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Oberschule "Germanus Theiss"
Amt Döbern will Grundschule neu bauen

Amt Döbern. Eine neue Grundschule soll auf einem Grundstück direkt neben der Oberschule "Germanus Theiss" gebaut werden. Das Schulzentrum Döbern wird so an einem Standort zusammengeführt. kkz

Über diesen Beschluss, den der Amtsausschuss Döbern erst am Dienstag abgestimmt hatte, informierte Uwe Eppinger, Fachbereichsleiter Bauen, die Döberner Stadtverordneten zwei Tage später. Die Entscheidung fiel einstimmig mit einer Enthaltung. Noch am Freitag würden die ausgearbeiteten Fördermittelanträge nach Potsdam geschickt werden, ergänzte der amtierende Amtsdirektor Mike Lenke in der Sitzung am Donnerstag. Nun heißt es abwarten, ob die gewünschten Fördermittel vom Land Brandenburg bereitgestellt werden.

Eine erste Konzeption geht davon aus, dass der Neubau der Grundschule rund 7,7 Millionen Euro kosten würde. Die Sanierung der Grundschule wäre dagegen schon für 3,5 Millionen Euro zu haben. In beiden Fällen könnte das Amt mit Fördermitteln in Höhe von 75 Prozent rechnen. Der Eigenanteil für Döbern-Land wäre in beiden Fällen ähnlich, rechnet Uwe Eppinger anhand der vorgelegten Kostenschätzung vor. Beim Neubau entfallen die 1,88 Millionen Euro allein auf das Gebäude und die mit dem Bau zusammenhängenden Kosten. Bei der Sanierung der bestehenden Grundschule ist zwar der Eigenanteil für die Bauleistung niedriger, hinzu kommt aber die Miete für die Container, in denen die Schüler während der eineinhalbjährigen Bauphase untergebracht wären. Unterm Strich belaufen sich die Ausgaben für das Amt ebenfalls auf rund 1,88 Millionen Euro.

Das Gebäude selbst soll auf der Wiese zwischen Ringstraße und dem Gebäude der Oberschule errichtet werden. Ein Teil der Flächen hat das Amt bereits erworben, bei anderen sei man in Verhandlungen, erläutert Uwe Eppinger den Döberner Stadtverordneten. Bei dem Gelände selbst handelt es sich um eher schwierigen Baugrund aus Ton, Schluff und Kohle, der noch dazu von zwei Gräben durchzogen ist. Das vierstöckige Gebäude der neuen Grundschule soll deshalb nah an die bestehende Bebauung heranrücken. Der Schulhof für die Grundschüler würde, getrennt von dem der Oberschüler, neu entstehen. Außerdem soll ein separater Halteplatz für die Schulbusse auf dem Gelände der Schule gebaut werden. Der Zeitplan sieht eine Fertigstellung der neuen Grundschule für Sommer 2021 vor. Um die Barrierefreiheit im gesamten Schulzentrum zu gewährleisten, muss auch die Oberschule ertüchtigt werden und entsprechende Aufzüge erhalten. Überlegungen dazu gibt es bereits.

Die von Uwe Eppinger vorgelegte Kostenschätzung zweifelt der Stadtverordnete Detlef Fabian (AfD) an. Seiner Meinung nach würde der Neubau teurer. Grundsätzliche Kritik zum geplanten Standort des Grundschulneubaus äußert Yvonne Fischer (CDU), Stadtverordnete und Mitglied des Amtsausschusses. Für einen Teil des Grundstücks gibt es im Moment kein Baurecht. Als Anfang der 90er-Jahre der Flächennutzungsplan der Stadt Döbern erstellt wurde, habe man diesen Bereich als Außenbereich eingeordnet, der nicht bebaut werden darf, erläutert Yvonne Fischer gegenüber der RUNDSCHAU. Hier befinde sich eine Kaltluftzone und auf dem Gelände selbst sammle sich regelmäßig Wasser. "Wenn ein Schulzentrum an einem Standort entsteht, sollte es als Lückenbebauung auf dem Schulhof der Oberschule passieren", sagt Yvonne Fischer. Mit so einem Neubau könnten auch die Gebäude der Oberschule barrierefrei miteinander verbunden werden.