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| 01:00 Uhr

Armutszeugnis

Dass die Situation auf dem regionalen Arbeitsmarkt nicht rosig aussieht, ist fast schon eine Banalität zu sagen. Armselig wird es nur, wenn den Menschen in Forst und Umgebung nicht mehr gesagt wird, wie die Sache sich in Zahlen ausdrückt, also objektiv bewertet werden kann.

Die Arbeitsmarktzahlen für Cottbus/Spree-Neiße sind bereits seit Monaten ungenau und werden von der Arbeitsagentur schon gar nicht mehr veröffentlicht. Als Ursache hierfür wird das Optionsmodell des Kreises angeführt. Die Zusammenführung von Zahlen des Eigenbetriebes Grundsicherung und die Zahlen der Arbeitsagentur seien nur schwer zusammen zu bringen, heißt es.
Allerdings ist die Cottbuser Agentur für Arbeit auch nicht dazu in der Lage, aktuelle Zahlen zum Ausbildungsmarkt zur Verfügung zu stellen. Eine Sprecherin sagt, dass zunächst noch eine „Nachvermittlungsaktion“ abgewartet werden solle.
Nun ist es aber so, dass die Berufsberatung und Vermittlung in Ausbildungsstellen alleiniges Geschäft der Arbeitsagentur ist, Zahlen hierfür müssen also vorliegen. Dass diese nicht veröffentlicht werden, ist ein Armutszeugnis. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, wie sich die Situation gestaltet. Ansonsten wird all zu großen Schwarzmalern Tür und Tor geöffnet.
Oder versucht die Arbeitsagentur etwa, das wahre Ausmaß der Misere zu verschleiern? Es werden lediglich Zahlen veröffentlicht, die sich auf das vergangene Ausbildungsjahr beziehen. Nach diversen „Nachvermittlungsaktionen“ blieben im Agenturbezirk Cottbus immerhin noch statistische 579 Jugendliche übrig, die ganz ohne „Fahrschein“ blieben. Wie viele es derzeit sind, weiß keiner so genau - ziemlich armselig.