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| 02:35 Uhr

Auf Ganztagsbetrieb eingestellt

Der Chor des Pestalozzigymnasiums sang auch bei der Zeugnisausgabe für die diesjährigen Abiturienten. Ab dem neuen Schuljahr wird an der weiterführenden Schule ganztags unterrichtet.
Der Chor des Pestalozzigymnasiums sang auch bei der Zeugnisausgabe für die diesjährigen Abiturienten. Ab dem neuen Schuljahr wird an der weiterführenden Schule ganztags unterrichtet. FOTO: Daniel Schauff
Guben. Mehr Chancengleichheit und mehr individuelle Förderung für die Schüler – das sind die Stärken von Ganztagsschulen. Auch am Gubener Gymnasium herrscht ab September offener Ganztagsbetrieb. Silke Halpick

"Mit unserem Antrag haben wir auf den Wunsch vieler Schüler und Eltern reagiert", sagt Stefanie Kletzke, Schulleiterin am Pestalozzi-Gymnasium in Guben.

Außerschulische Angebote in Form von Arbeitsgemeinschaften gibt es an ihrer Einrichtung schon heute, diese sollen weiter ausgebaut werden. Als Ganztagsschule stehen dem Gymnasium künftig ein zusätzliches Honorarbudget sowie eine halbe Lehrerstelle mehr zur Verfügung. Bisher haben viele Pädagogen die Arbeitsgemeinschaft "aus reiner Lust und Freude" geleitet, wie Kletzke sagt.

Von den Neuerungen ab dem neuen Schuljahr profitieren vor allem die Schüler von auswärts, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind. Das sind mehr als 30 Prozent. Das Schulgebäude wird künftig ab 7.30 Uhr geöffnet und den Gymnasiasten ein "offener Beginn" ermöglicht. "Die Schüler können sich in den Räumen gemeinsam auf den Unterricht vorbereiten", sagt Kletzke. Durch zusätzliche Angebote am Nachmittag soll auch die Zeit bis zur Abfahrt des Busses sinnvoll genutzt werden.

"Ziel ist, dass sich jeder Schüler mindestens an einem außerschulischen Projekt beteiligt", sagt Kletzke. Im Gegensatz zu den sogenannten teilweise gebundenen Ganztagsschulen ist die Teilnahme allerdings freiwillig. Damit das Gubener Gymnasium seinen Status als offene Ganztagsschule auch im darauffolgenden Schuljahr behält, ist jedoch eine Mindestteilnehmerquote von 40 Prozent notwendig.

Im Land Brandenburg bieten bereits mehr als die Hälfte aller Schulen Ganztagsangebote an, wie das Bildungsministerium im Internet informiert. Dadurch sollen die Schulqualität erhöht und die individuelle Förderung von Kindern mit Leistungsschwächen oder mit besonderen Talenten und Begabungen gestärkt werden.

Ganztagsschulen können Experten zufolge in ländlichen Regionen aber auch dazu beitragen, dass jugendkulturelle Angebote erreichbar bleiben.

Zu den etablierten Arbeitsgemeinschaften am Gubener Gymnasiums gehören unter anderem der Chor und die Weinbau AG, aus der sich die Gubener Apfelwein Schüler-GmbH entwickelt hat. "Diese ist einmalig in der Region", sagt die Schulleiterin. Mit ihrer Geschäftsidee erreichten die Gubener sogar den vierten Platz beim bundesweiten Schülerfirmen-Contest im vergangenen Jahr.

"Alle bisherigen Aktivitäten sollen beibehalten werden", betont Kletzke. Neu geplant ist eine Trommelgruppe in Zusammenarbeit mit der Städtischen Musikschule. Auch die Kooperationen mit Sportvereinen soll ausgebaut werden.

Im Rahmen der individuellen Förderung sollen die Gymnasiasten beispielweise auch auf die Teilnahme an Facholympiaden vorbereitet werden. Die Schulleiterin sieht Potenzial beim Nachwuchs. "Wir haben einige sehr gute Schülerinnen", sagt sie.

Für die Siebtklässler soll es eine zusätzliche Arbeitsstunde geben, in der Methoden und Arbeitsweisen, die für den Fachunterricht wichtig sind, trainiert werden. So könne der Übergang von der Grundschule zum Gymnasium leichter fallen, betont Kletzke.

Insgesamt 366 Schüler aus Guben, den umliegenden Gemeinden, dem Amt Peitz und Polen werden am Pestalozzi-Gymnasium von 30 Lehrern unterrichtet. Schulträger ist der Landkreis Spree-Neiße. Bereits im Februar 2017 hatte der Kreistag grünes Licht für das Ganztagsprojekt gegeben. Mittlerweile liegt auch die Genehmigung vom Bildungsministerium vor.