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| 02:37 Uhr

Astrid I stellt ihre neue Heimat Norwegen vor

Astrid Sist-Beer und ihr Mann machten in Forst Werbung für Norwegen, wo sie eine Pension betreiben.
Astrid Sist-Beer und ihr Mann machten in Forst Werbung für Norwegen, wo sie eine Pension betreiben. FOTO: Angela Hanschke/aha1
Forst. Seit 2002 ist Ibestad auf der Insel Rolla in Nordnorwegen die Wahlheimat der 14. Forster Rosenkönigin Astrid Sist. aha1

"Unterwegs bei der Übersiedlung lernten wir mithilfe einer Sprachkassette die ersten norwegischen Vokabeln", erzählte sie am Freitag im Forster Pavillon Genuss und Kunst. Zahlreiche Freunde, ehemalige Nachbarn, Kollegen, aber auch Neugierige und Reisefreudige empfingen die sechsfache Mutter und ihren Ehemann mit Beifall. Es war auch ein bisschen Werbung in eigener Sache. In Ibestadt betreiben Sists eine Pension. Die Veranstaltung mit organisiert hatte Andreas Wolff (Reiseland Wolff).

Und während sich die Gäste Lachs, Rentier- und Elchsalami schmecken ließen, stellten die verkleideten Sists mit Andreas Wolff die Insel Rolla vor. Bilder von einer grandiosen Natur, schneebedeckten Gipfeln und klaren Seen sorgten für Staunen. Die Fotopräsentation stellte "Astrids Oase" vor; direkt an einem Fjord, inmitten eines Angelparadieses, mit leichten Motorbooten vor den Ferienhäusern. Für barrierefreien und familienfreundlichen Urlaub wurde geworben und dabei Geschichten erzählt - von Mittsommernächten, einem fantastischen Sternenhimmel, bunten Polarlichtern, dem für norwegische Verhältnisse kleinen Grundstück mit 36 000 Quadratmetern, wo schon mal ein Elch ins Fenster schaue.

Lächelnd und mit Charme beantwortete die ständig umringte Astrid Beer-Sist alle Fragen. Einmal Rosenkönigin - immer Rosenkönigin. Begrüßt wurde sie auch von Angelika Nagora, einer ehemaligen Nachbarin. Anita Asphahl bat sie gar um ein Autogramm. Wer genau hinsah, entdeckte: Das Kleid, das sie trug, ist aus demselben Stoff geschneidert wie ihre einstige königliche Robe, in der sie 2005 auch geheiratet hat. "Was ihr alles geschafft habt!" Diesen bewundernden Ausruf hörten die Auswanderer immer wieder.

Mit ihren vier Kindern und dem damaligen Lebenspartner Uwe Sist war sie nach Norwegen gegangen. Es sei ein schwerer Anfang auf dem verwilderten Anwesen, sagt sie. "Jeder Stein, jedes Brett wurde selbst in die Hand genommen." Und sie erzählte von jungen Leuten, die in den wirtschaftlich stärkeren Süden abwandern. Es gebe in Norwegen ein entspannteres Arbeiten, sagte sie und schränkte sofort ein: "Wenn man nicht selbstständig ist."

Viele Besucher warfen einen Blick in den bunten Scania-Oldtimerbus, der wie eine Wohnung eingerichtet ist. Die Söhne Uve und Haakon, die in Norwegen zur Welt kamen, begeleiteten ihre Eltern während der dreitägigen Fahrt.

Oft wandern die Gedanken der ehemaligen Rosenkönigin 2700 Kilometer zurück nach Forst, wo sie im Jahre 2001 Stadt und den Ostdeutschen Rosengarten repräsentierte. "Diese Zeit hat mir ein großes Selbstvertrauen gegeben und die Kraft, mein Leben so radikal zu verändern", verriet sie. Damals lernte sie ihren Mann kennen.

Am Vortag hatten sie im Trauzimmer auf der Wehrinsel ihr Eheversprechen erneuert. Andreas Wolff hielt die Traurede und Sylke Köhler band den Strauß aus weißen Rosen, den Lieblingsblumen der Braut. Gern hätte diese noch mal ganz kurz in ihr altes Reich - den Ostdeutschen Rosengarten - geschaut. Doch die Einlasskontrolle machte ohne Ticket keine Ausnahme. Auch nicht für eine ehemalige Rosenkönigin.