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Auf der Spur der duftenden Rosen

Rosenzüchter Thomas Proll während des informativen und unterhaltsamen Bummels beim Rosengartensonntag.
Rosenzüchter Thomas Proll während des informativen und unterhaltsamen Bummels beim Rosengartensonntag. FOTO: Angela Hanschke/aha1
Forst. Der siebte Rosengartensonntag im Ostdeutschen Rosengarten war ganz dem Thema "Rosendüfte" gewidmet. Knapp 70 Rosenfreunde begrüßte Parkmanager Stefan Palm zum Spaziergang mit Thomas Proll – seit mehr als zwei Jahrzehnten Züchtungsleiter von "W. ang1

Kordes‘ Söhne", einem der weltweit bedeutendsten Rosenzüchter und besonders erfolgreich beim Züchten von gesunden ADR-Rosen.

Eine junge Blüte dufte anders als eine kurz vor dem Vergehen. Auch die Tageszeit sei entscheidend, erfuhren die Zuhörer während des Bummels. Geschmunzelt wurde, als er ausgerechnet vor dem Beet mit den Hochzeitsrosen und der Sorte mit dem romantischen Namen "Jugendliebe" definierte: "Wir Rosenzüchter sind eigentlich eine Hochzeitsagentur für Rosen, bei der Zwangsheirat an der Tagesordnung ist". Acht bis zehn Jahre vergehen zwischen dem Zeitpunkt der Bestäubung und dem Erscheinen der neuen Rose. "Jugendliebe", eine Vertreterin der neueren Generation von Kordes-Rosen, ist eines von Prolls "Babys" im Forster Rosengarten - einem von elf deutschen ADR-Sichtungsgärten. "Gezeugt" im Jahre 2008, kam die Kreuzung aus roter Freiland-Schnittrose und Beetrose bereits zwei Jahre später in den Handel. Viele Besucher gingen vor ihrer Blüte auf die Knie, um zu schnuppern. Leider, trotz aller Schönheit, duftete sie nur schwach. "Jeder Mensch nimmt Rosendüfte anders wahr und in einem bestimmten Bereich sind wir alle,duftblind'", tröstete er Experte. "Inzwischen ist es jedoch gelungen, auch gesunde Duftrosen zu züchten", hieß es am Standort von "Schneewittchen" - einer lebende Rosenlegende aus dem Hause Kordes, die 1958 in den Handel kam. Sie zeigte sich mit reicher Blüte jedoch kränkelndem Laub. Bei "Rosengräfin Marie-Henriette", einer Kordes-Beetrose aus dem Jahre 2013 und einer Namensgeberin mit trauriger Lebensgeschichte, vereinigten sich Duft und Gesundheit auf höchstem Niveau. "Den Duft können auch Züchter nicht erzwingen. Auch nicht bei duftenden Eltern", erklärte der Züchter. Was Mutter Natur zusammenmixe, sei manchmal eine Überraschung. Und so gibt es neben sehr schwach duftenden Sorten auch weiterhin solche, die geradezu betörend nach Zitrus, Myrrhe, Vanille oder Anis riechen.