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| 02:49 Uhr

Amt Döbern-Land will sozialen Brennpunkt in Waldsiedlung "löschen"

Döbern. Mit Mehrheitsbeschlüssen ist am Montag beim Amtsausschuss die Halbtagsstelle des Jugendkoordinators gekündigt und eine Vollzeitstelle in der Jugendsozialarbeit geschaffen worden. Sie ist vorrangig für den sozialen Brennpunkt in der Waldsiedlung in Groß Schacksdorf gedacht. Anja Guhlan/ang1

Zehn Ausschussmitglieder stimmten für die Kündigung der Halbtagsstelle des derzeitigen Jugendkoordinators Christian Müller zum 30. Juni. Sieben dagegen. Nun muss Christian Müller zum Jahresende seine Arbeit beenden. Nicht weil der Ausschuss mit seiner Arbeit unzufrieden ist, sondern weil in der Waldsiedlung in Groß Schacksdorf der soziale Brennpunkt immer dramatischer wird.

Wie Amtsausschussmitglied Kirsten Schütz informiert, liegen derzeit 86 Kindeswohlgefährdungen und sieben Inobhutnahmen als Zahlen zugrunde. "Das Amt Döbern-Land muss jetzt handeln", fordert Schütz.

Die Gemeinde Groß Schacksdorf-Simmersdorf verfügt zwar über eine Halbtagsstelle von 20 Wochenstunden, jedoch konnte diese Stelle bisher mit keinem Sozialarbeiter besetzt werden. Zu unattraktiv, lautet die Begründung.

Nun die Idee, eine Vollzeitstelle zu installieren. In der Begründung des Beschlusses heißt es: "Das Angebot einer Vollzeitstelle lässt einen größeren Bewerberkreis gut ausgebildeten Fachpersonals erwarten." So will das Amt nun die Halbtagsstelle des Jugendkoordinators und die Halbtagsstelle der Gemeinde mit jeweils 20 Wochenstunden zusammenfügen zu einer Vollzeitstelle mit 40 Wochenstunden.

Einige Mitglieder des Ausschusses wie Eberhard Müller und René Prüfer halten diese Lösung für den falschen Weg. "Gegebenenfalls schließen wir damit eine soziale Lücke, öffnen aber wiederum eine andere", sagt Eberhard Müller und sorgt sich, dass die Arbeit in den Jugendclubs der Gemeinden hinten runter fallen könnte. René Prüfer sagt: "Der soziale Brennpunkt in Groß Schacksdorf gehört in professionelle Hände und sollte mit einer extra Stelle anvisiert werden."

Auch Dirk Budach von der Geschäftsstelle der Berlin-Brandenburgischen Landjugend, die momentan den Jugendkoordinator stellt, spricht sich als Fachmann gegen diese Lösung aus. In seinen Augen brauche man in Groß Schacksdorf nicht präventiv zu arbeiten, sondern müsse konkrete Hilfe zur Erziehung leisten. Das sei jedoch Aufgabe des Jugendamtes des Kreises.

Amtsdirektor Günter Quander informierte, dass der Landkreis zugesagt hat, alle Anstrengungen zu unternehmen, den Sozialraum Groß Schacksdorf mit einer Vollzeitstelle dauerhaft auszustatten. Derzeit finden wohl Gespräche zu dieser Thematik statt.

Der Amtsausschuss wollte jedoch nicht länger warten. Über das Thema rede man schon viel zu lange, hieß es von Mitgliedern des Ausschusses wie Jörg Rakete. Am Ende hat sich der Ausschuss für die schnellste Lösung entschieden.