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| 09:26 Uhr

Auf dem Weg zur Eingliederung

Die Schacksdorfer Grundschule steht leer.
Die Schacksdorfer Grundschule steht leer. FOTO: Archivfoto: Kundisch
Forst. Groß Schacksdorf und Simmersdorf sollen bald zu Forst gehören. Nach einer entsprechenden Abstimmung der Einwohner ist der Weg frei für Verhandlungen zur Eingliederung. Schacksdorf und Simmersdorf haben konkrete Erwartungen an den größeren Nachbarn – insbesondere in Sachen Schulgebäude. Jan Selmons

"Schacksdorf und Simmersdorf sind traditionell eng miteinander verbunden", sagt der Forster Bürgermeister Jürgen Goldschmidt (FDP) und verweist darauf, dass es bis 1993 schon eine Verwaltungsgemeinschaft mit den Gemeinden gab. Bereits in dieser Woche wird in den Ausschüssen über eine Eingliederung diskutiert. Für Forst bedeute die Entscheidung für eine Eingliederung auch einen Zuwachs an Einwohnern, sieht Goldschmidt die Entwicklung positiv.

Doch auch in Groß Schacksdorf wird den Verhandlungen gespannt und mit konkreten Vorstellungen entgegengesehen. "Wir hoffen, dass wir nach einer Eingliederung mit unserer Meinung in der Stadt berücksichtigt werden", sagt der ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde, Wolfgang Katzula. Brennende Themen seien die geschlossene Grundschule, für die es keine Nachnutzung gibt, die Turnhalle, die für die Sportvereine erhalten werden soll, und die Entwicklung beim Abwasser.

Doch über allem steht nach Angaben Katzulas die Frage: "Was wird uns das kosten?" Zunächst könnte die Gemeinde allerdings erst einmal finanziell profitieren. Klappt die Eingliederung, sind laut Katzula vom Land 50 000 Euro aus dem Ausgleichsfonds in Aussicht gestellt worden. Denn dort sieht man die Angliederung offensichtlich als besten Weg. So heißt es in einem Schreiben des Ministeriums des Innern, dass "das Ziel einer zukunftsfähigen Verwaltung in der Tat erst erreicht werden dürfte, wenn sich die Gemeinden des Amtes Döbern-Land in die benachbarten Städte Spremberg und Forst eingliedern". Pläne für eine Einheitsgemeinde seien nicht überzeugend gewesen.

Knackpunkt ist nach Ansicht Wolfgang Katzulas die demografische Entwicklung. So drohe der Gemeinde Groß Schacksdorf-Simmersdorf, in den kommenden Jahrzehnten die Hälfte der Einwohner zu verlieren. "Das Amt ist darauf bisher zu wenig eingegangen", kritisiert er.

Problematisch sieht Bürgermeister Katzula derzeit allerdings vor allem eines: "Das Amt ist innerlich zerstritten. Jeder verfolgt jetzt seine eigenen Interessen."

Kommentar: Folgerichtige Entwicklung


Die Tage des Amtes Döbern-Land sind offenbar gezählt. Die Gemeinden sind schon längst unterwegs, um sich die künftigen Partner auszusuchen und Potsdam stimmt der Entwicklung im Prinzip zu.

Das scheint aus derzeitiger Sicht auch der richtige Weg zu sein. Denn im Zusammenhang mit der Bevölkerungsentwicklung ist eine Zusammenlegung von Verwaltungen nur folgerichtig. Dass die Gemeinden dabei die Initiative ergreifen ist legitim. Allerdings wäre es sinnvoll, dabei auch über das Zusammengehen von Landkreis Spree-Neiße und Cottbus zu reden.

Denn alle Probleme, die für die kleinen Kommunen gelten, gelten eben auch für den Landkreis, der eng mit Cottbus verbunden ist. Je eher auch auf dieser Ebene die Trauringe ausgepackt werden, desto besser. jan.selmons@lr-online.de

Zum Thema:

Die Mehrheit der Einwohner von Groß Schacksdorf-Simmersdorf ist für einen Gebietsanschluss. 956 Abstimmungsberechtigte hatten 2013 darüber abgestimmt, ob sie in einer amtsfreien Großgemeinde Döbern-Land leben wollen oder als Forster. 51,44 Prozent sprachen sich für Forst aus, 48,56 Prozent für die Großgemeinde. Bürgermeister Wolfgang Katzula hätte sich "ein deutlicheres Ergebnis gewünscht".