreck und sein Team haben damit gerechnet. Kühe seien sensibel, heißt es zur Erklärung. "Schon nach zwei, drei Tagen kennen sie sich wieder aus und alles läuft im gewohnten Rhythmus", so der Herdenmanager zuversichtlich. Auch Bernd Starick ist zufrieden mit dem Umsetzen: "Ich bin erleichtert, Tiere und Personal sind gesund im neuen Stall angekommen."

Insgesamt 44 Kühe haben auf dem Melkkarussell Platz. Anfangs werden hier 50 bis 60 Tiere pro Stunde gemolken. Wenn sich alles eingespielt hat, können es bis zu 120 Tiere pro Stunde sein. Damit sei es möglich, 800 Kühe am Standort Neu Sacro zu halten. Doch das ist Zukunftsmusik. Eine Erweiterung um einen weiteren Rinderstall und einen Jungtierstall ist frühestens für das Jahr 2018 vorgesehen. Die Planungen haben gerade erst begonnen, so Bernd Starick. Vorerst bleiben Kälber und Jungtiere im alten Stall. In diesem Jahr werden im zweiten Bauabschnitt nur die Futterscheune und der Kälberstall entstehen.