Von der Straße Am Haag zweigte einst zwischen Jägerstraße und Straße Am Haag links vom Ernst-Hammer-Platz kommend die Kleine Haagstraße ab (ungefähr hinter dem heutigen Heizhaus). In dieser Straße befanden sich fast ausschließlich Tuchfabrikationsfirmen und Tuchappreturanstalten.
Damals gab es die Mühlgrabenbrücke noch nicht. Die Straße Am Haag bog vor dem Mühlengraben ab zum Ernst-Hammer-Platz. Der Beginn der Straße war am Ernst-Hammer-Platz, früher auch Topfmarkt genannt, und verlief bis zur Amtstraße, in die sie in Höhe des Schulgebäudes einmündete.
Die Mehrzahl der Fabrik- und Nebengebäude in dieser Gegend brannte 1945 ab. In der Mitte der Aufnahme aus dem Forster Stadtarchiv ist ein Teil der Ruinen der ehemaligen Tuchfabrik Kern und Brehmer GmbH (damals Rüdigerstraße 5-9) zu sehen. Rechts vom Ernst-Hammer-Platz aus gesehen standen die Tuchfabriken von Fritz Pürschel, C. Unger Wwe., Hugo Pürschel, Robert Pracht Nachf. sowie die Tuchappreturanstalten von Paul Ditschke, Geschwister Schmolle und Emil Fiedler. Es blieb nur das links auf dem Bild erkennbare dreistöckige Fabrikgebäude erhalten, das zur Firma C. Ungers Wwe. gehörte und vom VEB Forster Tuchfabriken zuletzt als Tuchlager genutzt worden war. Heute ist dort ein Tiefpreismarkt.
Auf der anderen Straßenseite waren die Tuchfabrikationsfirmen Erich Fiedler, Richard Kochan, Ernst Menzel Nachf., C. Ortmayer Nachf. sowie die Tuchappreturanstalten von Wilhelm Biegler, Paul Marsch, Schrader und Kochan, Wuschak und Wilke, Ernst Menzel sowie auf der Ecke Am Haag/Kleine Amtstraße die Tuchfabrik von Reinhold Jackeschky (Kleine Amtstraße 6/8). Die meisten Fabrik- und Verwaltungsgebäude wurden 1945 zerstört. Im Jahr 1993 wurde die Mühlgrabenbrücke gebaut. Die Straße Am Haag endet nun am Kegeldamm. Der ehemals zum Ernst-Hammer-Platz führende Straßenabschnitt ist heute die Haagstraße.