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| 14:14 Uhr

Neuer Volkshochschulkurs
Lebenswichtige Balance

Andrea Lossack mit einigen Sport-Utensilien, die sie beim sensomotorischen Training an der Kreisvolkshochschule einsetzen will.
Andrea Lossack mit einigen Sport-Utensilien, die sie beim sensomotorischen Training an der Kreisvolkshochschule einsetzen will. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Warum die Forster Gesundheitsexpertin Andrea Lossack auf sensomotorisches Training zählt. Von Steffi Ludwig

Sport und die Gesunderhaltung des Körpers haben es ihr schon immer angetan – deshalb hat Andrea Lossack ihr Hobby zum Beruf gemacht. Die 46-Jährige, die in Leipe im Spreewald aufgewachsen ist, lange in Cottbus lebte und seit vorigem Jahr in Forst wohnt, arbeitet hauptberuflich als Gesundheitsexpertin in der betrieblichen Gesundheitsförderung beim TÜV.

„Wir beraten viele Firmen in der Region von Bad Liebenwerda bis Frankfurt (Oder), schauen uns die Arbeitsplätze beispielsweise nach Rückenfreundlichkeit an, bieten Arbeitstechniktraining und einzelne Kurse an oder schauen nach der Hygiene“, berichtet sie.

Gerade die „Schreibtischtäter“ in vielen Ämtern versuche sie, für eine gesunde Haltung und Bewegung zu sensibilisieren – hat in einigen Firmen bereits auch ein sensomotorisches Training integriert. Dieses Zusammenspiel zwischen Sensorik (Sinneswahrnehmung) und Motorik (Bewegung und Muskeln) hält sie für besonders wichtig. „Denn durch Bewegungsmangel, sei es beruflich oder krankheitsbedingt, und durch feste Unterböden wie Laminat oder Fliesen erhalten unsere Sensoren zu wenig Reize. Deshalb nimmt unsere Muskelkraft ab“, erklärt sie. Die Folge seien instabile Gelenke, Rückenschmerzen und muskuläre Dysbalancen. „Die Tiefenmuskulatur lässt sich eben nur durch Bewegung trainieren. Und nur gestärkte Muskeln können die Knochen beispielsweise bei Osteoporose halten.“

Beim sensomotorischen Training werde der Körper mit Sportgeräten wie einer weichen Matte, einem Balancekissen, einem Ball oder einem Wackelstab aus der Balance gebracht. „Das hilft, um besonders die tief liegenden Sensoren zu stimulieren“, erklärt die Neu-Forsterin.

Deshalb möchte Andrea Lossack ab Ende August das sensomotorische Training als neues Angebot an der Kreisvolkshochschule Spree-Neiße, Regionalstelle Forst, integrieren (siehe Kasten). Denn sie studiert zudem gerade berufsbegleitend Gesundheits- und Sozialmanagement in Berlin im sechsten Semester. „Dort bin ich gezielt auf das sensomotorische Training gestoßen“, sagt sie.

Der Kurs an der Volkshochschule diene ihr quasi als Abschluss des Studiums. Denn es werde nicht nur trainiert. In der ersten und letzten Stunde möchte Andrea Lossack die Körperstabilität, die Symmetrie und Sensomotorik der Teilnehmer auf einem Balancebrett messen, um die erhofften Erfolge auch mit Zahlen belegen zu können. Auch einen kleinen Fragebogen hat sie vorbereitet, um die Effekte auswerten zu können.

Der Forster Volkshochschule ist die zweifache Mutter bereits seit 2014 verbunden. Hier bietet sie unter anderem Pilates, Aquafitness oder eine Rückenschule an. Denn nach ihrer Ausbildung zur medizinisch-technischen Laborassistentin war sie zur Arbeitsmedizin gewechselt und hatte verschiedene Trainerscheine gemacht.

Mit ihrem großen Traum der Sportlehrerin hatte es nicht geklappt: Sie war damals wegen ihrer zu schwachen Stimme durchgefallen. Deshalb qualifizierte sie sich dann selbst für verschiedene Sportarten und leitet diverse Kurse. Mit ihrem Hauptberuf als Gesundheitsexpertin lasse sich das gut vereinbaren, sagt sie. In Keune habe sich zudem eine private Gruppe für Step-Aerobic aufgebaut, die ihr auch sehr am Herzen liegt.