Das gab Roland Neumann, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Cottbus, gegenüber der RUNDSCHAU zu.
Die Arbeitslosenquote liegt laut Statistik in Forst bei 27 Prozent. Das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als im Februar und 2,7 Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum.
Bei den Arbeitslosenzahlen seien Abweichungen von fünf bis zehn Prozent durchaus möglich, so Neumann. Nach Ansicht der Agentur für Arbeit liegt das daran, dass die Daten der Arbeitslosengeld II-Empfänger im Spree-Neiße-Kreis derzeit in zwei verschiedenen Systemen gespeichert werden.
Die Agentur für Arbeit habe dem kreiseigenen Eigenbetrieb Grundsicherung zwar die entsprechenden Daten übergeben, der habe diese Daten aber bisher nicht vollständig ins eigene System übernommen. „Bis zur vollständigen Übernahme werden die Daten auch noch bei der Agentur für Arbeit gespeichert“ , sagte Neumann.
„Wir können im Moment zwar über die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften mit Leistungsbezug genaue Auskunft geben“ , sagte Torsten Winter, Leiter des Eigenbetriebes Grundsicherung, „nicht aber über die einzelnen Fälle der Arbeitslosengeld II-Empfänger.“
Genau das ist es aber, was der Eigenbetrieb für die Arbeitslosenstatistik nach Nürnberg schicken müsste. „Bis der Eigenbetrieb die genauen Werte erheben kann, liefert die Arbeitsagentur die Zahlen aus ihrem System“ , erklärte Pressesprecher Neumann. Dort liege auch der Grund für die Ungenauigkeit. Die Arbeitsagentur wisse nämlich nicht, ob Menschen, die bei ihnen im System noch arbeitslos geführt werden, tatsächlich noch arbeitslos sind.
„Dazu wäre ein Datenabgleich zwischen Arbeitsagentur und Eigenbetrieb nötig“ , sagte Neumann. Die Verantwortung dafür, dass der Termin für diesen Abgleich bisher immer wieder verworfen wurde, liegt nach Meinung der Arbeitsagentur ausschließlich beim Eigenbetrieb Grundsicherung. „Der Eigenbetrieb hat diesen Abgleich bisher mit der Begründung abgelehnt, dass er derzeit unpraktikabel und für den Eigenbetrieb nicht umsetzbar ist“ , sagte Neumann gegenüber der RUNDSCHAU. Er rechne auch in den nächsten beiden Monaten nicht mit einem Datenabgleich. „Wir werden in der Aufbau- und Übergangsphase mit Unschärfen leben müssen“ , sagte Neumann.
Es sei deshalb natürlich sehr schwer, aus den aktuellen Zahlen irgendwelche Tendenzen herauszulesen. Neumann geht aber weiterhin davon aus, dass sich die tatsächliche Zahl der Arbeitslosen nicht „großartig verändert“ habe. Die ersten konkreten Zahlen erwartet er im Juli.
Der Leiter der Grundsicherung des Spree-Neiße-Kreises, Torsten Winter, war zum Redaktionsschluss für eine Stellungnahme zu den Vorwürfender Arbeitsagentur nicht mehr zu erreichen. (rek)