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Forst
Plauderei über Wehwehchen und über viel Musik

Angelika Mann sorgte mit dem Champagner-Lied für beschwingte Stimmung. Lutz Hoff moderierte die Veranstaltung.
Angelika Mann sorgte mit dem Champagner-Lied für beschwingte Stimmung. Lutz Hoff moderierte die Veranstaltung. FOTO: Angela Hanschke
Forst. Angelika Mann erzählte im Pavillon aus ihrem Leben als Arzttochter, Apothekenfacharbeiterin und Sängerin.

Zur zehnten Auflage des „Talk im Pavillon“ im Pavillon „Genuss & Kunst“ hat Moderator Lutz Hoff „die Lütte“ in der Plauderecke Platz begrüßt. Hoff unterhielt die  Zuhörer nicht umsonst zunächst mit einer Parodie über zahlreiche Wehwehchen und pharmazeutische Segnungen: Die Berliner Künstlerin Angelika Mann ist die Tochter eines Mediziners und erlernte den Beruf der Apothekenfacharbeiterin. Und ihre Großmutter, so verriet sie in Forst, sei eine der ersten Ärztinnen in Russland gewesen.

Das Talent legte ihr vermutlich der Vater in die Wiege, der im Ärzteorchester die erste Geige spielte. Die Tochter strebte auch danach, die erste Geige zu spielen – allerdings als Gesangssolistin. Die fundierte Ausbildung dazu absolvierte sie an der Musikschule Friedrichshain. Seit rund fünf Jahrzehnten steht Angelika Mann auf der Bühne. Erinnerungen an ihre ersten Erfolge weckten Filmmitschnitte, die am Samstag über die Leinwand am Pavillon-Tresen flimmerten. Im Jahre 1974 erschien ihre erste Single mit „Ich wünsch’ mir ein Baby sehr“. Inzwischen ist ihre Tochter, die Sängerin Ulrike Weidemüller, quasi ihre Berufskollegin und sang kürzlich auf der Hochzeit der Mutter mit Ralf Rasch. „Am Freitag hatten wir unser Dreimonatiges“, verriet sie strahlend in Forst. Vielen Musikfreunden dort ist sie noch bestens bekannt als Duettpartnerin des vor vier Jahren verstorbenen Reinhard Lakomy, mit dem sie 1975 im Hit „Mir doch egal“ temperamentvoll „Ich esse für mein Leben gern“ sang. Geradezu legendär sind die Schallplatten mit Kinderliedern, die sie in den Jahren zwischen 1978 und 1983 mit dem Lakomy-Ensemble ein­sang. Besonders der Traumzauberbaum wurde zum echten Klassiker.

„Einfach großartig“, befand Stammgast Claus-Peter Bartel aus Forst. Inzwischen hören bereits unsere jüngsten Enkel die Kinderlieder“, ergänzte Ehefrau Margitta Bartel. Ab 1977 tourte die Powerfrau mit ihrer Gruppe „Medoc“ durch die Lande und startete auch eine Karriere als Schauspielerin. Als sie 1985 in den Westen ausreiste, wandte sie sich auch der Kleinkunst zu, spielte erfolgreich in Komödien. Nach der Wende sang „die Mann“ unter anderem mit Achim Menzel, mit Ute Freudenberg und war zur Weihnachtszeit als zauberhafte Märchenrätselhexe Ratesumbria im RBB-Fernsehen die Quotenqueen. Nach Absetzen der Sendung brach europaweit ein Sturm der Entrüstung bei den Zuschauern aus. In jüngster Zeit sorgt das Multitalent mit „Heisse Zeiten“, den „Kalendergirls“ und dem Hochzeitsmusical „Höchste Zeit“ für Furore.

Am 9. Dezember ist sie im MDR bei der „Großen Show  der Weihnachtslieder“ präsent. Bleibt da noch Platz für Träume? „Vielleicht eine Serienrolle?  Wie in aller Freundschaft?“, fragte Lutz Hoff hoffnungsvoll. „So eine kleene, dicke, rührige Schwester?“ – Ja, das könnte sich Angelika Mann durchaus vorstellen. Schließlich ist sie ja medizinisch vorbelastet.

(aha)